Beliebter Lautsprecher kann zum Hacken von PCs missbraucht werden, kein Patch in Sicht

Ein Sicherheitsforscher hat einen vollständig aus der Ferne nutzbaren Exploit für den Creative Sound Blaster Katana V2X veröffentlicht, der weder physischen Zugriff noch eine Kopplung benötigt. Dadurch wird die beliebte PC-Soundbar aus bis zu 15 Metern Entfernung zu einem verdeckten Werkzeug zum Einschleusen von Tastatureingaben.
Die Untersuchung ist früher am heutigen Tag von einem Sicherheitsforscher namens Rasmus Moorats veröffentlicht worden und kombiniert zwei kritische Schwachstellen. Zunächst legt die Bluetooth-Low-Energy-Schnittstelle des Lautsprechers das gesamte Befehlsprotokoll für jedes Gerät in der Nähe ohne Authentifizierung offen, Befehle, die über USB einen Handshake benötigen, werden über BLE vollständig ungeprüft akzeptiert. Außerdem nimmt der Lautsprecher Firmware-Updates ohne kryptografische Signatur an. Geschützt sind diese nur durch eine SHA-256-Prüfsumme, die sich trivial patchen lässt.
Kombiniert können diese Schwachstellen es einem Angreifer ermöglichen, unbemerkt eine angepasste Firmware drahtlos auf den Lautsprecher aufzuspielen, ohne das Gerät zu koppeln oder zu berühren. Diese angepasste Firmware nutzt anschließend aus, dass der Katana V2X auf dem Host-PC als vertrauenswürdiges USB-Peripheriegerät gilt. Danach fügt sie dem vorhandenen HID-Deskriptor einen Tastatureintrag hinzu und schleust nach einem Neustart beliebige Tastatureingaben ein. Der Machbarkeitsnachweis gibt echo pwned in ein Terminal ein (siehe unten). Ein echter Angreifer würde wahrscheinlich etwas deutlich Schlimmeres ausführen.
Das Bluetooth-Modul des Lautsprechers kann nicht abgeschaltet werden und bleibt selbst im Schlafmodus aktiv, wodurch die Angriffsfläche dauerhaft offen bleibt. Creative ist über SingCERT informiert worden, nachdem die direkten Kontaktversuche des Sicherheitsforschers ins Leere gelaufen sind. Die spätere Antwort von Creative: Es handelt sich nicht um eine Schwachstelle. Ein Patch kommt nicht.
Ein Drittanbieter-Tool zur Abhilfe, v2x-patcher, steht auf der Gitea-Seite des Sicherheitsforschers bereit und blockiert CTP über Bluetooth auf Firmware-Ebene, wodurch die mobile App von Creative aber wahrscheinlich nicht mehr funktioniert. Laut Moorats ist die aktuelle offizielle Firmware weiterhin eindeutig unsicher.









