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ChatGPT-App für Linux ist da, nur nicht auf der Downloadseite

Plüschfigur des Linux-Pinguins Tux auf einem Werkstatttisch
ⓘ Maarten Ceulemans / Pexels
Die ChatGPT-App läuft jetzt auch unter Linux, allerdings nur als Vorschau und ohne Computer Use.
OpenAI hat die ChatGPT-App für Linux in die öffentliche Vorschau gestellt, für Ubuntu, Debian und Fedora, als .deb und .rpm für x64 und ARM64. Auf der offiziellen Downloadseite fehlt sie, der Weg führt über die Dokumentation. Unter Wayland läuft sie nur eingeschränkt, und Computer Use gibt es dort gar nicht.

OpenAI bietet die ChatGPT-App jetzt auch für Linux an. In den Release Notes vom 14. August steht, dass die Desktop-Anwendung global in einer öffentlichen Vorschau bereitsteht. Vorschau heißt: kein fertiges Produkt, Fehler sind eingeplant. Wer sie sucht, findet sie allerdings nicht dort, wo man sie vermuten würde.

Ubuntu, Debian und Fedora, dazu ARM

Offiziell unterstützt OpenAI die Desktop-Varianten von Ubuntu 24.04 LTS und 26.04 LTS, Debian 13 sowie Fedora 43 und 44. Für Ubuntu und Debian gibt es ein Paket im Format .deb, für Fedora eines im Format .rpm, jeweils für x64 und für ARM64, also für Prozessoren mit ARM-Architektur. Andere Distributionen können funktionieren, getestet sind sie nicht.

Klein sind die Pakete nicht. Das .deb für x64 bringt rund 374 MByte auf die Waage, das .rpm für x64 sogar 420 MByte, die ARM64-Fassung 345 MByte. Als Änderungsdatum nennt der Server den 15. August, die Dateien sind also frisch gebaut.

Bei der Installation trägt sich ein signiertes Paketrepository von OpenAI ins System ein, also eine zusätzliche Softwarequelle. Updates laufen danach über den eigenen Paketmanager, unter Ubuntu und Debian über apt, unter Fedora über dnf. Wer nicht möchte, dass OpenAI dauerhaft in seinen Paketquellen steht, sollte die Liste nach der Installation prüfen.

Auf der Downloadseite fehlt Linux

Kurios ist der Weg dorthin. Die offizielle Downloadseite von ChatGPT listet nur Mac und Windows, in der deutschen wie in der englischen Fassung, geprüft am 17. August. Die Linux-Pakete hängen stattdessen in der Dokumentation unter learn.chatgpt.com.

Ein Blick auf die Download-Adressen verrät, woher die Anwendung stammt. Der Pfad heißt codex-app-prod. Es ist im Kern die bisherige Codex-App, erweitert und umbenannt. OpenAI schreibt selbst, bestehende Nutzer der Codex-App könnten auf ChatGPT aktualisieren.

Wayland läuft nur über Umwege

Der praktische Haken steckt in der Fensterverwaltung. Wayland ist das Anzeigeprotokoll, das den betagten X-Server ablöst und bei Ubuntu wie Fedora längst Standard ist. OpenAI bezeichnet die native Unterstützung dafür als experimentell. Ab Werk greift die App auf XWayland zurück, eine Zwischenschicht, die ältere X11-Programme unter Wayland weiterlaufen lässt.

Wer nativ arbeiten will, muss die Anwendung komplett beenden und im Terminal mit dem Zusatz --ozone-platform=wayland neu starten. Danach können schwebende Fenster, Fensterpositionierung, Fokus und Tastenkürzel haken. Das räumt OpenAI in der eigenen Dokumentation ein.

Computer Use bleibt Mac und Windows vorbehalten

Eine Funktion fehlt ganz. Computer Use, also das Steuern anderer Programme durch die KI, gibt es unter macOS und Windows, in der Linux-Vorschau nicht. Ein späteres Update soll das nachreichen. Auf dem Mac ist OpenAI zuletzt sogar noch weiter gegangen und protokolliert dort auf Wunsch Klicks und Tastatureingaben.

Browser-Aktionen funktionieren dagegen, entweder im eingebauten Browser oder über eine Erweiterung für Chrome. Codex, der Programmierassistent von OpenAI, arbeitet direkt in lokalen Projektordnern. Und die App greift auf lokale Dateien zu, ohne dass man sie vorher irgendwo hochladen muss.

Gerade beim letzten Punkt lohnt ein zweiter Gedanke. Sicherheitsforscher haben Anfang August gezeigt, dass sich KI-Browser allein durch Inhalte fernsteuern lassen, die der Assistent ohnehin liest. Eine Vorschau auf dem eigenen Rechner, mit Zugriff auf Dateien und Browser, ist kein Werkzeug für den Produktivbetrieb.

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Autor: Steffen Zahn, 17.08.2026 (Update: 17.08.2026)