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ChatGPT zeichnet auf, was du am Mac tust, nur nicht in Deutschland

Hände tippen im Halbdunkel auf der Tastatur eines MacBooks, das Apple-Logo leuchtet
ⓘ freestocks.org / Pexels
ChatGPT schreibt auf dem Mac mit, was du tippst und anklickst. In Deutschland ist die Funktion nicht verfügbar. (Symbolbild)
OpenAI hat für die ChatGPT-App auf dem Mac die Funktion Computer History gestartet. Sie protokolliert Klicks, Tastatureingaben und Programmwechsel und macht daraus eine Zeitleiste samt Notizen. Die Dateien sind laut OpenAI nicht verschlüsselt, und in Deutschland gibt es die Funktion gar nicht.

OpenAI hat am 13. August eine Funktion für die ChatGPT-App auf dem Mac freigeschaltet, die mitschreibt, woran du gerade arbeitest. Sie heißt Computer History, sammelt deine Aktivität in Programmen und auf Webseiten und baut daraus eine durchsuchbare Zeitleiste plus dauerhafte Notizen, auf die ChatGPT später zugreift. Wer in Deutschland sitzt, findet die Funktion nicht. Sie ist im Europäischen Wirtschaftsraum, in der Schweiz und in Großbritannien nicht verfügbar.

Was mitgeschrieben wird und was nicht

Computer History erfasst sogenannte Interaktionsereignisse. Gemeint sind Klicks, Tastatureingaben, Tastenkürzel, Wechsel zwischen Programmen und der Kontext, den macOS über seine Bedienungshilfen bereitstellt. Bildschirmfotos, Bildschirmaufnahmen, Mikrofon und Systemton bleiben außen vor, privates Surfen wird nie einbezogen. Das ist der Unterschied zum Vorgänger Chronicle, der noch mit Bildschirmfotos arbeitete. Aus den Ereignissen entstehen in Abständen Textzusammenfassungen, und erkennt ChatGPT einen wiederkehrenden Ablauf, schlägt es vor, daraus eine Automatisierung zu bauen.

Lokal ist nicht ganz lokal

Die Rohdaten liegen zunächst auf dem Mac, abgeschottet in einem eigenen Speicherbereich der App, und werden nach 48 Stunden gelöscht. Für die Zusammenfassung verlassen sie das Gerät trotzdem. OpenAI verarbeitet die temporären Ereignisdateien auf eigenen Servern und schickt erst die fertigen Notizen zurück. Diese Dateien hebe man danach nicht auf und nutze sie nicht für das Training, erklärt das Unternehmen.

Sobald eine Notiz in einem Chat verwendet wird, gilt das nicht mehr. Dann kann der Inhalt in die Modellverbesserung fließen, abhängig von deinen Datenschutzeinstellungen in ChatGPT. Computer History setzt außerdem die Funktion Memories voraus, die wir uns im Vergleich mit Gemini und Claude schon angesehen haben.

OpenAI warnt selbst vor zwei Risiken

Der erste Punkt steht wörtlich in der Dokumentation: Die Dateien können sensible Informationen enthalten, sie werden von Computer History nicht verschlüsselt, und andere Programme unter demselben macOS-Benutzer können möglicherweise darauf zugreifen. OpenAI rät, das Mac-Konto abzusichern und heikle Quellen von vornherein auszuschließen.

Der zweite Punkt ist Prompt Injection, also in fremden Inhalten versteckte Anweisungen. Besuchst du eine Webseite mit solchen Befehlen, kann ChatGPT ihnen folgen, und durch Computer History steigt dieses Risiko laut OpenAI. Wie das in der Praxis aussieht, haben wir bei den KI-Browsern gesehen, die sich über eine einzige Mail kapern ließen. Dazu kommt ein Hinweis, den viele überlesen dürften: Bei Unterhaltungen mit anderen Menschen soll die Funktion aus bleiben, solange keine ausdrückliche Zustimmung vorliegt.

Wer sie einschalten kann

Computer History ist ab Werk aus und nur für die Abos Pro, Business und Enterprise gedacht. In Firmenkonten gibt zuerst die Administration den Zugang frei, danach muss trotzdem jeder einzeln zustimmen. Der Weg führt in der Mac-App über Einstellungen zu Integrationen und Computer history. Dort legst du fest, welche Programme und Webseiten überhaupt beitragen dürfen, wahlweise als Ausschlussliste oder als enge Positivliste. Über das Menüleistensymbol pausierst du die Aufzeichnung. Gelöscht wird in Stufen, von den letzten zehn Minuten bis zu allem, und das entfernt auch die daraus gebauten Notizen. Rückgängig geht das nicht. Wer ChatGPT ohnehin gerade durchforstet, findet in den Einstellungen noch mehr Schalter.

In Deutschland bleibt es vorerst dabei

OpenAI schreibt in den Versionshinweisen nur, die Funktion sei im Europäischen Wirtschaftsraum, in Großbritannien und der Schweiz derzeit nicht verfügbar. Ein Termin steht nirgends. Mehrere Berichte sprechen von einem Nachzügler-Start in einigen Wochen, über OpenAI selbst belegen lässt sich das nicht. Ein Kostenpunkt kommt obendrauf: Die Zusammenfassungen verbrauchen Token und zählen gegen dein Kontingent.

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Autor: Steffen Zahn, 15.08.2026 (Update: 15.08.2026)