ChatGPT: Ab Montag Werbung, so wirst du sie in Deutschland los

OpenAI hat am 18. August angekündigt, ChatGPT Ads am Montag, dem 24. August, in 31 europäischen Märkten freizuschalten. Deutschland gehört dazu. Anfang August stand Deutschland in OpenAIs eigener Länderliste noch nicht einmal drin, wie wir beim Blick auf den damaligen Werbe-Rollout festgestellt haben.
Welche 31 Märkte gemeint sind, nennt die Ankündigung nicht vollständig. Die Länderliste im Hilfecenter tut es: Dort stehen genau 31 europäische Einträge auf "Coming Soon", nämlich die 27 EU-Staaten plus Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz.
Werbung sehen nur Free und Go
Anzeigen erscheinen laut OpenAIs Hilfeseite ausschließlich in den Tarifen Free und Go. Plus, Pro, Business, Enterprise und Edu bleiben werbefrei. Sie stehen unter einer Antwort, sind als gesponsert gekennzeichnet und optisch abgesetzt. In Temporary Chats erscheint keine Werbung, im Browser ChatGPT Atlas während des Tests ebenfalls nicht. Auch Konten, die OpenAI als minderjährig einstuft, bekommen keine Anzeigen. Dafür greift dieselbe Altersprognose, die seit dem 18. August weltweit ausgerollt wird.
Zustimmen kannst du zum Start noch gar nichts
Mehrere deutschsprachige Berichte beschreiben den Start als Opt-in-Modell, bei dem man der Personalisierung erst zustimmen muss. Das trifft die Sache nur halb. In OpenAIs FAQ steht wörtlich: "Personalized ads are not initially available in the European Economic Area (EEA) or Switzerland." Im Europäischen Wirtschaftsraum und in der Schweiz gibt es am Montag also keine personalisierte Werbung, und damit auch nichts, dem man zustimmen könnte.
Ausgespielt wird nach dem, was im laufenden Chat steht, dazu grobe Region und Sprache. Frühere Unterhaltungen, gespeicherte Erinnerungen und Werbe-Historie bleiben außen vor. Die Zustimmung wird erst dann zum Thema, wenn OpenAI die Personalisierung in einem zweiten Schritt nachreicht. Nutzer im EWR bekommen dazu bereits Post zu geänderten Datenschutzbedingungen.
Der Ausschalter steckt im Gratis-Tarif
Wer die Anzeigen loswerden will, ohne zu zahlen, findet dafür einen Weg, der in den meisten Meldungen fehlt. In den Einstellungen unter "Ads controls" führt "Change plan to go ad-free" zu einer werbefreien Variante des Gratis-Tarifs. Bezahlt wird sie mit weniger Nachrichten pro Tag und weniger Werkzeugen, OpenAI nennt ausdrücklich Bildgenerierung und Deep Research. Wer an ein Limit stößt, bekommt ein Banner mit der Wahl zwischen Upgrade und Rückkehr zur Werbeversion. Wie großzügig die Grenzen im Gratis-Tarif inzwischen sind, haben wir an anderer Stelle aufgeschlüsselt.
Zwei Einschränkungen gehören dazu. Die Option gilt nur für Free, Go-Nutzer müssten zurück auf Free wechseln oder auf Plus gehen. Und die Personalisierung abzuschalten ist ausdrücklich nicht dasselbe: Die Anzeigen bleiben, es ändert sich nur ihre Auswahl.
Was bei den Werbetreibenden ankommt
Werbetreibende erhalten laut OpenAI nur zusammengefasste Kennzahlen wie Aufrufe und Klicks. Chats, Chatverlauf, gespeicherte Erinnerungen, Name, E-Mail-Adresse, genaue Position und IP-Adresse gehen nicht an sie. Werbung soll die Antworten nicht beeinflussen, sie läuft auf getrennten Systemen. Neben sensiblen Themen wie Gesundheit, mentaler Gesundheit und Politik sind Anzeigen nicht zugelassen, politische Werbung derzeit überhaupt nicht. Gelöschte Werbedaten bleiben bis zu 30 Tage auf den Servern.
Für Unternehmen ist der Start noch halbfertig. Das Buchungswerkzeug Ads Manager steht in der Länderliste für alle 31 Märkte weiterhin auf "Coming Soon". Zum Auftakt läuft die Buchung über OpenAIs Ads-Solutions-Team und über Partneragenturen, die Selbstbedienung folgt laut OpenAI später im Quartal.





