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ChatGPT, Gemini, Claude: Was dich die Gratis-KI kostet

Smartphone mit einem App-Ordner namens AI, darin ChatGPT, Mistral AI, Claude, Gemini, Copilot und Poe
ⓘ Solen Feyissa / Pexels
Die großen KI-Chatbots im Gratis-Tarif
ChatGPT, Gemini, Claude und Copilot gibt es ohne Abo. Bezahlt wird trotzdem, mit Werbung, mit Chats fürs Training oder mit einem kleineren Modell. Welches Modell du gratis bekommst, welche Einstellungen ab Werk eingeschaltet sind und welche Schalter du vor dem nächsten Chat prüfen solltest.

Vier große KI-Assistenten lassen sich ohne Abo nutzen, und für den Alltag taugen alle vier. Umsonst sind sie trotzdem nicht. Je nach Anbieter zahlst du mit Werbung, mit deinen Chats als Trainingsmaterial oder mit einem kleineren Modell, als es die Abonnenten bekommen. Was die bezahlten Stufen kosten und für wen sie sich lohnen, steht in unserem Magazin zu den KI-Abos. Hier geht es um die Gratis-Tarife und um die Einstellungen, die dort ab Werk gesetzt sind. Alle Angaben stammen aus den deutschen Preis- und Hilfeseiten der Anbieter und aus Stichproben in eigenen Konten, Stand Anfang Oktober 2026.

ChatGPT: Werbung und Training sind ab Werk an

ChatGPT Free bietet laut OpenAIs deutscher Preisseite unbegrenzte Textchats mit GPT-5.6 Luna, dazu eingeschränkt Uploads, Bildgenerierung, Sprachchats, Deep Research und Erinnerung. Das neuere GPT-6 Luna gibt es für Gratis-Nutzer bislang nur in der Desktop-App. Das Kontextfenster ist mit 27.000 Token halb so groß wie bei Go und Plus, OpenAI rechnet das in etwa zwölf Seiten Text um. Ein längerer Vertrag oder eine Hausarbeit passen damit nicht am Stück hinein. Wer mehr braucht, zahlt 8 Euro im Monat für Go oder 23 Euro für Plus.

Bezahlt wird zuerst mit Werbung, denn seit Ende August zeigt ChatGPT auch in Deutschland Anzeigen, in den Tarifen Free und Go. Personalisiert sind sie im Europäischen Wirtschaftsraum und in der Schweiz vorerst nicht, Konten von Minderjährigen bekommen laut OpenAI gar keine. Eine werbefreie Gratis-Variante gibt es auch. Sie steckt unter Einstellungen, Werbeeinstellungen und dem Punkt „Nachrichtenlimits verringern“, dafür gibt es weniger Nachrichten pro Tag und keine Werkzeuge wie die Bildgenerierung. Außerdem landen deine Chats ab Werk im Training. Der Schalter „Das Modell für alle verbessern“ liegt unter Einstellungen und Datenkontrollen, in einem kostenlosen Konto aus Deutschland stand er Ende September auf „Ein“. Das neue Datenschutzcenter hat daran nichts geändert. Wer den Schalter nicht umlegen will, kann für einzelne Fragen einen temporären Chat öffnen. Solange er temporär bleibt, verwendet OpenAI ihn nach eigenen Angaben nicht fürs Training, eine Kopie bewahrt das Unternehmen aus Sicherheitsgründen bis zu 30 Tage auf.

Was die Gratis-Tarife bieten und was sie kosten: Modell, Werbung, Training und nächster Tarif, Stand Ende September 2026.

Gemini: Viel Modell, lange Speicherung

Google stattet seinen Gratis-Tarif am großzügigsten aus. Die deutsche Abo-Seite nennt Gemini 3.6 Flash, „unterschiedlichen Zugriff“ auf 3.1 Pro, Deep Research, Bilderstellung, Gemini Live, Canvas und Gems. Google AI Plus kostet 4,99 Euro im Monat und verdoppelt vor allem die Limits, AI Pro liegt bei 21,99 Euro. Für Werbung nutzt Google die Gemini-Chats laut eigenem Privacy Hub nicht.

Bezahlt wird bei Google mit Daten. „Aktivitäten speichern“ ist bei Nutzern ab 18 Jahren standardmäßig eingeschaltet, und einen Teil der Chats sehen sich menschliche Prüfer an, auch bei Dienstleistern. Solche Chats bleiben bis zu drei Jahre gespeichert, selbst wenn du deine Aktivitäten löschst. Google rät deshalb selbst, nichts Vertrauliches einzugeben. Schaltest du die Speicherung ab, hält Google neue Chats noch 72 Stunden im Konto, genauso lange wie temporäre Chats. Für einzelne heikle Fragen reicht deshalb auch ein temporärer Chat, ohne dass du die Speicherung ganz abschaltest. Vorher solltest du wissen, dass Gems im November automatisch zu Skills werden, und die setzen „Aktivitäten speichern“ voraus.

Claude: Neues Modell, Training per Schalter

Anthropic hat seinen Gratis-Tarif gerade erst aufgewertet. Seit dem 28. September läuft dort Claude Sonnet 5.5, daneben steht Haiku 4.5. Das Spitzenmodell Opus 5.5 bleibt den zahlenden Kunden vorbehalten. Gedächtnis über Gespräche hinweg, Artefakte und verbundene Apps gehören laut Preisseite auch ohne Abo dazu. Pro kostet 18 Euro im Monat oder 15 Euro bei jährlicher Zahlung.

Ob deine Chats ins Training gehen, regelt der Schalter „Hilf uns, unsere KI-Modelle zu verbessern“ unter Einstellungen und Datenschutz. Einen Standardwert nennt Anthropic in seinen Hilfeseiten nicht, ein Blick in die eigenen Einstellungen lohnt also. Nach dem Abschalten nutzt Anthropic neue Chats nicht mehr fürs Training, was schon in laufende oder fertige Trainings eingeflossen ist, bleibt drin. Chats, die ein Sicherheitsfilter markiert, darf Anthropic weiter für die eigene Missbrauchserkennung verwenden.

Wo sich Training und Werbung bei den vier KI-Assistenten abschalten lassen, mit den Bezeichnungen aus den deutschen Oberflächen.

Copilot: Weniger Funktionen, Werbung aus dem Chatverlauf

Microsoft hat den kostenlosen Copilot zuletzt eher beschnitten. Deep Research ist in der Verbraucher-App seit dem 18. August weg, der Nachfolger steckt im Abo. Deine Unterhaltungen speichert Microsoft laut Datenschutz-FAQ standardmäßig 18 Monate lang. Die Nutzung fürs Modelltraining lässt sich laut Microsoft jederzeit abschalten, ebenso die Personalisierung über das Gedächtnis. Heikler ist die Werbung, denn personalisierte Anzeigen in Copilot dürfen laut Microsofts Datenschutzseite den Chatverlauf und gespeicherte Erinnerungen verwenden. Abschalten lässt sich das direkt in Copilot unter Einstellungen, Personalisierung und „Personalisierung von Werbung zulassen“. Für alle Microsoft-Dienste auf einmal gibt es einen eigenen Schalter im Datenschutz-Dashboard. Nutzern unter 18 Jahren zeigt Copilot unabhängig davon keine personalisierte Werbung.

Fünf Minuten in den Einstellungen

Für gelegentliche Fragen reichen alle vier Gratis-Tarife. Die fünf Minuten in den Einstellungen lohnen sich trotzdem, bevor du Gesundheitsfragen, Verträge oder Firmeninterna eintippst. Bei ChatGPT und Gemini sind die datenhungrigen Optionen ab Werk an, bei Copilot kann die Werbung auf den Chatverlauf zugreifen, und bei Claude musst du selbst nachsehen, wie der Schalter steht. Bei Gemini hat das Abschalten einen Preis, denn dort hängen künftig die Skills an der Speicherung. Wer ohnehin mehrere Assistenten parallel nutzt, kann heikle Fragen gezielt dort stellen, wo das Training aus ist, und die übrigen für Alltägliches behalten.

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Autor: Steffen Zahn,  2.10.2026 (Update: 30.09.2026)