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ChatGPT: Das neue Datenschutzcenter schaltet nichts für dich ab

Bildschirmfoto des deutschen Datenschutzcenters in ChatGPT mit den Kacheln Erinnerung, Personalisierte Werbung und Standort
ⓘ Screenshot: Notebookcheck
Das neue Datenschutzcenter in ChatGPT bündelt sieben Themen und verweist für jede Änderung auf die Einstellungen.
Seit Montag liegt im Konto-Menü von ChatGPT ein Datenschutzcenter, auf Deutsch und auch im Gratis-Tarif. Es erklärt sieben Themen von den Erinnerungen bis zur Werbung und schickt dich für jede Änderung weiter in die Einstellungen. Drei Sätze darin lohnen den Umweg trotzdem, weil OpenAI dort aufschreibt, was die bekannten Schalter alles nicht tun.

Im Konto-Menü von ChatGPT steht seit dieser Woche ein neuer Eintrag. Er heißt Datenschutzcenter, liegt auf Deutsch vor und erscheint auch im Gratis-Tarif. OpenAI hat ihn am Montag in den eigenen Release Notes angekündigt. Wer ihn öffnet, bekommt eine aufgeräumte Übersicht über sieben Themen, von den Erinnerungen über die Werbung bis zum Löschen des Kontos. Ändern lässt sich dort nichts.

Wo der Eintrag liegt und wer ihn sieht

Im Browser führt der Weg über das Konto-Menü unten links, dann Hilfe, dann Datenschutzcenter. Auf dem iPhone und auf Android-Geräten sitzt der Punkt stattdessen in den Einstellungen. Direkt erreichbar ist die Seite unter chatgpt.com/privacy-center. In einem deutschen Gratis-Konto war sie am Dienstagvormittag vorhanden und vollständig übersetzt.

OpenAI nennt als Zielgruppe die angemeldeten Nutzer der Tarife Free, Go, Plus, Pro und Business, im Web und in den Apps für iOS und Android. Enterprise, Edu und ChatGPT for Healthcare bleiben außen vor. Der Rollout läuft gestaffelt, das Unternehmen schreibt selbst, dass der Punkt je nach Konto und App-Version noch fehlen kann. Welche der sieben Kacheln überhaupt auftauchen, hängt zusätzlich von Tarif, Region und Arbeitsbereich ab.

Was die Seite kann und was sie auslässt

Die Themen stecken in drei Klappen. Personalisierte Chats und Werbung sammelt die Erinnerung, die personalisierte Werbung und den Standort. Unter Chat-Datenschutz steht allein der temporäre Chat. Datennutzung und Zugriff führt Plugins und Apps, die Multi-Faktor-Authentifizierung, die Modellverbesserung sowie den Export und das Löschen der eigenen Daten. Jede Kachel öffnet ein Fenster mit drei bis vier Fragen und einer Schaltfläche namens Verwalten, und diese Schaltfläche trägt einen kleinen Pfeil, weil sie dich aus dem Center hinaus in die Einstellungen schickt.

OpenAI formuliert das in der eigenen Dokumentation ohne Umschweife. Die Datenschutzregler bleiben in den Settings, das Center erklärt sie und führt hin. Das Öffnen ändert keine Einstellung, löscht keine Daten und hebelt keine Vorgabe eines Arbeitgebers aus. Als Landkarte taugt die Seite also, als Schaltpult nicht.

Drei Sätze, die den Umweg lohnen

Im Fenster zur Erinnerung steht die Frage, was zu tun ist, wenn ChatGPT sich nichts merken soll. Die Antwort verlangt deutlich mehr als einen Klick. Um etwas vollständig zu entfernen, musst du laut OpenAI jede Quelle löschen, in der es vorkommt, einschließlich früherer Änderungen, archivierter Chats, Dateien und der Erinnerungszusammenfassung, und zusätzlich alle verbundenen Apps trennen, die diese Information enthalten könnten. Einen Chat zu löschen räumt die daraus entstandene Erinnerung also nicht mit weg.

Bei der Modellverbesserung fällt das Wort zukünftig. Schaltest du sie aus, fließen deine kommenden Chats nicht mehr in die Modelle von OpenAI. Die vorhandenen bleiben liegen, der Verlauf bleibt unberührt und an den Erinnerungseinstellungen ändert sich ebenfalls nichts. Das deckt sich mit dem, was wir im Magazin zum Trainings-Schalter bereits nachgezeichnet haben.

Der dritte Satz betrifft die Werbung. Wer die Personalisierung abschaltet, sieht weiterhin Anzeigen, ausgewählt nach dem laufenden Chat und nach groben Angaben wie ungefährem Standort und Gerätetyp. Zu sehen bekommen Anzeigen ohnehin nur die Tarife Free und Go, und loswerden lässt man sie in Deutschland nur mit einem Bezahlabo. Werbetreibende erhalten nach Angaben von OpenAI weder Chats noch Verlauf, Erinnerungen oder persönliche Daten.

So holst du etwas aus dem Besuch heraus

Nützlich ist die Seite als Inventur. Geh die sieben Kacheln einmal von oben nach unten durch und klick bei jeder auf Verwalten, dann stehst du nacheinander vor genau den Schaltern, die dein Konto betreffen. Zwei Punkte lohnen dabei besonders, weil sie schnell erledigt und trotzdem wirksam sind, nämlich die Multi-Faktor-Authentifizierung und der Blick in die Liste der verbundenen Apps. Wer tiefer graben will, findet unter Datennutzung und Zugriff auch den Export der eigenen Daten und den Knopf zum endgültigen Löschen des Kontos. Nicht zu sehen ist hier die Spur, die ChatGPT außerhalb der Anwendung hinterlässt, etwa über das Cookie __obi auf fremden Webseiten.

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Autor: Steffen Zahn, 22.09.2026 (Update: 22.09.2026)