ChatGPT Voice greift auf deine Apps zu, Senden nur per Fingertipp

OpenAI hat den Sprachmodus von ChatGPT am Mittwoch um den Zugriff auf verbundene Apps erweitert. Wer im Gespräch mit Live etwas zu seinen Mails, Terminen oder Slack-Nachrichten wissen will, bekommt die Antwort jetzt direkt aus dem jeweiligen Dienst. Die Funktion läuft im Browser sowie in den Apps für iOS und Android. Auch Free und Go sind dabei, dort allerdings nur mit den Plugins, die der jeweilige Tarif hergibt. Parallel landet der Sprachmodus in ChatGPT Work, dem Arbeitsbereich für Dokumente, Präsentationen und Tabellen, der Zugang zu Voice und zu Work voraussetzt.
Neue Zugriffsrechte entstehen dabei nicht. OpenAI schreibt ausdrücklich, dass bestehende App-Verbindungen, Berechtigungen und Nutzungslimits weiter gelten. Wer Gmail also schon mit Schreibrechten verbunden hat, wie es ChatGPT seit August auch für zwei Google-Konten parallel erlaubt, hat diese Rechte jetzt eben auch im Sprachmodus.
Freigabe nur am Bildschirm
Die wichtigste Grenze steht in der Hilfe zum Sprachmodus. Braucht eine Aktion deine Zustimmung, zeigt ChatGPT sie auf dem Display an, und dort tippst du auf Zulassen oder Ablehnen. Eine Freigabe per Sprache unterstützt OpenAI nicht. Ein gesprochenes „Ja, schick ab“ verschickt also keine Mail, selbst wenn ChatGPT den Entwurf gerade vorgelesen hat. Im Auto oder mit dem Handy in der Tasche endet der Auftrag deshalb an dieser Stelle, bis du auf das Display schaust.
Wann ChatGPT überhaupt fragt, regelt eine Einstellung, die viele nie geöffnet haben. Sie liegt unter Einstellungen, Plugins, Berechtigungen und kennt drei Stufen. Bei „Immer fragen“ holt ChatGPT schon vor dem Lesen von App-Daten deine Erlaubnis ein. „Lesetools zulassen“ liest ohne Nachfrage und fragt erst vor Änderungen. In einem Konto, das nie ein Plugin verbunden hatte, stand die Einstellung auf „Tools mit geringem Risiko zulassen“, damit genehmigt ChatGPT harmlose Werkzeuge selbst. Als heikel stuft OpenAI unter anderem das Senden von Mails, Nachrichten und Einladungen ein, dazu das Anlegen, Ändern und Löschen von Dateien sowie Zahlungen. Die Hilfe beschreibt zusätzlich eine vierte Stufe namens „Allow all actions“, bei der die Rückfrage ganz entfällt. Im geprüften privaten Konto tauchte sie nicht auf.
So trennst du eine App wieder
Für den Sprachmodus lohnt der Blick auf die Leserechte mehr als auf das Senden. Eine Frage wie „Was steht heute in meinem Postfach?“ beantwortet ChatGPT bei „Lesetools zulassen“ ohne Rückfrage aus Gmail, bei der Stufe für geringes Risiko in aller Regel ebenfalls. Wer das nicht möchte, stellt auf „Immer fragen“. Eine geänderte Berechtigung trennt die App allerdings nicht und nimmt auch keinen bereits erteilten Zugriff zurück, darauf weist OpenAI eigens hin. Dafür öffnest du unter Einstellungen, Plugins die betreffende App und trennst dort das Konto.
Die Gespräche selbst hinterlassen ebenfalls Spuren. Audioaufnahmen aus Live-Gesprächen bewahrt OpenAI laut Hilfeseite 30 Tage auf, gelöscht werden sie mit dem Chat, sofern keine Sicherheits- oder Rechtsgründe dagegensprechen. Wie wenig das neue Datenschutzcenter an solchen Voreinstellungen ändert, hat Notebookcheck vor wenigen Tagen gezeigt.
Quelle(n)
OpenAI Help Center: ChatGPT Voice FAQ, Freigabe am Bildschirm und Speicherdauer der Audioaufnahmen
OpenAI Help Center: App-Berechtigungen in ChatGPT verwalten und Apps trennen
9to5Mac: OpenAI erweitert ChatGPT Voice um Plugins für Mail, Kalender und Slack
TechCrunch: ChatGPT-App bekommt sprachgesteuerte Agentenfunktionen





