ChatGPT: Zwei Google-Konten im selben Chat, Schreibrechte inklusive

OpenAI hat am 28. August 2026 eine Grenze aufgehoben, an der sich viele Nutzer gestoßen haben. Bis dahin ließ sich pro Plugin genau ein Google-Konto verbinden. Jetzt nimmt ChatGPT mehrere Konten für Gmail, Google Kalender und Google Kontakte an, gleichzeitig und in derselben Unterhaltung. Als Beispiele nennen die Release Notes die Frage nach dem Tagesplan über beide Kalender hinweg und die Suche nach einer Mail in mehreren Postfächern.
Die Funktion steht laut OpenAI weltweit bereit, auf unterstützten Tarifen von Plus, Pro, Business und Enterprise, im Browser, auf dem Desktop, unter iOS und Android. Gratis-Konten und der Go-Tarif tauchen in der Aufzählung nicht auf.
Was die Freigabe für Gmail wirklich abdeckt
Interessant wird es bei den Berechtigungen, die ChatGPT sich dafür holt. OpenAI listet sie im Hilfeartikel zu den Google-Datenkontrollen einzeln auf, jeweils als sogenannten Bereich, im Original Scope. Ein Bereich beschreibt, welche Türen eine App im Google-Konto öffnen darf. Für Gmail steht dort gmail.modify, und Google selbst übersetzt diesen Bereich in seiner Entwicklerdokumentation mit den Worten "E-Mails über Ihr Gmail-Konto abrufen, verfassen und senden". Ausgenommen bleibt allein das endgültige Löschen am Papierkorb vorbei.
Beim Kalender fordert ChatGPT calendar.events an und damit Zugriff auf die Termine selbst statt nur auf eine Leseansicht. Google Kontakte bleibt als Einziges auf reines Lesen beschränkt. Wer jetzt ein zweites Konto anhängt, verdoppelt diesen Umfang schlicht. Beim Firmenkonto entscheidet zusätzlich der Google-Workspace-Administrator mit, welche dieser Bereiche überhaupt freigegeben sind, und ohne seine Zustimmung bricht die Verbindung mit einer Berechtigungsmeldung ab.
Der Trainings-Schalter deckt nicht jeden Weg ab
OpenAI schreibt klar, dass die allgemeinen Modelle nicht mit Daten aus verbundenen Google-Apps trainiert werden. Dieser Satz trägt drei Ausnahmen, von denen die dritte am wenigsten auffällt. Sie betrifft Inhalte, die in ChatGPTs eigener Antwort auftauchen. Die beiden anderen sind Unterhaltungen, die du per Daumen hoch oder runter als Feedback abschickst, und alles, was du selbst aus einer Google-App hineinkopierst oder hochlädst. Was der Trainings-Schalter sonst noch offen lässt, haben wir vergangene Woche auseinandergenommen.
Ist die Einstellung "Das Modell für alle verbessern" abgeschaltet, fallen diese Wege weg. Bei eingeschalteten Erinnerungen kann ChatGPT außerdem Informationen aus den verbundenen Konten in die Personalisierung übernehmen, vergleichbar mit dem, was inzwischen auch im temporären Chat möglich ist.
Trennen räumt weniger auf als gedacht
Ein Google-Konto lässt sich jederzeit wieder abhängen, in den Einstellungen von ChatGPT, und der Zugriff endet damit sofort. Bestehende Unterhaltungen und gespeicherte Erinnerungen bleiben davon unberührt, das schreibt OpenAI ausdrücklich, denn beides muss einzeln gelöscht werden. Für gelöschte Chats nennt das Unternehmen eine endgültige Entfernung innerhalb von 30 Tagen. Wer sein Konto ohnehin gerade durchgeht, sollte auch nachsehen, welche Anmeldungen ChatGPT für dich offen hält.





