Das wohl schlechteste Kamera-Setup 2026 in einem Mittelklasse-Smartphone kommt aus Deutschland

Das Gigaset GS6 Pro bietet dank einer abnehmbaren Glasrückseite gepaart mit einem IP68-Rating sowie einem austauschbaren Akku eine spannende Grundausstattung. Das Mittelklasse-Handy (Preise starten ab etwa 380 Euro, u.a. bei Amazon.de) enttäuscht in unserem Test allerdings im Bereich der Kameras.
Da aktuelle, sehr günstige Smartphones ebenfalls noch ihr Kamera-Setup für das Datenblatt „optimieren“, lassen wir die nur bedingt brauchbaren und sehr niedrig aufgelösten Ultraweitwinkel sowie Makro-Optik außen vor - hier haben wir schon den Produktionsstandort eingepreist, denn in der Preisklasse um 400 Euro gibt es deutlich bessere Begleitobjektive.
Unser größter Kritikpunkt beim Gigaset GS6 Pro betrifft den Bildsensor der Hauptkamera. Welche Komponenten der deutsche Hersteller verbaut, ist dem Datenblatt nicht zu entnehmen und wrde auch nicht offiziell kommuniziert – wohl nicht ohne Grund.
Im Vergleich zu einem Galaxy A57 oder Xiaomi 17T ist Fotoqualität des Gigaset-Handys schlecht
Mit Hilfe von Android-Apps, wir nutzen „Device Info HW“, können technische Daten über die Hardware ausgelesn werden. Die genauen Kamerasensoren werden zwar nicht benannt, allerdings die Größe. Ein Sensor mit 64 Megapixel und Abmessungen von 1/1.97 Zoll sowie native Pixel von 0,7 µm lassen mit großer Sicherheit Rückschlüsse auf den ISOCELL GW3.
Dieser Samsung-Sensor kam bereits im Jahr 2020 auf den Markt und liefert eine Bildqualität, die im aktuellen Konkurrenzfeld der Mittelklasse nicht mehr zeitgemäß ist. Zudem fehlt dem Gigaset eine optische Bildstabilisierung.
Während Schnappschüsse am Tag dank Pixel-Binning noch ordentlich aussehen, bricht die Bildqualität zusammen, sobald das Licht etwas schwächer wird. Das Resultat sind extrem verrauschte Bilder im Dunkeln.
Neben dem starken Bildrauschen entsteht beim Gigaset GS6 Pro auch ein unschöner, grieseliger Schleier auf den Fotos. Um das starke Rauschen zu unterdrücken, bearbeitet die Software die Bilder stark nach, wodurch feine Details und Strukturen verloren gehen – selbst im Schatten bei Tageslicht. Der Sensor neigt zudem helle Bereiche zu überbelichten. Auch die langsame Signalverarbeitung fällt auf, Fotos werden erst mit Verzögerung aufgenommen.
Die Entscheidung, im Jahr 2026 (sehr wahrscheinlich) auf einen Kamerasensor von 2020 zu setzen, ist selbst bei einem Konzept des GS6 Pro nicht nachvollziehbar. Zur besseren Einordnung, bereits ein Galaxy A52 setzte auf diesen Bildsensor.


Ob das in Deutschland gefertigte Mittelklasse-Smartphone, abseits der Kameras, dank der langen Updates und sehr guten Reparierbarkeit denoch eine Kaufempfehlung bekommt, lesen Sie in unserem Testbericht zum MediaTek Dimensity 7300-Handy.
Quelle(n)
Testbericht zum Gigaset GS6 Pro



















