Google Gemini: Von 14 neuen Apps laufen in Deutschland nur drei

Google hat am Mittwoch eine neue Runde verbundener Apps für Gemini gestartet. 14 Dienste kommen hinzu, von der Datenbank Airtable über Adobe bis zum Fitnessanbieter Peloton. Gemini soll damit Aufgaben direkt in diesen Apps erledigen, etwa ein Foto in Photoshop nachbessern, einen Trainingsplan anlegen oder den eigenen Kreditscore bei Experian abfragen. Verbinden lassen sich die Dienste in den Gemini-Einstellungen oder per @-Erwähnung im Chat.
Wer das in Deutschland ausprobieren will, landet schnell bei einer kurzen Liste. Google führt in einer eigenen Tabelle für jede verbundene App auf, wo sie verfügbar ist. Zehn der 14 neuen Apps tragen dort den Vermerk „Nur USA“, Zoho ist auf Indien beschränkt. Übrig bleiben Adobe, monday.com und Wispr AI. Neu ist das Muster nicht, schon bei der Gemini-App für Windows fehlte in Deutschland der Agent Spark.
Drei Apps, alle nur auf Englisch
Für diese drei nennt Google alle Länder, in denen Gemini und der jeweilige Dienst angeboten werden. Eine zweite Hürde gilt trotzdem. Alle 14 Apps funktionieren laut Tabelle nur, wenn Gemini auf Englisch eingestellt ist, und erst ab 18 Jahren. Adobe und Wispr AI verlangen außerdem ein privates Google-Konto, monday.com läuft auch mit Arbeits- und Schulkonten.
Adobe bringt nach eigenen Angaben Photoshop, Lightroom, Express und Firefly in Gemini und verteilt die Anbindung seit Donnerstag weltweit in allen Gemini-Tarifen. Nötig ist ein Adobe-Konto, das sich kostenlos anlegen lässt. Über monday.com verfolgt Gemini Projekte, Vertriebspipelines und Leads. Wispr AI durchsucht aufgezeichnete Besprechungen und persönliche Notizen und fasst sie zusammen. Google verteilt die neuen Apps schrittweise, sie tauchen also nicht bei allen Nutzern am selben Tag auf.
Trennen löscht nichts aus dem Verlauf
Vor dem Verbinden lohnt ein Blick auf eine Voraussetzung, die Google recht beiläufig erwähnt. Apps wie Adobe oder monday.com stehen nur zur Verfügung, solange die Einstellung „Aktivitäten speichern“ eingeschaltet ist, eine Ausnahme macht Google nur unter Android für Telefon, Messages, WhatsApp und die Gerätesteuerung. Was Gemini aus der App liest und im Chat verarbeitet, landet damit im Aktivitätsverlauf. Google nutzt diese Daten laut Privacy Hub auch, um Gemini zu verbessern, und einen Teil davon sehen sich menschliche Prüfer an. Wie lange solche geprüften Chats liegen bleiben, hat Notebookcheck bereits aufgeschlüsselt.
Beim Aufräumen zeigt sich, was das bedeutet. „Wenn Sie eine App trennen oder Daten in einer verbundenen App löschen, werden dadurch keine Daten aus dem Aktivitätsverlauf in Gemini-Apps gelöscht“, schreibt Google. In der Gegenrichtung sieht es genauso aus. Was Gemini an Adobe oder monday.com weitergereicht hat, bewahrt der Anbieter nach seinen eigenen Richtlinien auf, auch wenn du den Gemini-Verlauf leerst. Die Verbindung selbst trennst du in den Gemini-Einstellungen unter „Verbundene Apps“, jede App einzeln. Wer die Spuren vollständig beseitigen will, löscht danach zusätzlich im Aktivitätsverlauf von Gemini und beim jeweiligen Anbieter.





