Claude: Cowork und Chat werden eins, ein Zurück gibt es nicht

Anthropic hat die Änderung am Mittwoch angekündigt, also am 16. September 2026, und sie betrifft jeden, der Claude bezahlt. Claude Cowork und der gewöhnliche Chat verschmelzen zu einer einzigen Oberfläche. Bisher musstest du vor dem Start entscheiden, wo eine Aufgabe hingehört, und genau diese Wahl fällt nun weg. Du beschreibst, was du brauchst, und Claude sucht sich die Werkzeuge selbst, vom kurzen Nachschlagen bis zu einem Bericht, der stundenlang in der Cloud weiterläuft, während dein Rechner aus ist.
Woran du erkennst, ob dein Konto schon umgestellt ist
Der Rollout läuft gestaffelt und beginnt bei den Plänen Pro und Max, im Browser, auf dem Desktop und auf dem Handy. Laut Anthropics Hilfebereich werden selbst Konten auf demselben Plan zu unterschiedlichen Zeitpunkten umgezogen. Ob es dich schon erwischt hat, siehst du am Eingabefeld, denn solange dort die beiden Schalter für Chat und Cowork stehen, hast du die neue Fassung noch nicht. Freischalten lässt sie sich nicht, man wird umgestellt.
Interessanter als der Zeitpunkt ist die Fahrtrichtung, denn sobald dein Konto umgezogen ist, kommst du nicht mehr zu den getrennten Bereichen zurück. Chats, Aufgaben, Projekte, Konnektoren und Skills wandern mit, alte Cowork-Aufgaben lassen sich weiterführen. Team und Free folgen später, ein Datum nennt Anthropic dafür nicht. Firmenkunden bekommen mindestens 30 Tage Vorlauf, bevor sich bei ihnen etwas ändert.
Docs und Slides gibt es nicht im Gratis-Konto
Neu dazugekommen sind zwei Werkzeuge, die Claude direkt im Gespräch baut. Claude Docs erzeugt Dokumente, an denen du gemeinsam mit Claude und mit Kollegen schreibst, samt Kommentaren und Freigabe über einen Link. Claude Slides entwirft Präsentationen, die du direkt bearbeiten, aus Claude heraus vorführen oder als PowerPoint oder PDF herunterladen kannst. Claude Design, seit April ein eigener Bereich, arbeitet jetzt ebenfalls mitten im Gespräch. Alle drei laufen als Beta auf den Bezahlplänen. Im Gratis-Konto stehen sie also vorerst nicht zur Verfügung, und in Firmen entscheiden die Administratoren, wann sie aufgehen. Anthropic zieht die Abo-Grenze damit ähnlich wie beim Modell Fable 5.1, das im Pro-Paket ebenfalls fehlte.
Wie viel Claude allein entscheiden darf
Im Eingabefeld sitzt ein Schalter für die Selbständigkeit. Voreingestellt ist Manual, dann fragt Claude vor jeder Aktion nach und du gibst sie einzeln frei. Wer auf Auto umstellt, lässt die Software durchlaufen, vor jeder Aktion greifen automatische Sicherheitsprüfungen. Die Einstellung gilt jeweils für das ganze Gespräch und lässt sich jederzeit ändern. Anthropic rät selbst dazu, bei Vorgängen mit echten Folgen dabeizubleiben, also beim Verschicken von Nachrichten oder beim Ändern wichtiger Dateien. Vor dem endgültigen Löschen einer Datei fragt Claude ohnehin nach.
Diese Lücken nennt Anthropic selbst
Der Import aus GitHub fehlt in der neuen Fassung, ebenso die Möglichkeit, ein Gespräch an einer früheren Stelle abzuzweigen. Inkognito-Chats öffnen sich weiterhin in der alten Oberfläche und erzeugen dort keine Dateien. Die Suche erfasst alte Cowork-Aufgaben nicht, die findest du nur über ihren Namen in der Liste der letzten Unterhaltungen. Den Schalter für die Websuche hat Anthropic gestrichen, Claude sucht von sich aus, wenn es der Aufgabe hilft. Auch beim Verbrauch bittet das Unternehmen um Nachsicht, denn während der Umstellung wird er für umgestellte und nicht umgestellte Konten etwas unterschiedlich gemessen. Lange Aufträge mit Websuche, Code und fertigen Dateien fressen mehr Kontingent als eine kurze Frage. Bei der Konkurrenz ging die Bewegung in dieser Woche in die andere Richtung, dort hat OpenAI sein Plus-Abo gerade erst umgebaut.






