Der Roadster 2 ist der am schnellsten ladende Tesla mit 4680-Sportbatterie

Tesla gibt die Reichweite seines neuesten Roadster mit über 300 Meilen pro Ladung an. Wer den Supersportwagen auf die Rennstrecke bringt, um seine irrwitzigen Beschleunigungswerte zu testen, dürfte die Batterie aber schnell leeren fahren. Laut Teslas Chefingenieur Lars Moravy muss der Roadster bei Vollgas auf der Rennstrecke möglicherweise alle halbe Stunde geladen werden. Das Team hat eine spezielle 4680-Batterie entwickelt, um eine dauerhaft hohe Leistung zu ermöglichen.
Der Roadster nutzt dasselbe zylindrische 4680-Zellformat und dieselbe 800-V-Antriebsarchitektur wie der Cybertruck und der Semi. Moravys Team hat jedoch die Batteriechemie und den Aufbau angepasst, damit sich die Batterie in zehn Minuten nachladen lässt. Damit wird der Roadster zum am schnellsten ladenden Tesla-Pkw.
Natürlich ist eine Ladung von 15 auf 80 % in zehn Minuten nicht gerade beeindruckend im Vergleich zum Flash-Charge-System von BYD, das in derselben Zeit eine nahezu vollständige Ladung von 10 auf 97 % schafft. Für ein Elektroauto von Tesla ist das aber immer noch sehr schnell. Es wäre auch interessant, mehr über die Änderungen am 4680-Batteriepaket zu erfahren, die solch schnelles Laden ermöglichen. Schließlich wurden Teslas zylindrische Zellen mit dem Ziel entwickelt, die Kosten um 50 % zu senken, statt Leistungs- oder Laderekorde aufzustellen.
Tatsächlich hat Tesla bei der 4680-Batterie schon seit der Ausstattung der ersten Model-Y-Fahrzeuge mit der ersten Zellgeneration Schwierigkeiten mit der Ladekurve. Der Cybertruck, der 4680-Cybercells der zweiten Generation und einen 800-V-Antriebsstrang nutzt, hat selbst an Teslas 500 kW starken V4-Superchargern Probleme, die Ladeleistung aufrechtzuerhalten. Ein Teardown-Vergleich zwischen BYD-Blade- und 4680-Zellen zeigte bei Teslas Batterie eine geringere Energiedichte und eine schlechtere thermische Effizienz.
Nachdem Tesla das Produktionsverfahren für die Trockenkathode gemeistert hatte, verfeinerte das Unternehmen den Fertigungsprozess seiner 4680-Batterie dennoch weiter. Ziel war es, sie zur pro kWh kostengünstigsten in den USA produzierten Zelle zu machen. Offenbar ist es dabei gelungen, die Zellchemie so weit zu verbessern, dass der Roadster in zehn Minuten nachgeladen werden kann. Moravy erwähnt lediglich, dass die 4680-Zellen eine auf hohe Leistung ausgelegte Chemie und leichtere Aluminiumgehäuse anstelle von Stahlgehäusen aufweisen. Die beidseitige Kühlung könnte jedoch einer der Gründe sein, warum das Batteriepaket nun höhere Ladeleistungen länger aufrechterhalten kann.
Zehn Minuten sind auch für Tesla ein echter Fortschritt, denn in den USA sind die nächsten Konkurrenten im Premiumsegment der Porsche Taycan und der Audi e-tron GT. Sie erreichen in der Spitze 320 kW, was für eine Ladung von 10 auf 80 % in rund 18 Minuten ausreicht. Auf dem Papier lädt der Roadster noch schneller, allerdings beginnt die Messung erst bei einem Ladestand von 15 %. Der eigentliche Test steht noch bevor: wenn Teslas fliegendes Auto auf der Rennstrecke unterwegs ist und mehrmals am Tag schnellgeladen werden muss.
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Quelle(n)
Lars Moravy (Hagerty/YT)








