Der Dungeons-&-Dragons-Spielleiter „Llewellian“ hat auf Reddit eine Geschichte geteilt, die zeigt, wie ein Pen-and-Paper-Game nicht nur unterhalten, sondern auch Leben verändern kann. Llewellian leitet regelmäßig Dungeons and Dragons-Runden für Kinder und Jugendliche in einem Jugendzentrum. Eines Tages bat er einen neuen, etwa 12-jährigen Spieler, sich die „gelben Gästewürfel“ zu nehmen. Der Junge griff jedoch zu durchsichtigen Würfeln. Später sollten die Kinder mit einem leuchtend gelben Marker ihren Weg auf einer weißen Papierkarte einzeichnen – doch der Junge erklärte: „Der Stift muss kaputt sein, es kommt keine Farbe raus.“ Die anderen sahen die Linie deutlich, er offenbar nicht.
Der Spielleiter reagierte sensibel: Er unterbrach die Runde, testete spielerisch die Farberkennung des Jungen und stellte fest, dass er einige Farben nicht korrekt erkennt. Ohne das Kind bloßzustellen, wechselte er zum grünen Marker und setzte das Spiel fort. Beim Abholen sprach er die Mutter diskret an und empfahl einen Besuch beim Arzt. Als der Junge wieder in das Jugendzentrum kam, teilte er dem Spielleiter mit, dass ihm eine Gleb-Blau-Schwäche (Tritanopie) diagnostiziert wurde. Die Mutter besorgte ihm daraufhin dunkelrote Würfel mit weißen Zahlen, die er besser erkennen kann.
In den Kommentaren auf Reddit schilderten viele Nutzer eigene Erfahrungen mit Farbsehstörungen – oft erst spät entdeckt, teils durch Schule, Videospiele oder den Militärdienst. Mehrere berichteten von Missverständnissen oder Benachteiligung in der Kindheit. Llewellians einfühlsamer Umgang wurde vielfach gelobt: „Du bist ein toller DM und eine großartige Person“.
Die Geschichte wirft auch einen Blick auf die seltene Tritanopie, bei der Betroffene Gelb- und Blautöne schwer unterscheiden können. Weniger als ein Prozent der Bevölkerung sind betroffen, bei Männern häufiger als bei Frauen. Besonders bei geringem Kontrast – etwa Gelb auf Weiß – verschwimmen die Farben zu Weiß oder Grau. Für Lehrkräfte und Dozenten ist der Fall ein bekanntes Phänomen: Farbsehstörungen fallen oft nur zufällig auf. Experten fordern daher frühere und häufigere Tests, etwa mithilfe von Online-Vortests wie dem Ishihara-Test, der aber keine ärztliche Untersuchung ersetzt.














