Dieser Mini-PC schlägt die Steam Machine im SteamOS-Gaming-Test, hat aber einen Haken

Die Steam Machine dürfte nicht der Hardware-Durchbruch sein, auf den viele Gamer gehofft haben. Trotzdem bringt Valves Ankündigung womöglich die wichtigere Neuerung mit sich: die offizielle Veröffentlichung von SteamOS 3.8 für herkömmliche Gaming-PCs. Mit dem aktuellen Update lässt sich Valves Linux-basiertes Betriebssystem nun auf kompatibler Desktop-Hardware installieren, wodurch eine eigene Steam Machine auch ohne Kauf von Valves Konsole möglich wird.
Zum Zeitpunkt des Artikels bietet SteamOS eine solide Unterstützung für AMD-basierte Systeme, die meisten kompatiblen Geräte laufen ohne größere Probleme. Die Unterstützung für Nvidia-GPUs ist weiterhin weniger ausgereift, auch wenn aktuelle Berichte darauf hindeuten, dass Valve gemeinsam mit Nvidia an einer besseren Kompatibilität für künftige Updates arbeitet.
Die Verfügbarkeit von SteamOS auf herkömmlichen PCs verringert zudem die Bedeutung von Valves eigener Hardware. Sollte die Steam Machine wegen Komponentenknappheit oder begrenzter Verfügbarkeit teuer werden, lässt sich alternativ ein kompatibler Gaming-PC mit AMD-Hardware bauen oder kaufen, SteamOS installieren und ein weitgehend ähnliches konsolenartiges Nutzungserlebnis erzielen.

Genau das hat der YouTuber ETA Prime vor Kurzem demonstriert. In einem neuen Video hat er SteamOS auf einem AMD Ryzen AI Halo Mini-PC installiert, der mit dem Ryzen AI Max+ 395 ausgestattet ist, einem Zen-5-Prozessor mit 16 Kernen, 32 Threads und Boost-Taktraten von bis zu 5,1GHz sowie einer integrierten Radeon 8060S mit 40 Compute Units auf Basis von RDNA 3.5. Zum Vergleich: In der Steam Machine arbeitet eine semi-custom AMD-Zen-4-CPU mit 6 Kernen, kombiniert mit einer RDNA-3-GPU mit 28 Compute Units und 8GB dediziertem VRAM.
Im Video hat der YouTuber bestätigt, dass das System mit SteamOS 3.8.14 läuft. Für eine möglichst hohe Spieleleistung hat er 96GB des gemeinsam genutzten Speichers des Ryzen AI Max+ 395 als VRAM zugewiesen, wodurch 31GB als Systemspeicher übrig geblieben sind. Für den Leistungstest hat ETA Prime sämtliche Upscaling-Verfahren deaktiviert und Shadow of the Tomb Raider in 1080p, 1440p und 4K mit dem Preset Very High bei nativer Auflösung getestet. In allen drei Auflösungen hat der AMD-Mini-PC mit SteamOS die Steam Machine durchgehend übertroffen.
In 1080p hat das System durchschnittlich 138 FPS erreicht, während die Steam Machine auf 118 FPS gekommen ist. Das entspricht einem Vorsprung von 17 Prozent. In 1440p ist der Abstand leicht gewachsen, mit 103 FPS für das Ryzen-System gegenüber 86 FPS. Den größten Unterschied hat es in 4K gegeben. Dort hat der Mini-PC 62 FPS erreicht und damit 41 Prozent mehr als die Steam Machine mit 44 FPS. ETA Prime hat außerdem Cyberpunk 2077 mit dem Preset Ultra, nativer Darstellung und ohne Upscaling getestet.
Auch hier hat der Mini-PC mit AMD Ryzen AI Max+ 395 die Steam Machine in jeder getesteten Auflösung klar hinter sich gelassen. In 1080p hat er durchschnittlich 84 FPS erreicht, während die Steam Machine auf 74 FPS gekommen ist. Das entspricht einem Plus von 14 Prozent. In 1440p ist der Abstand leicht größer ausgefallen, mit 52 FPS für das Ryzen-System gegenüber 45 FPS. Am deutlichsten ist der Unterschied in 4K gewesen, wo der Ryzen AI Max+ 395 27 FPS erreicht hat, während die Steam Machine bei 18 FPS gelegen hat. Das entspricht einem Leistungsvorteil von 50 Prozent.



Zuletzt hat ETA Prime auch Horizon Zero Dawn Remastered mit dem Preset Very High, nativer Darstellung und ohne FSR getestet. In 1080p kommt der AMD-Mini-PC im Schnitt auf 72 FPS, die Steam Machine auf 58 FPS, ein Plus von 24 Prozent.
In 1440p fällt der Vorsprung etwas kleiner aus. Das Ryzen-System liefert 56 FPS, die Steam Machine 48 FPS, was einem Vorteil von 17 Prozent entspricht. In 4K behält der Ryzen AI Max+395 einen Vorsprung von 23 Prozent und erreicht 32 FPS, während die Steam Machine auf 26 FPS kommt.
Angesichts der deutlich höheren Leistung stellt sich als Nächstes die Frage nach dem Preis dieses konkreten AMD-Mini-PCs. Die Antwort: Er kostet rund 3.506 Euro. Zum Vergleich: Die Steam Machine startet bei 1.039 Euro. Für die gezeigten Leistungsgewinne ergibt es daher kaum Sinn, so viel zusätzliches Geld auszugeben.
Stattdessen bietet sich der GMKtec EVO-X2 AI Mini PC an, der denselben Ryzen AI Max+395 für weniger Geld nutzt. Der wichtigste Haken: Diese Konfiguration ist mit 64GB LPDDR5X-RAM ausgestattet, dadurch lassen sich nicht wie im Video von ETA Prime 96GB als VRAM reservieren.
Selbst dann dürfte es beim Gaming kaum einen spürbaren Unterschied machen, mehr als 32GB als VRAM zuzuweisen, da derzeit keine Consumer-GPU mehr als 32GB VRAM bietet.
ETA Prime hat auf dem AMD-Mini-PC außerdem weitere Spiele wie Crimson Desert, Forza Horizon 6, Elden Ring, Doom: The Dark Ages und Marvel's Spider-Man 2 getestet. Das vollständige, ausführliche Testvideo ist unten verlinkt.




