EU gibt grünes Licht: JD.com übernimmt MediaMarkt

Die Übernahme der Ceconomy AG durch den chinesischen Online-Giganten JD.com steht unmittelbar vor dem Abschluss. Nach nationalen FDI-Prüfungen in Europa und heftigen diplomatischen Spannungen hat nun auch die Europäische Kommission die finale Genehmigung erteilt.
Fakten im Überblick:
- EU-Kommission genehmigt Übernahme der MediaMarkt-Mutter nach Subventionsprüfung unter Auflagen
- Chinesisches Justizministerium drohte im August 2026 mit Gegenmaßnahmen und untersagte Inlands-Auskünfte
- Zehnjährige Verpflichtungen sollen unfaire Wettbewerbsvorteile und Quersubventionierungen verhindern
Geopolitische Spannungen und chinesische Gegenmaßnahmen
Der EU-Prüfung nach der Verordnung über ausländische Subventionen ging ein intensiver Streit voraus. Die EU-Wettbewerbshüter untersuchten mögliche staatliche Subventionen, günstige Kredite und Steuervergünstigungen für JD.com aus Peking. Im August 2026 reagierte das chinesische Justizministerium scharf auf die datenintensiven Auskunftsersuchen aus Brüssel, warf der EU unfaire Maßstäbe vor und verbot inländischen Stellen jegliche Unterstützung der europäischen Ermittlungen, während Peking zugleich mit Gegenmaßnahmen drohte.
Auflagen und Wettbewerbsschutz im Binnenmarkt
Trotz der diplomatischen Verwerfungen konnte der Deal nun durch verbindliche Abhilfemaßnahmen finalisiert werden. Um wettbewerbsverzerrende Quersubventionierungen auszuschließen, müssen JD.com und Ceconomy sämtliche konzerninternen Transaktionen und Finanzierungen für die Dauer von zehn Jahren strikt zu marktüblichen Bedingungen abwickeln. Zudem wird die Logistik- und Technologieinfrastruktur im europäischen Raum für Drittanbieter geöffnet. Ein unabhängiger Treuhänder überwacht die vollständige Einhaltung dieser Vorgaben.
Die Zukunft von MediMarkt und Saturn
Das operative Geschäft von MediaMarkt und Saturn läuft unverändert weiter. Der Vorstand behält die Führung, während JD.com langfristige Garantien für die Standorte, Marken und rund 50.000 Beschäftigten zugesichert hat.
Quelle(n)
Ceconomy, EU-Kommission, Chinesisches Justizministerium Bildquelle: Ceconomy





