Ein kurzer Blick auf Ugreens USB-C-Kabel mit Display und Touchknopf

Beim Stöbern durch Amazon haben wir vor Kurzem ein USB-C-Kabel entdeckt, dass von einem bekannten Hersteller kommt und trotzdem ein Display bietet. Ugreen bietet so ein Kabel nämlich mit 1 oder 2 Metern Länge für 23 respektive 16 Euro. Das ist nicht günstig, doch das Display machte uns neugierig, denn es zeigt nicht nur die Watt-Werte an, sondern auch Ampere und Spannung. Und das Ganze auf dem Stecker selbst und nicht auf einem Zwischenstück.
Wir bestellten also kurzerhand das Kabel, um es auszuprobieren. Beim Auspacken war es erst einmal nichts Besonderes. Typisch ist die Stoffummantelung, die bei der Kabelsalat-Entwirrung meist hilft. Die Stecker sind ordentlich gefertigt und der Knickschutz macht auch einen guten Eindruck. Wobei man diesen wahrscheinlich erst mal ein Jahr lang nutzen muss, um die Qualität zu beurteilen.
Eine USB-IF-Zertifizierung spart sich Ugreen, wie die meisten Hersteller. Damit fehlen auch die Pflichtinformationen, was das Kabel eigentlich kann. Immerhin schreibt man auf einer Seite 240w auf das Kabel. Es sollte also bis zu 48 Volt und 5 Ampere funktionieren.
Das Display ist ein bisschen größer als bei typischen Display-Kabeln, die man auf dem Markt findet. Aber der Stecker bleibt noch im Rahmen. Das Kabel mitzunehmen ist kein Problem. Dank des großen Displays passen dafür alle drei wichtigen Elemente, die man zur Beurteilung der Stromverbindung braucht. Wurde die richtige Spannung ausgehandelt? Oder klappt der Sprung von 3 auf 5 Ampere? Das lässt sich sofort ablesen. Und natürlich muss man die Watt-Werte nicht selbst multiplizieren.
Eine kleine Touchfläche gibt es noch als Bedienung. Lange gedrückt halten deaktiviert das Display. Ein kurzer Druck schaltet zwischen Querformat- oder Hochformat-Darstellung. Das ist praktisch für Smartphones, deren Buchse in der Regel unten ist. An Notebook- oder Tablet-Nutzer hat man aber nur zum Teil gedacht. Denn das Display bietet nur für das Einstecken auf der rechten Seite des Geräts die korrekte Orientierung. Auf unserem Macbook Pro M5 passt das. Unser Macbook Pro M1 hat, genauso wie das Fujitsu Lifebook U729 die Buchse aber nur auf der linken Seite.
Genauigkeit des Displays
Die Abweichungen im Vergleich zu unserem Messtecker AZZHy C3 sind im mittleren Bereich in Ordnung. 43 Watt wurden bei beiden angezeigt. Beim Ampere-Wert lag der Ugreen-Stecker bei 2,1 A und der C3 bei 2,2A. Im unteren Bereich wird es dann schwierig. Es gibt nämlich nur die Stufen 0,0 Watt, 0,5 Watt und 1,0 Watt, soweit wir es beobachtet haben. Bei 0,3 Watt zeigt der Ugreen-Stecker gerne mal 0,0 Watt. Damit ist das Kabel nur bedingt zum Laden von Kleingeräten geeignet, falls einem die Werte wichtig sind.
Übrigens, der C3 ist eigentlich nicht für Spannungen jenseits der 26 Volt geeignet. Interessanterweise konnten wir aber trotzdem eine Powerbank mit 140 Watt aufladen, also 28 Volt. Leider haben wir keine Gegenstellen jenseits der 28 Volt. In diesem kurzen Blick auf das Kabel müssen wir diesen Teil also auslassen. Wir möchten hier aber auch nochmal gesondert darauf hinweisen, dass auch der C3, der allgemein als recht genau gilt, kein professionelles Messequipment ersetzt, wenn es um hohe Genauigkeiten geht.
Insgesamt gefällt uns das Kabel aber. Es bietet einen schnellen Überblick mit mehr als nur der Leistungsaufnahme. Dass das Kabel aber für Notebooks mit einer Ladebuchse auf der rechten Seite ist, finden wir leicht ungünstig. Von den fünf Notebooks mit USB Typ C in unserem Fundus hat nur eines auf der rechten Seite einen entsprechenden Port. Zugegebenermaßen sind unsere Notebooks meist aus einer älteren Generation und irgendwie gewöhnt man sich auch dran, das Display umgekehrt oder im Hochkantmodus zu lesen.

Quelle(n)
Eigene Recherchen





