Fable 5 hilft nach Comeback offenbar weiterhin bei der Planung von Cyberangriffen

Anthropic hat die KI-Modelle Fable 5 und Mythos 5 am 12. Juni 2026 gesperrt, weil das Unternehmen nach eigenen Angaben Exportkontrollen des US-Handelsministeriums einhalten musste. Am 1. Juli hat Anthropic den Zugang zu beiden Modellen laut eigener Stellungnahme wiederhergestellt, nachdem das Handelsministerium diese Beschränkungen aufgehoben hatte.
Noch am selben Tag hat der Forscher Alec Armbruster einen Blogbeitrag veröffentlicht, laut dem Fable 5 weiterhin bereit ist, bei der Planung von Cyberangriffen zu helfen. Armbruster zufolge hatte er bereits Wochen vor der Sperrung festgestellt, dass sich das Modell mit einfachen Methoden statt fortgeschrittenen Jailbreaks dazu bewegen ließ, bei der Planung der Ausnutzung bekannter Schwachstellen in IoT-Geräten zu helfen, bei denen es sich nicht um Zero-Days handelt. Dadurch sinkt die technische Hürde für solche Angriffe erheblich.
Nach der erneuten Freischaltung am 1. Juli hat Armbruster nach eigenen Angaben das Modell erneut über die von Cursor vermittelte Anthropic-API getestet. Dabei hat er die Anfrage hypothetisch formuliert und als defensive Sicherheitsforschung dargestellt. Fable 5 habe daraufhin erneut detaillierte Ausgaben zur Planung eines Botnet-Angriffs erstellt, inklusive Verweisen auf reale IoT-Geräte mit unveränderten Standard-Zugangsdaten. Im Vergleich zur Zeit vor der Sperrung sei keine erkennbare Änderung des Sicherheitsverhaltens festzustellen gewesen.
Armbruster gibt außerdem an, vergleichbare Prompts mit GLM-5.2, GPT-5.5 und Claude Opus 4.8 getestet zu haben. Diese Modelle hätten die Aufgabe abgelehnt oder nicht vollständig ausgeführt, anders als Fable 5 am Tag seiner Rückkehr.
Dabei ist zu beachten, dass diese Behauptungen aus einem einzelnen unabhängigen Blogbeitrag stammen und bislang weder unabhängig überprüft noch von Anthropic bestätigt worden sind. Die beschriebenen Screenshots und die Testmethodik sind nicht von anderen Forschern bestätigt worden, zudem hat sich Anthropic zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht öffentlich zu den konkreten Vorwürfen geäußert.











