Für 25.000 Euro: Elektrischer VW Polo kommt Tesla Model 2 zuvor

Teslas wechselhafter Umgang mit einem günstigen Elektroauto für den Massenmarkt, das weitläufig als Model 2 bezeichnet wird, bekommt in Europa ausgerechnet durch Volkswagen Konkurrenz.
Der neue VW ID. Polo startet zu Preisen ab 24.995 Euro und kann bereits vorbestellt werden, anders als Teslas dauerhaft verschobenes Project Redwood "Next-gen Vehicle", das möglicherweise nie erscheinen wird.
Preis und Batterie des VW ID. Polo
Mit einem Einstiegspreis von knapp unter 25.000 Euro setzt der VW ID. Polo auf einen 37-kWh-LFP-Akku und einen eher bescheidenen 114-PS-Motor. Damit ist er klar als Stadtauto positioniert, das sich auch für gelegentliche Wochenendausflüge eignet, solange diese nicht zu weit aus dem näheren Umfeld hinausführen, denn das Laden dauert etwa eine halbe Stunde.
Interessant wird der ID. Polo allerdings in der Version mit 52-kWh-NMC-Akku, die zufällig dieselbe Akkugröße bietet, die auch für das Tesla Model 2 erwartet worden ist. Der Elektromotor an der Vorderachse leistet 211 PS, die WLTP-Reichweite liegt bei bis zu 454 km, was nach EPA-Maßstab voraussichtlich etwa 435 km pro Ladung entsprechen würde. DC-Schnellladen gehört in der gesamten Modellreihe zur Serienausstattung, der Basisakku lädt in rund 27 Minuten von 10 auf 80 Prozent.
Teslas erwartetes Model 2 dürfte derweil offenbar ein Phantomprodukt bleiben. Berichten zufolge hat Tesla ein eigenständiges günstiges Modell aufgegeben und sich stattdessen darauf konzentriert, die Produktionskosten seiner Verkaufsschlager Model 3 und Model Y zu senken. In der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen für Q1 hat Elon Musk die Hoffnung geäußert, dass das autonome zweisitzige Cybercab, das in die Massenproduktion geht, auch potenzielle Model-2-Kunden ansprechen wird, sofern die Zulassung für das pedallose und fahrerlose Auto erfolgt.
Teslas neuer Produktionsansatz sollte die Fertigungskosten gegenüber der Model-3-Plattform um rund 50 Prozent senken, was darauf hindeutet, dass das Ziel von 25.000 US-Dollar erreichbar ist, insbesondere in Form eines Cybercab, dessen Massenproduktion nur 15.000 Dollar kosten könnte. VW hat die Kosten des ID. Polo hingegen durch den Einsatz von "Cell-to-Pack" Akkutechnik gesenkt, wodurch die Energiedichte um rund 10 Prozent steigt und zugleich Platz gespart wird.
Im Innenraum hat VW nach seinem neuen Ergonomiekonzept endlich wieder physische Tasten zurückgebracht, mit echten Schaltern für Klima, Warnblinkanlage und Fensterheber. Statt einer kleinen Rebellion gegen die von Tesla geprägte und von VW früher kopierte Touchscreen-Ära hat sich der Trend inzwischen vollständig gedreht, da Regulierungsbehörden und Nutzer zunehmend physische Tasten und Schalter fordern.
Falls Tesla irgendwann ein kleines Model-2-Schrägheck im Stil eines Miniatur-Model-Y auf den Markt bringt, könnte das Unternehmen dennoch am reinen Touchscreen-Konzept festhalten und nur dort Bedienelemente einbauen, wo Regulierungsbehörden sie verlangen, da Tesla zur Einhaltung seiner Preisziele meist auf einen stark reduzierten Innenraum setzt. Kurz gesagt würden beide Autos dieselbe Käufergruppe ansprechen, doch bislang existiert nur eines davon und ist bereits erhältlich. Der Preis von 33.795 Euro für den VW ID. Polo mit größerem 52-kWh-Akku dürfte jedoch weit von dem entfernt sein, was Kunden ohne Förderung als günstiges Elektroauto betrachten würden.











