Ford tritt gegen unveröffentlichtes Tesla Model 2 und Cybercab an: Günstiger E-Pickup für $30.000 auf neuer Budget-Plattform

Angesichts einer „existenziellen Bedrohung“ durch chinesische Autos und eines schwächelnden Elektroauto-Marktes hat Ford seine erste dedizierte universelle E-Plattform (UEV) entwickelt, um kostengünstige Fahrzeuge zu ermöglichen.
Das Unternehmen wird einen elektrischen Pick-up auf den Markt bringen, der nur etwa die Hälfte des Ford F-150 Lightning kosten soll – also in etwa so viel wie das sprichwörtliche, aber nie realisierte Tesla Model 2. Es wird sich dabei natürlich um einen Midsize-Pickup mit einer kleineren Batterie handeln, aber der immense Aufwand, den Ford betrieben hat, um diesen Preispunkt zu erreichen, ist dennoch beeindruckend.
Fords 30.000-Dollar-Elektroauto setzt auf hohe Effizienz
Fords 30.000-Dollar-Elektroauto (etwa 25.340 Euro) setzt voll auf Effizienzgewinne: Die aerodynamische Effizienz des Pick-ups übertrifft die jedes anderen in den USA verkauften Trucks. Anstelle der über hundert Einzelteile, die bei anderen Midsize-Pickups wie dem Maverick verbaut werden, besteht seine Struktur aus zwei Aluminiumhälften – ähnlich dem Gigacasting-Ansatz von Tesla.
Ein weiterer, von Tesla inspirierter Clou ist Fords erste 48-Volt-Niedervolt-Fahrzeugarchitektur. Wie beim Cybertruck reduziert diese die Anzahl der elektrischen Komponenten und die benötigte Kabellänge im gesamten Fahrzeug drastisch. Das Ergebnis: Fords erschwinglicher Elektro-Pick-up benötigt weniger Teile, weniger Bauzeit und 600 Arbeitskräfte weniger im Werk in Louisville, Kentucky. Zudem setzt Ford auf ein strukturelles LiFePO4-Batteriepack, bei dem die Zellen Teil des Fahrgestells sind, was die Kosten weiter senkt.
Der 30.000-Dollar-Pick-up wird bei seinem Marktstart im Jahr 2027 sogar das einfachste Tesla Model 3 preislich unterbieten. Dies könnte nach milliardenschweren Abschreibungen auf die ersten E-Auto-Bemühungen eine neue Ära in Fords Strategie markieren. Ford steht damit nicht allein da: Die gesamte Automobilindustrie verlor etwa 65 Milliarden Dollar, als der E-Auto-Markt aufgrund hoher Preise und verhaltener Nachfrage sowie dem Auslaufen staatlicher Steuergutschriften einbrach.
Auch Tesla bildet keine Ausnahme: Das Unternehmen verzeichnete im letzten Jahr den ersten jährlichen Umsatzrückgang, strich seine hochpreisigen Model-S/X-Fahrzeuge und führte Finanzierungsangebote mit niedrigen Zinssätzen ein, um die schwächelnden Verkäufe des Model Y anzukurbeln. „Man wird sie nicht schlagen können, ohne bei den Kosten fast gleichzuziehen. Aber dann muss man mit Innovationen nachlegen”, erklärte Jim Farley. Der Leiter des UEV-Teams fügte hinzu, dass Kunden keine „abgespeckten Fahrzeuge ohne Ausstattung“ wollen.
In dieser Hinsicht werde der günstige Truck eine positive Überraschung sein. Ford plant beispielsweise, im Jahr 2028 autonomes Fahren einzuführen – zu geringeren Kosten als bei vergleichbaren Systemen – und die Plattform auch für ein Ridesharing-Fahrzeug ähnlich dem Tesla Cybercab zu nutzen.









