Tesla steht im Premium-Segment für Elektrofahrzeuge unter enormem Wettbewerbsdruck. Daher hat das Unternehmen beschlossen, sich vollständig von seinen legendärsten Fahrzeugen, dem Model X und Model S, zu trennen – nur wenige Monate nach deren letztem Refresh – und sich stattdessen auf günstigere E-Autos zu konzentrieren.
Der neue Volvo EX60 ist beispielsweise ein zwei Tonnen schweres SUV mit einer Reichweite von etwa 640 Kilometern pro Ladung. Damit kommt das Fahrzeug fast an die Reichweite der Model-S-Limousine heran, Teslas Fahrzeug mit der größten Ausdauer. Dennoch ist der Volvo 30 % günstiger als das Model X und bietet gleichzeitig einen modernen 800-Volt-Antrieb sowie ein hochwertigeres Interieur.
Das Model S steht vor einem ähnlichen Problem: Es ist etwa 20 % teurer als beispielsweise der Lucid Air Touring, bietet aber ähnliche technische Daten und weniger Komfortfeatures. Da es immer offensichtlicher wird, dass Tesla im Premium-Segment preislich nicht mehr mithalten kann, wurde das Aus für das Model X und das Model S beschlossen.
Wann werden Model X und Model S eingestellt?
- April-Mai 2026
Tesla wird die Produktion des Model S und Model X bis Juni 2026 einstellen, die Besitzer jedoch weiterhin unterstützen. Elon Musk nannte einen vagen „Wandel hin zu einer autonomen Zukunft“ als Grund für das Aus, doch die Realität ist schlichtweg, dass sich die genannten Fahrzeuge nicht verkaufen. Die Verkaufszahlen von Model S und Model X sind im Jahresvergleich um 50 % eingebrochen, und Teslas Kategorie „Sonstige Fahrzeuge“ in der Absatzstatistik ist ohnehin vernachlässigbar.
Genau wie der Cybertruck kosten diese Fahrzeuge weit über 100.000 US-Dollar (etwa 84.000 Euro), bieten jedoch einen veralteten Antrieb, langsames Laden und ein Interieur, das in dieser Preisklasse zu wünschen übrig lässt. Da können auch Flügeltüren oder Drei-Motoren-Setups mit 1.000 PS nichts mehr retten.
Was passiert mit dem Cybertruck?
Tesla grübelt zudem darüber nach, was mit dem Cybertruck geschehen soll, der sich sogar noch schlechter verkauft als das Model X oder Model S. Nach Versuchen, die Bestände in Ländern wie den Vereinigten Arabischen Emiraten auf den Markt zu bringen, überlegt Tesla nun, ihn stattdessen als „autonomes Arbeitstier“ zu vermarkten.
„Wir werden die Cybertruck-Linie auf eine rein autonome Linie umstellen“, schwärmte Musk. „Es gibt viel Fracht, die lokal innerhalb einer Stadt transportiert werden muss, und ein autonomer Cybertruck könnte dafür sehr nützlich sein.“ Mit anderen Worten: Tesla ist sich selbst nicht sicher, welche Daseinsberechtigung der Cybertruck hat.
Damit stehen nun alle Premium-Fahrzeuge für Privatkunden auf dem Prüfstand (oder vor dem Aus). Tesla begann mit Luxus-Elektroautos, aber für diese gibt es nun keinen Markt mehr – zumindest nicht für Teslas Angebote. Offenbar entwickelt sich das Unternehmen zu einem Anbieter, der nur noch Mittelklasse-Modelle wie das Model Y oder Model 3 verkauft. Die Flächen im Werk in Fremont, auf denen bisher das Model S und Model X gefertigt wurden, sollen künftig für die Produktion von Optimus-Robotern und Solaranlagen genutzt werden.













