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GSM-R-Ausfall: Stau der Güterzüge wird Tage dauern

GSM-R-Ausfall trifft die nachts fahrenden Güterzüge besonders. (Symbolbild)
ⓘ Die Güterbahnen / NEE
GSM-R-Ausfall trifft die nachts fahrenden Güterzüge besonders. (Symbolbild)
Während nach dem Zugfunkausfall (GSM-R) der Personenverkehr auf deutschen Schienen wieder weitestgehend läuft, haben die Eisenbahnunternehmen mit Güterwaggons hinter ihren Loks größere Probleme. Es ist ein großer Stau entstanden. Das liegt daran, dass Güterzüge verstärkt in der Nacht fahren.

Nach de Ausfall des Zugfunk-Systems GSM-R hat sich die Lage im Bahnverkehr im Personenverkehr recht schnell wieder eingespielt. Regionalzüge, S-Bahnen und Fernzüge fahren wieder, wenn auch hin und wieder mit getauschten Zügen.

Schlimmer hat es hingegen die Logistikbranche getroffen, die die Infrastruktur der DB Infrago für den Güterverkehr nutzt. Noch am 24. Juni stand die Hälfte der Güterzüge still, wie der Lobbyverein Netzwerk Europäischer Eisenbahnen (NEE), der als Die Güterbahnen auftritt, per Pressemitteilung bekanntgab.

Das Problem hierbei: Die Züge können nicht einfach getauscht werden. Im Personenverkehr kann hingegen auch mal schnell ein anderer, vergleichbarer Zugtyp eingesetzt werden.  Beispielsweise lässt sich ein ICE 2 auch mal durch einen ICE 1 austauschen, um so den Betrieb zu stabilisieren. Es gibt zwar Ausnahmen im deutschen Streckennetz, wo nicht jeder ICE fahren darf, doch prinzipiell sind flexible Lösungen möglich. Auch wenn zwei ICE des gleichen Typs zwischen München und Hamburg an falscher Stelle stehen, gibt es keine Probleme. Hier merkt der Fahrgast nicht mal, dass er im falschen Zug der gleichen Baureihe sitzt.

Bei den Güterbahnen ist das jedoch komplizierter. Zum einen fahren die Züge verstärkt in der Nacht. Als das GSM-R-System ausfiel, war der Personenverkehr schon dabei, sich auf den Feierabend des 23. Juni vorzubereiten. Die Anzahl der Züge reduzierte sich.

Das ist dann die Zeit, in der für Güterzüge viel Platz auf den Gleisen der Deutschen Bahn ist. Sie beanspruchen also entsprechend viele Trassen im Netz. Als Folge traf der GSM-R-Ausfall die Güterzüge besonders hart, mit einem entsprechenden Durcheinander. Dazu kommt, dass Güterzüge zusammengestellt werden. Einzelwagenverkehr ist im Personenverkehr, beispielsweise über sogenannte Kurswagen, in Deutschland kaum noch zu sehen.

Im Güterzug sind hingegen oft Situationen zu beobachten, dass viele Waggons ganz unterschiedliche Ziele haben. Das System kommt mit einer bundesweiten in Probleme. Waren kommen zu spät an und durch die größere Spezialisierung fehlen mitunter die passenden Waggons, um später die Waren aufzunehmen, da diese sich verspäten. Ein S-Bahn-Fahrgast passt auch in einen ICE, vereinfacht gesagt. Aber Milch bekommt man nicht auf einen Rungenwagen, es braucht eine Kesselwaggon.

Züge stehen am 26. Juni teilweise noch immer dank GSM-R-Ausfall

Noch am 26. Juni sah die Lage laut den Güterbahnen entsprechend schlecht aus. Noch immer standen zum 26. Juni einige Güterzüge still. Neele Wesseln, Geschäftsführerin der Güterbahnen sagte dazu: "Unsere Züge stehen teilweise noch immer still, weil sie stundenlang auf einen Fahrplan warten. Während für Reisende schnell Taxi- und Hotelgutscheine organisiert wurden, warten die Güterbahnen bis heute auf Signale, wie die InfraGO den entstandenen wirtschaftlichen Schaden abfedern will."

Die Herausforderungen bleiben also hoch. Denn Güterzüge haben im Netz der Deutschen Bahn keine Priorität. Kommt ein ICE von hinten angefahren, heißt es für Güterzüge häufig, dass sie in ein Überholgleis müssen (siehe Überblick zum 740-Meter-Netz von DB-Watch). Manchmal werden sie aber auch in das linke Gleis geführt und können langsam weiterfahren. Beides sorgt dafür, dass der ICE idealerweise ohne Einschränkungen in vollem Tempo den Güterzug überholt. Der Güterzug muss hingegen stoppen, respektive beim Wechsel ins Gegengleis über Weichen mitunter etwas abbremsen. Letzteres geht auch nur, wenn auf der Strecke kein Gegenverkehr sich nähert.

Bei den notwendigen Fahrplänen für die Güterzüge sieht es nicht besser aus. Die Güterbahnen beschweren sich, dass sie von DB Infrago, da sie zu lange auf Fahrpläne warten müssen. Man befürchtet nun unnötige Leerfahrten innerhalb der Logistikkette, um benötigte Waggons an ihre Positionen zu bringen. Auch Verspätungen von Waren sind zu erwarten.

Aufgrund der Priorisierung des Personenverkehrs leiden die Betreiber von Güterzügen im deutschen Netz aktuell ohnehin unter Einschränkungen. Im Rahmen der zahlreichen Generalsanierungen bekommen nämlich vor allem Fernzüge kürzere Umwege. Regionalverkehr wird zuweilen ausgedünnt und Güterzüge müssen enorme Umwege zu ihrem Ziel fahren. Über baubedingte Einschränkungen beschweren sich Die Güterbahnen mitunter wöchentlich – weitestgehend unbemerkt. Denn Güterzüge haben auch in der Gesellschaft eine geringe Priorität, sie werden nicht wahrgenommen.

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Diverse (siehe Links im Haupttext)

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> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2025-10 > GSM-R-Ausfall: Stau der Güterzüge wird Tage dauern
Autor: Andreas Sebayang, 27.06.2026 (Update: 27.06.2026)