Gebrauchter Gaming-PC für 500 Euro: Viel Leistung, aber ein Haken

Es sind harte Zeiten für Gamer. Angesichts steigender Speicherpreise ist der Hardware-Kauf derzeit so schmerzlich für den Geldbeutel wie noch nie – vor allem im Hinblick auf RAM, SSDs und Grafikkarten. Wer etwas Aufwand betreibt und einige Kompromisse eingeht, kann aber trotzdem noch einen Gaming-tauglichen PC für vergleichsweise kleines Geld bekommen. Das beweist ein aktuelles Experiment von HardwareDealz. Ziel war es, einen möglichst leistungsstarken PC aus gebrauchten Teilen mit einem sehr knapp bemessenen Budget von 500 Euro zusammenzubauen.
In die Tat umgesetzt, entstand aus diesem Vorhaben ein Gaming-PC, der sich durchaus ins Leistungssegment der gehobenen Mittelklasse einordnen lässt. Enthalten sind folgende Komponenten:
- CPU, Mainboard, RAM: AMD Ryzen 5 5600X, ASUS ROG Strix B550-F Gaming und 32 GB G.Skill Trident Z Neo DDR4-3600 – 175 Euro
- Grafikkarte: Nvidia GeForce RTX 3070 Ti – 190 Euro
- SSD: Kingston KC3000, 1 TB, PCIe Gen 4 – 75 Euro
- Netzteil: 550-Watt-Gold-Netzteil – 28 Euro
- CPU-Kühler: gebrauchter Kühler – 5 Euro
- Gehäuse: Phanteks Enthoo Evolv ATX – 20 Euro
- Gesamtpreis: 493 Euro
Der wohl wichtigste Fund war ein gebrauchtes Bundle aus AMD Ryzen 5 5600X CPU, ASUS ROG Strix B550-F Gaming-Mainboard und 32 GB G.Skill RAM für 175 Euro. Hätte man alle genannten Komponenten separat kaufen müssen, wäre das Einhalten der 500-Euro-Grenze eventuell schwierig geworden. Eine Portion Glück gehört beim Gebrauchtkauf also auch mit dazu.
Starke Performance, aber die Sache hat einen Haken
Im Hinblick auf die Leistung dürfte der gebrauchte PC den meisten aktuellen Spielen gewachsen sein. In Cyberpunk 2077 erreicht er laut HardwareDealz jedenfalls in 1440p mit DLSS Quality und Ultra-Settings ohne Raytracing etwa 65 bis 70 FPS. In Fortnite sind in WQHD mit epischem Preset und DLSS Quality rund 150 FPS möglich. Auch anspruchsvolle Titel wie Crimson Desert und Resident Evil Requiem laufen laut HardwareDealz mit hohen Einstellungen flüssig. Der Flaschenhals des Systems dürften die 8 GB VRAM der RTX 3070 Ti, die bei hohen Grafikeinstellungen schnell an ihre Grenzen kommen. Das ist aber ein geläufiges Problem bei Mittelklasse-Grafikkarten.
Eine wichtige Erkenntnis für alle, die einen gebrauchten Gaming-PC in Erwägung ziehen, zeigt sich im GPU-Test: Die gebrauchte RTX 3070 Ti wird zunächst sehr heiß, laut und taktet herunter. Nach dem Öffnen der Karte und dem Tausch der Wärmeleitpaste sinkt die Temperatur deutlich. Insbesondere beim Online-Kauf lassen sich Hardware-Mängel kaum vorhersehen. Bei der gebrauchten RTX 3070 Ti ließ sich das Problem leicht beheben. Beschädigter VRAM oder verschlissene Lüfterlager lassen sich hingegen nicht so leicht reparieren. Dieses Risiko gilt es beim Gebrauchtkauf einzukalkulieren – insbesondere mit Blick auf fehlende Gewährleistungsansprüche beim Privatkauf.
Quelle(n)
HardwareDealz via YouTube










