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Google zeigt die Zukunft von Sideloading auf Android

Das Sideloading von Apps auf Android-Smartphones wird komplizierter
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Das Sideloading von Apps auf Android-Smartphones wird komplizierter
Google hat einen ersten Ausblick und eine Roadmap für die Zukunft des Sideloadings unter Android veröffentlicht und erläutert, wie das neue, als "Advanced Flow" bezeichnete System funktioniert. Das Unternehmen hat zudem klargestellt, dass dabei die Authentizität des Entwicklers überprüft werden soll, nicht die App oder deren Bezugsquelle.

Die Freiheiten bei der Installation von Android-Apps außerhalb des Play Store werden schon bald deutlich eingeschränkt. In weniger als 135 Tagen ändert Google das Verfahren für das sogenannte Sideloading. Open-Source- und andere Drittanbieter-Apps lassen sich dann nicht mehr so unkompliziert mit wenigen Fingertipps installieren wie bisher. Nun hat Google einen ersten Ausblick darauf gegeben, wie das Sideloading unter Android künftig funktionieren soll.

Die Informationen stammen von Mishaal Rahman, Googles Manager für Community-Engagement, der im Subreddit r/Android mit der Verteilung der ersten Version des sogenannten "Advanced Flow" begonnen hat. Die Funktion wird schrittweise freigeschaltet und dürfte daher noch nicht überall verfügbar sein, soll aber in den kommenden Wochen weitere Geräte erreichen. Der Beitrag erläutert außerdem Googles weitere Pläne für das Sideloading und die praktische Funktionsweise des Systems.

Google hatte die kommenden Einschränkungen bereits im März angekündigt. Künftig müssen sämtliche Entwickler von Android-Apps bei Google registriert sein. Anwendungen nicht registrierter Entwickler lassen sich nur noch über den "Advanced Flow" installieren. Das Verfahren ist vergleichsweise umständlich und umfasst folgende Schritte:

  1. Zunächst müssen die Entwickleroptionen auf dem Smartphone aktiviert werden, sofern dies noch nicht geschehen ist. Dazu wird unter Einstellungen > Mein Smartphone/Über das Smartphone siebenmal auf "Build-Nummer" getippt. Anschließend erscheint eine Aufforderung, den Vorgang über die Displaysperre zu bestätigen.
  2. Nach der Aktivierung wird in den Entwickleroptionen der Eintrag "Apps von nicht verifizierten Entwicklern" geöffnet.
  3. Anschließend muss "Apps von nicht verifizierten Entwicklern zulassen" aktiviert werden.
  4. Danach ist eine erneute Bestätigung über die Displaysperre erforderlich.
  5. Zusätzlich muss bestätigt werden, dass die Änderung nicht auf Druck einer anderen Person erfolgt.
  6. Anschließend muss das Smartphone neu gestartet und 24 Stunden gewartet werden.
  7. Nach Ablauf der 24 Stunden lässt sich in derselben Einstellung festlegen, ob Apps nicht verifizierter Entwickler für sieben Tage oder dauerhaft zugelassen werden sollen.

Selbst nach der Aktivierung erscheint bei der Installation einer solchen App weiterhin eine Warnung. Über die Schaltfläche "Trotzdem installieren" kann der Vorgang jedoch fortgesetzt werden. Mit dem "Advanced Flow" will Google Betrugsversuche erschweren, bei denen Entwickler schädlicher Apps Nutzer zur Installation ihrer Anwendungen bewegen.

Ein deutlich restriktiverer Weg zu Installationen und Updates

Rahmans Beitrag beantwortet zudem einige naheliegende Fragen. Die Entwickleroptionen müssen nicht dauerhaft aktiviert bleiben, damit der "Advanced Flow" eingeschaltet bleibt. Wird die Funktion versehentlich deaktiviert, kann sie innerhalb von zehn Minuten ohne Neustart und erneute Wartezeit von 24 Stunden wieder eingeschaltet werden. Der "Advanced Flow" gilt auch für Updates. Wird er nach der Installation einer App deaktiviert, sind Aktualisierungen erst nach einer erneuten Aktivierung möglich. Lediglich Installationen über ADB umgehen das neue Verfahren.

Parallel dazu wird der "Android Developer Verifier System Service" verteilt, der sich bereits manuell über den Google Play Store installieren lässt. Dies deutet darauf hin, dass der "Advanced Flow" früher verfügbar werden könnte. Die verpflichtende Entwicklerverifizierung tritt am 30. September zunächst in Brasilien, Indonesien, Singapur und Thailand in Kraft. Sie betrifft anfangs Apps aus Google Play, dem HONOR App Market, dem OPPO App Market, dem Galaxy Store, dem Palm Store, dem V-Appstore und GetApps. Im Jahr 2027 sollen sämtliche Regionen und Installationswege einbezogen werden.

In weiten Teilen der Community stoßen die Änderungen auf Ablehnung. Zumindest die Kommentare auf Reddit stellen deren Wirksamkeit infrage. Besonders häufig wird kritisiert, dass Updates für bereits installierte Apps nicht registrierter Entwickler ebenfalls blockiert werden.

Rahman hat daraufhin erklärt, dass manche schädlichen Apps zunächst über längere Zeit Vertrauen aufbauen und ihr Verhalten erst mit späteren Updates ändern. Zudem richte sich die Überprüfung gegen den Entwickler und nicht gegen die App selbst. Daher spiele es keine Rolle, ob eine Anwendung über F-Droid oder einen anderen App-Store heruntergeladen worden ist. Unabhängig von der Bewertung der Maßnahmen steht Android damit vor einer grundlegenden Veränderung: Für die Installation von Apps außerhalb etablierter App-Stores wird künftig ein verpflichtendes und vergleichsweise umständliches Verfahren erforderlich.

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Autor: Rahim Amir Noorali, 19.08.2026 (Update: 19.08.2026)