Pixel-11-Serie erhält still und heimlich exklusives Haptik-Feature

Google hat der Pixel-11-Serie still und heimlich ein nützliches kleines Feature spendiert – ohne es in den Launch-Materialien überhaupt zu erwähnen. Besitzer eines Pixel 11 können nun festlegen, welches Vibrationsmuster ihr Smartphone bei Anrufen und Benachrichtigungen verwendet, und einzelnen Kontakten sogar ein eigenes Muster zuweisen.
Ganz neu ist die Funktion allerdings nicht. Android Authority entdeckte sie bereits Anfang des vergangenen Jahres bei einer APK-Analyse der Google-Sounds-App. Eine damals noch unveröffentlichte Version zeigte, dass Google separate Vibrationsoptionen für Klingeltöne und Benachrichtigungen vorbereitete. Die Möglichkeit, bestimmten Kontakten individuelle Muster zuzuweisen, tauchte später im September im Code von Google Kontakte auf. Beide Funktionen sind nun auf dem Pixel 11 verfügbar.
Die Vibrationsmuster für Klingeltöne finden sich unter Einstellungen > Ton & Vibration > Klingelton > Vibration. Google schlägt abhängig vom ausgewählten Klingelton ein passendes Muster vor, sodass die Kombination direkt funktioniert. Das Muster lässt sich jedoch jederzeit gegen ein anderes aus der Liste austauschen. Zur Auswahl stehen unter anderem Classic Long Vibration, Heartbeat und Gears. Die Vibration kann außerdem beim Durchsuchen der Klingeltöne im Menü „Sound Collection“ angepasst werden.
Benachrichtigungen erhalten einen eigenen Satz an Vibrationsmustern unter Einstellungen > Ton & Vibration > Benachrichtigung > Vibration. Dort stehen unter anderem Classic Short Vibration, Rattlesnake und Pulse zur Verfügung. Die Muster unterscheiden sich dabei nicht nur in ihrer Länge, sondern auch deutlich in ihrem Charakter. Einige bestehen aus kurzen, knackigen Impulsen, andere aus längeren und komplexeren Sequenzen. Die Bezeichnungen vermitteln dabei bereits recht gut, wie sich die jeweilige Vibration anfühlt.
Besonders praktisch ist die Möglichkeit, einzelnen Kontakten bestimmte Muster zuzuweisen. Dazu wird in der Kontakte-App der gewünschte Kontakt ausgewählt und anschließend über „Klingelton des Kontakts“ > „Vibration“ eines der verfügbaren Muster festgelegt. So lässt sich etwa einem Familienmitglied ein anderes Muster zuweisen als einem Kollegen – und schon kann man allein anhand der Vibration in der Hosentasche erkennen, wer anruft. Das ist auch aus Sicht der Barrierefreiheit ein echter Vorteil, etwa für Nutzer, die ihr Smartphone häufig stummgeschaltet haben, in lauten Umgebungen arbeiten oder nicht ohne Weiteres auf das Display schauen können.
Google ist mit dieser Funktion allerdings vergleichsweise spät dran. Apple bietet individuelle Vibrationsmuster pro Kontakt bereits seit iOS 5 an, und auch verschiedene Android-Oberflächen haben im Laufe der Jahre ähnliche Funktionen eingeführt. Googles Umsetzung ist dafür besonders sauber in die Haptik-Hardware der Pixel-Smartphones integriert, deren Vibrationsmotoren bereits seit mehreren Generationen zu den besseren im Android-Bereich zählen.
Vorerst bleibt die Funktion der Pixel-11-Serie vorbehalten. Google hat noch nicht mitgeteilt, ob ältere Pixel-Modelle sie mit einem zukünftigen Pixel Drop erhalten werden. Einen offensichtlichen Hardware-Grund dagegen gibt es nicht, da die Geräte trotz gemeinsamer Software grundsätzlich ähnliche Haptik-Motoren verwenden. Bis Google etwas anderes ankündigt, bleibt das Feature damit ein Verkaufsargument für das Pixel 11.
















