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Huawei Mate 50-Serie in China gelauncht: Wir verpassen die ersten Kamera-Flaggschiffe mit 10-fach variabler Blende

Die Huawei Mate 50-Serie bietet als erste Smartphones der Welt eine variable Blende mit 10-Stops, fast so wie bei echten DSLR und Mirrorless-Objektiven. (Bild. Huawei)
Die Huawei Mate 50-Serie bietet als erste Smartphones der Welt eine variable Blende mit 10-Stops, fast so wie bei echten DSLR und Mirrorless-Objektiven. (Bild. Huawei)
Es ist schon irgendwie auch eine Tragödie. Selbst wenn die in China gerade gelaunchte Huawei Mate 50-Serie irgendwann doch nach Europa kommen sollte - kaum einer wird mangels Google-Services und 5G-Modem darauf setzen wollen, obwohl sich die Huawei-Techniker in Sachen Kamera mal wieder als Innovatoren der Branche beweisen. Huawei Mate 50, Mate 50 Pro und Mate 50 RS als Porsche Edition sind die ersten Smartphones mit variabler 10-Stop Blende im Miniformat, dazu gibt es erstmals eine Satellitenanbindung.

Die politischen Aspekte der US-Sanktionen mal außen vor gelassen - sie haben uns als Tech-Enthusiasten durchaus geschadet. Wer weiß, was uns Huawei in Kombination mit Leica in den letzten Jahren so alles gebracht hätte, wenn der ehemals gerade Apple als zweitgrößtem Smartphone-Hersteller der Welt gefährlich gewordene Huawei-Konzern nicht durch die US-Sanktionen massiv geschwächt worden wäre.

Und dennoch zeigt Huawei auch jetzt, mehr als drei Jahre nach dem Beginn des US-Banns, dass man im Smartphone-Kamera-Bereich noch eine innovative Kraft ist, die hier etwas Neues beitragen kann, wenngleich viel weniger Endkunden davon profitieren werden als in Zeiten von Huawei P30 und Co. Variable Blenden im Smartphone gab es durchaus schon mal in der Vergangenheit, insbesondere von Sony und Samsung, sie waren bisher aber auf zwei Stops, also zwei unterschiedliche Blendenwerte begrenzt.

In der Mate 50-Serie will Huawei nun eine echte variable Blende mit 10 unterschiedlichen Blendenstufen zwischen F/1.4 und F/4.0 etablieren womit kreativen Photographen vielfältige Möglichkeiten offen stehen, etwa um die Tiefenschärfe zu beeinflussen, was bis dato praktisch nur mit großen DSLR- oder Mirrorless-Objektiven möglich ist. Auch ohne Leica-Zusammenarbeit - die wechselten ja bekanntlich zu Xiaomi - will Huawei der Welt also zeigen, wofür der neue XIMAGE-Marketing-Begriff steht.

Die erste echte variable Blende in einer Smartphone-Kamera findet man in der Huawei Mate 50-Serie.
Die erste echte variable Blende in einer Smartphone-Kamera findet man in der Huawei Mate 50-Serie.

Mit Snapdragon 8+ Gen 1 4G am Puls der Zeit

Wer sich im Detail für die Datenblätter der neuen Mate 50-Serie interessiert, hier die direkten Links zu den chinesischen Produktseiten der drei Mate 50-Modelle (Mate 50 | Mate 50 Pro | Mate 50 RS). Alle drei basieren auf einer neuen 4G-Version des aktuellen Snapdragon 8+ Gen 1, Huawei will also im Rahmen seiner aktuellen Möglichkeiten am Puls der Zeit bleiben, muss allerdings weiterhin auf ein 5G-Modem verzichten. Optisch unterscheiden sich Mate 50 und Mate 50 Pro kaum voneinander, die Porsche-Edition setzt sich mit ihrem kantigen Design deutlich ab.

Alle drei Mate 50-Kameras mit variabler Blende

Die Unterschiede zwischen Mate 50, Mate 50 Pro und Mate 50 RS muss man im Datenblatt schon genauer suchen. Das  Basismodell hat ein 6,7 Zoll OLED mit 90 Hz, das Pro-Modell ein 6,74 Zoll OLED mit 120 Hz, an der Front unterscheiden sich beide durch Punchhole beziehungsweise Notch, nur das Pro hat eine 3D-Tiefenkamera analog zu Apples Face ID für die sichere Gesichtserkennung. Das Mate 50 RS ähnelt in punkto Display dem Pro-Modell. Bei der rückseitigen Triple-Cam bieten alle drei Mate 50-Flaggschiffe die 50 Megapixel Hauptkamera mit F/1.4 bis F/4.0 Blende sowie OIS, als Sensor kommt wieder einer mit Huaweis typischer RYYB-Matrix für mehr Lichtstärke zum Einsatz.

Huawei nennt die neue Ringkamera im Mate 50 "Ultra-Aperture-Cine-Camera".
Huawei nennt die neue Ringkamera im Mate 50 "Ultra-Aperture-Cine-Camera".

Unterschiede bei den Periskop-Zoom-Kameras der Mate 50-Serie

Auch die 13 Megapixel Ultraweitwinkel-Kamera mit fixer F/2.2 Blende ist bei allen drei Mate 50-Varianten gleich, beim Telefoto-Shooter finden wir allerdings wieder deutliche Unterschiede. Alle drei haben eine Periskop-Optik mit OIS an Bord, beim Mate 50 ist es eine 12 Megapixel 5x-Zoom-Kamera mit 125 mm Brennweite und F/3.4 Blende, beim Mate 50 Pro eine 64 Megapixel-Kamera mit F/3.5 Blende und 3,5-fachem optischem Zoom sowie 90 mm Brennweite und beim Mate 50 RS schließlich eine 48 Megapixel Zoomkamera mit "Super-Macro-Funktion", 3,5x Zoom (90 mm Brennweite) und lichtstärkerer F/3.0 Blende. Die Selfie-Cam ist jeweils eine 13 Megapixel Ultraweitwinkel-Cam mit F/2.4 Blende.

Preise in China und Satellitenkommunikation

Die Spatzen pfiffen es ja bereits von den Dächern: Noch bevor Apple beim iPhone 14 die Anbindung an Satelliten für Notrufe verkünden wird, bietet Huawei mit dem Mate 50 in China Ähnliches. Laut dieser Info im Huwei-Weibo wird dazu die App "Changlian" benötigt, Messages können auch ohne Mobilfunkabdeckung über Beidou-Navigations-Satelliten verschickt werden. In China startet das Basismodell der Mate 50-Serie mit 128 GB Speicher um 4.999 Yuan (726 Euro), das Mate 50 Pro startet mit 256 GB Speicher um 6799 Yuan (988 Euro). Von beiden gibt es jeweils noch etwas teurere Versionen mit mehr Speicher. Wer auf das Mate 50 RS mit seiner "Super Macro Telekamera" spitzt, bekommt fix 512 GB Speicher und muss mit 12.999 Yuan rechnen (1.900 Euro). Günstiger ist Huawei also nicht geworden, sehr wohl aber exklusiver. Wer rein nur die Kamera mit variabler Blende benötigt, wird das Mate 50 wohl bald auch über Importshops nach Europa schicken können, zu einem globalen Launch liegen noch keine Informationen vor.

Wie erwartet wirbt Huawei mit der Mate 50-Serie auch mit der Satelliten-Anbindung.
Wie erwartet wirbt Huawei mit der Mate 50-Serie auch mit der Satelliten-Anbindung.

Quelle(n)

Huawei Weibo Huawei China (1, 2, 3)

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Autor: Alexander Fagot,  6.09.2022 (Update:  6.09.2022)