Cloud-9 wurde vor drei Jahren erstmals beobachtet. Die Entdeckung erfolgte im Rahmen einer radioastronomischen Durchmusterung mit dem „Five-hundred-meter Aperture Spherical Telescope“ (FAST). Damals konnten die Astronomen darin keine Sterne nachweisen, vermuteten jedoch, dass die Instrumente schlichtweg nicht empfindlich genug waren.
Bei einer aktuellen Beobachtung detektierte das bodengestützte „Very Large Array“ (VLA) Radiodaten von Cloud-9, woraufhin die „Advanced Camera for Surveys“ des Hubble-Weltraumteleskops eingesetzt wurde, um die Wolke genauer zu untersuchen. Zur Überraschung der Astronomen konnten auch hierbei keine Sterne innerhalb der Wolke gefunden werden. „Bevor wir Hubble nutzten, konnte man noch argumentieren, dass es sich um eine lichtschwache Zwerggalaxie handelt, die wir mit bodengestützten Teleskopen einfach nicht sehen konnten”, sagte Hauptautor Gagandeep Anand vom Space Telescope Science Institute (STScI). „Aber mit der Advanced Camera for Surveys von Hubble können wir nun mit Sicherheit sagen, dass dort nichts ist.“
Astronomen hatten bereits eine Theorie, welche die Existenz solcher sternloser, gasreicher und von dunkler Materie geprägter Wolken stützt. Doch dies ist das erste Mal, dass tatsächlich eine entdeckt wurde. Diese Wolken werden „Reionization-Limited H I Clouds“ (RELHICs) genannt. Es handelt sich dabei um fossile Überreste aus dem frühen Universum, die reich an neutralem Wasserstoff (H I) sind. Die Wolke wird als „gescheiterte Galaxie“ bezeichnet – eine Wolke, die nie genug Masse ansammelte, um in sich zusammenzustürzen und die Sternentstehung zu zünden.
Die Entdeckung dieser RELHIC deutet darauf hin, dass es im Universum noch viele weitere solcher Objekte geben könnte. Zudem ermöglicht sie Astronomen einen Blick in das frühe Universum, da diese Objekte als Relikte der frühen Galaxienbildung gelten. Die Ergebnisse der Studie wurden im Astrophysical Journal Letters veröffentlicht.
Quelle(n)
The Astrophysical Journal Letters via NASA
Bildquelle: NASA, ESA, VLA, Gagandeep Anand (STScI), Alejandro Benitez-Llambay (Universität von Mailand-Bicocca) und Joseph DePasquale (STScI)













