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Der Dwarf Mini ist der neue günstige Einstieg in die Astrofotografie (Bildquelle: Marc Zander, Notebookcheck)

Dwarf Mini: Das kompakte smarte Teleskop für großartige Astrofotos

Klein trifft kompakt: Das smarte Dwarf Mini Astrofotografie-Teleskop im Test

Mit dem Dwarf 2 und 3 hat das Unternehmen Dwarflab Fans der Astrofotografie das Fotografieren der Galaxie vereinfacht. Jetzt schrumpfen sie den Zwerg weiter: Voilà, der Dwarf Mini stellt sich vor.
Marc Zander, Andrea Grüblinger Veröffentlicht am
Zubehör Astronomy / Space Gadget

Ein gelungenes Astro-Teleskop, nicht nur für Fans

Der Dwarf Mini überrascht im Test: Die auf dem Papier halbierte Auflösung gegenüber dem Dwarf 3 fällt bei den ausgezeichneten Fotoergebnissen nicht ins Gewicht. Für wen also ist der Dwarf Mini geeignet? Wenn man bereits einen Dwarf 3 oder ein ähnliches Teleskop besitzt, kann man sich theoretisch entspannt zurücklehnen (Spoiler: Der Mini ist eine tolle Ergänzung). Wer nur ein smartes Teleskop haben möchte und die 120 Euro Aufpreis für das Dwarf 3 nicht scheut, bekommt für rund 25 Prozent Aufpreis mehr Flexibilität, eine höhere Auflösung, zusätzliche Features wie die Vogelnachverfolgung, leicht bessere Aufnahmen von Sonne und Mond sowie eine schützende Transporttasche.

Wer den absolut günstigsten Einstieg in die Astrofotografie sucht und gern schnell gute Ergebnisse haben möchte, findet im Dwarf Mini einen guten Begleiter. Daher bekommt das Gerät von mir vor allem für diejenigen eine Empfehlung, die sich für die Astrofotografie interessieren, sich bisher jedoch noch kein smartes Teleskop zugelegt haben. Durch die Automatisierung benötigt man keine Vorkenntnisse in der Astrofotografie und muss sich um Details wie das Tracking nicht kümmern.

Ich persönlich muss sagen, dass das Deep-Sky-Fotografieren mit dem Mini mir mehr Spaß macht, als mit dem Dwarf 3, da die Ergebnisse besser aussehen und subjektiv einfacher zustande kommen. Größter Vorteil: Den Mini nimmt man aufgrund seiner "Taschenbuchgröße" wie ein Buch einfach überall mit hin, den Dwarf 3 nutzt man eher gezielt. Daher ist der Dwarf Mini ebenso ein ideales, sehr kompaktes Zweitgerät, etwa auf Reisen und Ausflügen.

Der Dwarf Mini entspricht von der Größe einem Taschenbuch (Bildquelle: Marc Zander, Notebookcheck)
Der Dwarf Mini entspricht von der Größe einem Taschenbuch (Bildquelle: Marc Zander, Notebookcheck)

Pro

+ Bessere Deep-Sky-Fotos als Dwarf 3
+ Handliche Größe
+ Standfuß trotz vertikaler Bauweise sehr stabil

Contra

- USB-C-Anschluss am sich drehenden Gerät (statt am Standfuß)
- Interner Akku reicht nicht für ein komplettes Stacking

Preis und Verfügbarkeit

Das Dwarf Mini Teleskop kann aktuell nur direkt bei Dwarflab vorbestellt werden. Es kostet 409 Euro (derzeit für Vorbesteller reduziert auf 382,66 Euro) und wird üblicherweise versandkostenfrei aus einem Lager in Europa geliefert, sodass keine weiteren Steuern oder Einfuhrkosten entstehen.

Die Spezifikationen des Dwarf Mini

Der Dwarf Mini kommt mit einem 2-Megapixel-Full-HD-Sensor (statt des 8,3-Megapixel-4K-Sensors des DWARF 3) von Sony (Modell IMX662, 2,9 μm Pixel) und vereint das Teleobjektiv (150 mm, f/5, 30 mm Blende) und das Weitwinkelobjektiv zum Fotografieren von Landschaften oder der Milchstraße in einem. Der verbaute 7.000-mAh-Akku hält theoretisch bis zu vier Stunden durch, was nicht fürs Fotografieren mit bis zu 999 Stackingfotos gilt, hier ist nach rund zwei Stunden Schluss, sodass aufgrund der Aufnahmezeit von rund vier bis fünf Stunden ein Anschluss an eine Steckdose (sofern in der Nähe) oder eine Powerbank mit mindestens 10.000 mAh notwendig ist. Ausgerüstet mit einer 20.000-mAh-Powerbank und komplett aufgeladenem Mini konnte ich die vier Stunden für ca. 850 gestackte Fotos gut überstehen und die Powerbank hatte anschließend noch 60 Prozent Kapazität.

Das gehört zum Lieferumfang des Dwarf Mini

Die durchaus ansprechende Verpackung enthält das Teleskop, ein USB-C-zu-USB-C-Kabel zum Aufladen des internen Akkus, einen magnetisch anbringbaren Sonnenschutz-Filter, ein Reinigungstuch und eine Kurzanleitung (in sechs Sprachen, darunter auch auf Deutsch).

Der Dwarf Mini kommt mit einem Reinigungstuch, einem Sonnenfilter und USB-C-Kabel (Bildquelle: Marc Zander, Notebookcheck)
Der Dwarf Mini kommt mit einem Reinigungstuch, einem Sonnenfilter und USB-C-Kabel (Bildquelle: Marc Zander, Notebookcheck)

Das alles kann das smarte Dwarf Mini Teleskop

Als Faustregel könnte man sagen, dass alles beim Dwarf Mini im Vergleich mit dem Dwarf 3 (dessen Test ist hier zu finden) weitestgehend halbiert wurde: Es gibt nur knapp halb so viel Speicher (64 vs. 128 GB beim Dwarf 3, davon 53 GB für Fotos nutzbar, da die 1080p-Fotos weniger Speicherplatz benötigen, fällt das jedoch nicht ins Gewicht), das Gerät ist nur rund halb so groß, statt zwei Linsen gibt es beim Mini nur noch eine, statt 4K-Tele-Sensor gibt es nur einen Full-HD-Sensor, statt 1.350 g Gewicht sind es beim Mini nur noch 840 g, und statt rund 22 × 6,5 x 14 cm beim DWARF 3 kommt der Mini mit ca. 5 × 9,5 × 17,5 cm (jeweils B × T × H) noch kompakter daher und kann durchaus von den Abmessungen mit einem dickeren Taschenbuch verglichen werden.

Bei Aufnahmen der Sonne oder des Mondes reduziert der Dwarf Mini die Auflösung auf 720p, da das Bild zugunsten der Stabilisierung beschnitten wird. Identisch zum Dwarf 3 ist die Bedienung des Dwarf Mini, da beide Teleskope die gleiche App als Grundlage nutzen, mehr zur App und ihrer Nutzung findet man in unserem Test zum Dwarf 3. Die App ist für Android und iOS erhältlich, sodass das smarte Teleskop mit praktisch allen Smartphones, Tablets, iPhones und iPads (in der passenden Farbe "Polarstern" erhältlich bei Amazon) genutzt werden kann. Der Aufbau des Dwarf Mini ist vertikal, während der des Dwarf 3 horizontal designt ist. Trotzdem lässt sich der Mini gut ohne Stativ nutzen: Der Standfuß steht auf ebenen Flächen sehr stabil und ermöglicht die freie 360-Grad-Drehung ohne Umkippen. Einzig ein angebrachtes USB-C-Kabel kann stören, da es sich bei 360-Grad-Drehung während der Kalibrierung und Positionserkennung gern um den Standfuß wickelt. Ich habe daher die Kalibrierung und Erkennung des zu fotografierenden Objekts erst einmal abschließen lassen und danach ganz vorsichtig das USB-C-Kabel angeschlossen. Beim Dwarf 3 ist der USB-Anschluss im Standfuß integriert. Das war hier nicht möglich, da der Standfuß nur wenige Millimeter hoch ist.

Die Sonne, fotografiert mit dem Dwarf Mini, Stack mit 20 Fotos, normal 720p, hier 4:3 (Bildquelle: Marc Zander, Notebookcheck)
Die Sonne, fotografiert mit dem Dwarf Mini, Stack mit 20 Fotos, normal 720p, hier 4:3 (Bildquelle: Marc Zander, Notebookcheck)
Der zunehmende Mond, fotografiert mit dem Dwarf Mini, 20 Foto-Stack, normal 720p, hier 4:3  (Bildquelle: Marc Zander, Notebookcheck)
Der zunehmende Mond, fotografiert mit dem Dwarf Mini, 20 Foto-Stack, normal 720p, hier 4:3 (Bildquelle: Marc Zander, Notebookcheck)

Mit dem Dwarf Mini gemachte Astro-Fotografien und Vergleich mit dem Dwarf 3

Die gemachten Aufnahmen beweisen, dass die Pixelanzahl nicht alles ist. Der Dwarf Mini macht durchaus schöne Astro-Fotografien, sogar mit etwas weniger Rauschen als beim Dwarf 3. Geschuldet ist dies der Pixelgröße des Mini. Im Gegenzug sorgt die geringere Sensorgröße des Dwarf Mini für einen kleineren Bildausschnitt als beim Dwarf 3. Beim Fotografieren von IC 1805 etwa ist nicht das komplette Herz des Nebels im Foto sichtbar. Trotzdem sehen mit dem Dwarf Mini gemachte Deep-Sky-Fotos besser aus als mit dem Dwarf 3 fotografierte, was der höheren Pixelgröße zu verdanken ist. Mehrere Anläufe, einen Planeten zu fotografieren, waren bislang nicht von Erfolg gekrönt, obwohl die drei verschiedenen Planeten scheinbar getrackt wurden. Schade, dass die App hier nicht darauf hinweist, woran so etwas eventuell liegen könnte. Beim mehrmaligen Tracking des Saturn ist der Dwarf Mini sogar abgestürzt.

Mir persönlich hat das Nutzen des DWARF Mini trotzdem mehr Spaß gemacht als das des Dwarf 3, da ich Deep-Sky-Fotos mag und den Mini aufgrund seiner Größe ohne zu überlegen einfach mitgenommen habe – mit dem DWARF 3 bin ich bisher immer ganz gezielt losgezogen. Dazu kommen die geringe Größe und das einfache Handling, das einem schnell Erfolge bietet. Die automatischen Korrekturen der gestackten Fotos sind schnell gemacht und lassen das Bild direkt noch besser aussehen, ohne dass man dafür Photoshop-Profi sein muss. Ich habe die unten zu sehenden Bilder übrigens vom 16:9-Format auf 4:3 verkleinert, um den Platz nebeneinander besser nutzen zu können. Links und rechts sind dementsprechend eigentlich noch mehr Sterne oder Weltall zu sehen. Alle Funktionen der App und des Stellar Studios sind beim Kauf des smarten Teleskops inklusive und kostenlos nutzbar, es kann gelegentlich mal eine Warteschlange geben, die ein paar Minuten andauert.

NGC 2174 Emissionsnebel, 850 gestackte Fotos, Original (Bildquelle: Marc Zander, Notebookcheck)
NGC 2174 Emissionsnebel, 850 gestackte Fotos, Original (Bildquelle: Marc Zander, Notebookcheck)
NGC 2174 Emissionsnebel nach Autokorrektur in Dwarflab-App (Bildquelle: Marc Zander, Notebookcheck)
NGC 2174 Emissionsnebel nach Autokorrektur in Dwarflab-App (Bildquelle: Marc Zander, Notebookcheck)
NGC 2174 Emissionsnebel nach Entfernung der Sterne in Dwarflab-App (Bildquelle: Marc Zander, Notebookcheck)
NGC 2174 Emissionsnebel nach Entfernung der Sterne in Dwarflab-App (Bildquelle: Marc Zander, Notebookcheck)
NGC 1499 (800 Fotos gestackt) nach Rauschentfernung in der Dwarflab-App (Bildquelle: Marc Zander, Notebookcheck)
NGC 1499 (800 Fotos gestackt) nach Rauschentfernung in der Dwarflab-App (Bildquelle: Marc Zander, Notebookcheck)
Herznebel (910 gestackte Fotos) nach Autokorrektur in der Dwarflab-App (Bildquelle: Marc Zander, Notebookcheck)
Herznebel (910 gestackte Fotos) nach Autokorrektur in der Dwarflab-App (Bildquelle: Marc Zander, Notebookcheck)
Herznebel nach der Entfernung der Sterne in der Dwarflab-App (Bildquelle: Marc Zander, Notebookcheck)
Herznebel nach der Entfernung der Sterne in der Dwarflab-App (Bildquelle: Marc Zander, Notebookcheck)

Transparenz

Die Auswahl der zu testenden Geräte erfolgt innerhalb der Redaktion. Das vorliegende Testmuster wurde dem Autor vom Hersteller unentgeltlich zu Testzwecken überlassen. Eine Einflussnahme auf den Testbericht gab es nicht, der Hersteller erhielt keine Version des Reviews vor der Veröffentlichung. Es bestand keine Verpflichtung zur Publikation. Als eigenständiges, unabhängiges Unternehmen unterliegt Notebookcheck keiner Diktion von Herstellern, Shops und Verlagen.

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Autor: Marc Zander, 23.01.2026 (Update: 24.01.2026)