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IDF 2013: Sparsame "Quark"-Prozessoren für Wearables und erstes Broadwell-System

Smartwatches könnten der nächsten Wachstumsmarkt der IT-Branche werden - den will auch Intel sich nicht entgehen lassen und stellt eine neue, extrem sparsame SoC-Serie vor. Weiterhin: Ein erstes lauffähiges Broadwell-System und die Zukunft der Prozesstechnik.

Es ist der erste Tag auf Intels Developer Forum (IDF) in San Francisco – und er beginnt mit einigen durchaus interessanten Ankündigungen. Das wohl spannendste Thema der ersten Keynote war dabei die Vorstellung einer gänzlich neuen Chip-Serie: Der "Quark"-Familie für sogenannte Wearables, also tragbare Geräte beziehungsweise Kleidungsstücke.

Die Quark-SoCs siedeln sich in puncto Leistung, Verbrauch und Features noch unter der Atom-Baureihe an. Der Hersteller spricht von einem Zehntel der Leistungsaufnahme und einem Fünftel der Baugröße – damit handelt es sich um den kleinsten SoC, den Intel je gefertigt hat. Dies würde insbesondere einem Einsatz in Smartwatches entgegenkommen, wie sie jüngst von Samsung oder Qualcomm angekündigt wurden. Eine weitere Besonderheit: Kunden können den Chip mit eigenem "Intellectual Property" (IP), also zusätzlichen Features ergänzen und von Intel wie bei einem Auftragsfertiger herstellen lassen. Ob es sich bei den eigentlichen CPU-Kernen um ein modifiziertes Atom-Design, eine Neuentwicklung oder gar ein Derivat der Xeon-Phi-Architektur handelt, wollte man zunächst leider nicht verraten.

Die mit Spannung erwartete Broadwell-CPU, deren Vorstellung für Mitte 2014 erwartet wird, wurde von Intel in einem ersten lauffähigen System präsentiert. Dank eines neuen 14-Nanometer-Prozesses soll die Leistungsaufnahme um stolze 30 Prozent niedriger ausfallen, zudem wird ein ähnlicher Performance-Anstieg wie mit Haswell versprochen. Übrigens: Auch die übernächste Atom-Generation, die allerdings noch gut ein Jahr entfernt sein dürfte, soll von der neuen Fertigung profitieren.

Neben der Ankündigung weiterer Produkte wie dem LTE-Modem XMM 7160 wagte Intel auch noch einen langfristigen, optimistischen Blick in die Zukunft. Bereits 2015 soll der 10-Nanometer-Prozess bereitstehen, 2017 dann der Schritt auf 7 Nanometer. Wie in der Vergangenheit hofft man, die dabei auftretenden technischen Hindernisse überwinden zu können. Sollte dies gelingen, könnte das seit über 40 Jahren bestehende Moore's Law auch weiterhin gültig bleiben.

 

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Autor: Till Schönborn, 10.09.2013 (Update:  4.09.2014)
Till Schönborn
Till Schönborn - Managing Editor Business
Freude am Schreiben und die Faszination für (mobile) Technik brachten mich im Herbst 2011 zu Notebookcheck. Neben unzähligen Notebook-Tests und Newsmeldungen habe ich seitdem eine Reihe technischer Hintergrundartikel zu CPU- und GPU-Architekturen verfasst und betreue zudem unsere Hardware-Datenbank. Seit Anfang 2014 leite ich den Bereich der Premium-Business-Notebooks, fühle mich aber auch im Smartphone- oder Tablet-Segment zu Hause – das gespannte "Kribbeln" beim Testen neuer Hardware ist auch nach vielen Jahren noch nicht verflogen. Die schmale Freizeit zwischen Studium und Job wird zumeist fernab jeglicher Elektronik in der Natur verbracht.