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Invincible: S4E4 weicht größtenteils von der Hauptgeschichte der Comics ab.
ⓘ Invincible: Warum die neueste Folge den massiven Hate nicht verdient

Invincible: Warum die neueste Folge den massiven Hate nicht verdient

In der vierten Folge der vierten Staffel von Invincible, „Hurm“, reist Mark Grayson gemeinsam mit Damien Darkblood in die Unterwelt. Das am 25. März auf Prime Video erschienene Kapitel verzichtet auf Kämpfe und den Kern der Comic-Handlung. Stattdessen gibt es eine dringend benötigte Phase der Reflexion vor einer spektakulären Wiedervereinigung.
Anubhav Sharma (übersetzt von Nicole Dominikowski) Veröffentlicht am 🇺🇸 🇪🇸 ...
Movies / TV-Shows Opinion / Kommentar
Kommentar von Anubhav Sharma
Kommentar-Artikel geben ausschließlich die individuelle Meinung des/der angeführten Autors/Autorin wieder.

Invincible: Warum die neueste Folge den massiven Hate nicht verdient

Invincible: S4E4 weicht größtenteils von der Hauptgeschichte der Comics ab.
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Invincible: S4E4 weicht größtenteils von der Hauptgeschichte der Comics ab.
In der vierten Folge der vierten Staffel von Invincible, „Hurm“, reist Mark Grayson gemeinsam mit Damien Darkblood in die Unterwelt. Das am 25. März auf Prime Video erschienene Kapitel verzichtet auf Kämpfe und den Kern der Comic-Handlung. Stattdessen gibt es eine dringend benötigte Phase der Reflexion vor einer spektakulären Wiedervereinigung.
Kommentar von Anubhav Sharma
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Staffel 4, Folge 4 von Invincible landete auf Prime Video unter großem Erwartungsdruck, da die Serie erfahrungsgemäß in der zweiten Staffelhälfte zu animationslastigeren Episoden übergeht (wie bereits in Staffel 3 zu sehen war). Die Reaktionen auf das jüngste Kapitel „Hurm“ fallen jedoch extrem gemischt aus. Auf Reddit und in anderen Foren verbreitete sich schnell ein gemeinsamer Tenor: Die Folge fühle sich wie ein „Filler“ an, sei zu langsam und lasse das markante, brutale Spektakel vermissen, das man sonst vom gesamten Franchise gewohnt ist.

ACHTUNG – SPOILER VORAUS

Sicherlich ist ein Teil der Kritik berechtigt. Es ist absolut legitim, den neuen Synchronsprecher von William Clockwell nicht zu mögen. Andrew Rannells, der die sarkastische Seite des Charakters über drei Staffeln hinweg hervorragend eingefangen hatte, wurde für Staffel 4 klammheimlich umbesetzt. Angesichts der vielen großen Stars im Cast – wie J.K. Simmons, Steven Yeun und Aaron Paul – scheint der logischste Grund für den Wechsel in Terminkonflikten zu liegen.

Bei einem Ensemble dieser Größenordnung ist die Abstimmung der Produktionskalender meist ein logistischer Albtraum. Obwohl die Änderung gewöhnungsbedürftig ist, definiert sie die Episode jedoch keineswegs. Die Episode „Hurm“ bietet eine wichtige Verschnaufpause, bevor die Handlung wieder eskaliert. Die Folge verdient nicht die schiere Menge an Hass, die sie derzeit erhält (obwohl etwa eine gleiche Anzahl von Leuten sie auch zu mögen scheint).

Für all jene, die „Hurm“ als „bedeutungslos“ abtun: Die Episode gibt Mark Grayson etwas, das er dringend nötig hatte: Zeit zum Nachdenken. Die Geschichte beginnt damit, dass Mark gegenüber Art zugibt, Panik vor seinen eigenen gewalttätigen Impulsen der letzten Zeit zu haben. In den vorangegangenen Staffeln verbrachte Mark die meiste Zeit damit, zu reagieren, sich zu erholen oder zu flüchten.

In den ruhigen (wenn auch furchteinflößenden) Momenten mit Damien Darkblood in der Unterwelt muss er ausnahmsweise nicht sofort um sein Leben kämpfen. Diese Pause erlaubt es der Serie, Marks Innenleben zu erkunden, was die Folge eher zu einer charaktergetriebenen Zerreißprobe als zu einer rein handlungsgetriebenen Episode macht.

Abgesehen von einem Update zu Ka'Hor hilft uns die Folge auch dabei, die einzigartige Perspektive von Damien Darkblood zu verstehen. Mark hat in der Vergangenheit Rat bei seiner Mutter, seinem Arbeitgeber und dem alten Schneider seines Vaters gesucht, aber Damien liefert einen Blickwinkel, den sonst niemand bieten kann. Nachdem er Ewigkeiten in der Hölle verbracht hat, konnte der Dämonen-Detektiv das Scheitern der menschlichen Natur ausgiebig beobachten. Damien sieht das menschliche Handeln nur unter dem Aspekt der unvermeidlichen Konsequenzen.

Als Damien Mark sagt, dass sein Schuldgefühl das Einzige ist, was seine Seele bestätigt, gibt er Mark einen sehr konkreten Maßstab für seine Moral. Er hilft Invincible zu verstehen, dass es nicht sein Potenzial für Gewalt ist, das ihn definiert, sondern seine aufrichtige Angst davor. Man merkt förmlich, dass Mark das hören muss.

Darüber hinaus ermöglichte das Setting der Serie, ihr eigenes Versprechen einzulösen: Mark wieder „Invincible“ (unbesiegbar) fühlen zu lassen. Die Kritik an den „wenigen Kämpfen“ ist seltsam, wenn man das Gefecht analysiert, das gegen Volcanikkas Truppen tatsächlich stattfindet. Seit der ersten Staffel diente Mark primär als übernatürlicher Boxsack. Er wurde von Battle Beast, Omni-Man, Conquest und Angstrom Levy nach Strich und Faden verprügelt.

„Hurm“ konfrontiert uns nun damit, wie Mark gegen Gegner loslässt, die er tatsächlich besiegen kann. Dass er sich durch Höllenfeuer und Bestien pflügt, um Satans Krone zu bergen, beschert ihm einen herrlich seltenen Moment der Kompetenz. Es ist eine kathartische und notwendige Erinnerung daran, dass Mark nicht nur ein zähes Opfer ist. „Hurm“ mag die Haupthandlung nicht allzu sehr vorangebracht haben (abgesehen von der finalen Szene mit Nolan und Allen), aber es ist eine wichtige Entwicklung für Marks Selbsterkenntnis.

Die Folge beschert ihm eine neue Perspektive aus einer völlig unwahrscheinlichen Quelle (ich war mir sicher, Darkblood würde ihn wie eine Marionette benutzen oder so etwas in der Art), hilft ihm dabei, inmitten von Dämonen über sein Menschsein zu reflektieren, und ruft jedem wieder ins Gedächtnis, dass er – bevor er sich der totalen Bedrohung des Viltrumiten-Krieges stellen kann – erst einmal wissen musste, dass er in der Tat … unbesiegbar ist.

Quelle(n)

Eigene, Reddit Posts von r/Invincible (oben eingebettet), Amazon Prime Video

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Autor: Anubhav Sharma, 26.03.2026 (Update: 26.03.2026)