Leica D-Lux 9 könnte das perfekte Smartphone-Upgrade werden

Smartphones dringen immer weiter in den High-End-Bereich der Fotografie vor – werden dabei aber stetig teurer. Das Vivo X300 Ultra soll in Europa fast 2.000 Euro kosten, und auch wenn das Smartphone mit zwei 200 Megapixel Kameras eine starke Ausstattung bietet, sind selbst viele Vollformat-Kameras günstiger, und bieten dabei eine deutlich bessere Bildqualität.
Wer sich nicht mit Wechselobjektiven beschäftigen möchte, und einfach eine möglichst kompakte, vielseitige und einfach zu bedienende Kamera für unterwegs sucht, dem stehen mittlerweile nur noch wenige High-End-Kompaktkameras zur Wahl. Die meisten Modelle, wie die Fujifilm X100 VI (ca. 1.799 Euro auf Amazon) oder die Ricoh GR IV, besitzen nur ein Objektiv mit Festbrennweite, und können ein Smartphone mit drei oder vier Kameras so nicht ganz ersetzen. Kompaktkameras mit Zoom-Objektiv nutzen dagegen meistens derart kleine Sensoren, dass sich der Umstieg vom Smartphone kaum lohnt.
Leica D-Lux 8 koppelt großen Sensor mit Zoom-Objektiv
Eine Ausnahme von dieser Regel ist die Leica D-Lux 8, die einen micro-FourThirds-Sensor mit einem Zoom-Objektiv kombiniert, das eine Kleinbild-äquivalente Brennweite von 24 – 75 mm und eine maximale Blendenöffnung von f/1.7 – f/2.8 erreicht, also immerhin 3,1-fachen optischen Zoom. Der elektronische OLED-Sucher und die Unterstützung für externe Blitze sind Features, die Smartphones schlicht nicht bieten können.
Während die D-Lux 8 einen Auto-Modus unterstützt, können die Blende und Verschlusszeit durch dedizierte Einstellräder ohne Umweg über ein Menü eingestellt werden. Fotos lassen sich über die exzellente Leica Fotos App drahtlos auf ein Smartphone übertragen. Mit einem Preis von 1.579 Euro ist die Leica D-Lux 8 sogar günstiger als einige Flaggschiff-Smartphones.

Veraltete Hardware verhindert Empfehlung
Dass die Kamera trotzdem keine klare Empfehlung ist, liegt an der veralteten Hardware. Der Sensor und das Objektiv der D-Lux 8 stammen noch von der Panasonic Lumix LX100 II aus dem Jahr 2018, im Hinblick auf Auflösung, Dynamikumfang und Bildrauschen macht sich das Alter des Sensors im Vergleich mit neueren Kameras bemerkbar. Wi-Fi 4 ist veraltet, und führt dazu, dass es zu lange dauert, Fotos auf ein Smartphone zu übertragen.
Der Autofokus ist langsam, das Display kann nicht ausgeklappt werden, und 4K-Videos sind auf 30 Bilder pro Sekunde beschränkt, RAW-Video-Support fehlt. Wenn Leica die D-Lux 9 in diesen Bereichen modernisieren kann, ohne den Preis zu stark zu erhöhen, könnte ausgerechnet der Luxus-Kamera-Hersteller aus Deutschland die vielleicht interessanteste Alternative zum Flaggschiff-Smartphone anbieten.
Quelle(n)
Eigene | Leica










