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Modder portet Windows CE auf das Nintendo 64

Screenshot von Windows CE 2.11 auf dem Nintendo 64
ⓘ Throaty Mumbo via YouTube
Screenshot von Windows CE 2.11 auf dem Nintendo 64
Modder Throaty Mumbo hat Windows CE 2.11 erfolgreich auf das Nintendo 64 portiert. Dafür hat er eigens entwickelte Treiber, Microsofts alte Platform-Builder-Tools und eine EverDrive 64-Cartridge genutzt, um das System auf Original-Hardware zu starten. Das Projekt verwandelt die Retro-Konsole in einen funktionsfähigen Windows-CE-Desktop mit mausähnlicher Steuerung per Controller, Audio- und Grafikunterstützung, App-Start von SD-Karte sowie Demos wie Cube3D und Tetris.

Entwickler und DIY-Modder Throaty Mumbo hat mehrere Monate damit verbracht, eine Idee weiterzuentwickeln, die mit einer einfachen Beobachtung zu ähnlicher Hardware begonnen hat. Ihm ist aufgefallen, dass ein alter IBM Workpad Z50 Laptop einen MIPS-Prozessor nutzt, ähnlich wie das Nintendo 64. Auf seinem alten IBM Workpad ist Windows CE problemlos gelaufen. Daher hat sich Mumbo gefragt, was passieren würde, wenn Windows CE auf dem Nintendo 64 ausgeführt wird.

Ganz einfach ist das allerdings nicht gewesen. Windows CE 2.11 hat es erst nach mehreren Bastelrunden auf das Nintendo 64 geschafft, ohne Kompromisse oder Abkürzungen. In seinem GitHub-Repository erklärt Mumbo: "Dies ist ein Hobby-Projekt im Bereich Reverse Engineering, es gibt keinen offiziellen CE-2.11-Port für das N64 von Microsoft."

Weiter hat er erklärt, dass das Windows-CE-2.11-Projekt für das Nintendo 64 im Grunde "die ultimative Herausforderung, nach der niemand gefragt hat, Windows CE auf dem N64! Ist das machbar? Wahrscheinlich. Sollte man es machen? Nein, absolut nicht." gewesen ist.

Wie hat er es also geschafft, Windows CE 2.11 auf Nintendos Retro-Heimkonsole, dem Nintendo 64, zum Laufen zu bringen? Als Grundlage hat er Microsofts offizielle Platform-Builder-Tools aus den späten 1990er-Jahren genutzt und anschließend jeden eigenen Treiber selbst geschrieben, um mit den Eigenheiten des N64 umzugehen. Die Bildausgabe erfolgt beschleunigt über die RDP-Grafik der Konsole, Controller-Eingaben sind als Maussteuerung konfiguriert worden und der Ton wird über die integrierte Audio-Hardware des N64 ausgegeben. Der eigentliche Windows-Kernel ist unverändert portiert worden.

Genutzt hat er eine EverDrive 64 X7-Cartridge, die ein rund 3,5MB großes ROM namens N64C4.Z64 lädt. Inzwischen funktioniert das praktisch nach dem Plug-and-play-Prinzip. Es genügt, die Konsole einzuschalten, einen kleinen Bootloader zu starten und Windows zu laden. Nach wenigen Sekunden erscheint eine vollständige Desktop-Umgebung mit Taskleiste, Startmenü, Papierkorb und weiteren Elementen.

Der normale N64-Controller dient dabei als Maus, A entspricht dem Linksklick und B dem Rechtsklick, während die offizielle N64-Maus bei präzisen Zeigerbewegungen noch etwas flüssiger funktioniert. Anwendungen lassen sich ebenfalls installieren, indem Windows-CE-Programme einfach auf eine SD-Karte kopiert werden.

Das Video zeigt außerdem eine rotierende Cube3D-Demo, die auf die Grafikhardware des N64 zugreift, sowie eine Portierung einer Tetris-Version aus dem Jahr 1997, die mitsamt ihren 8-Bit-Chiptune-Sounds einwandfrei läuft.

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> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2026-05 > Modder portet Windows CE auf das Nintendo 64
Autor: Rahim Amir Noorali, 21.05.2026 (Update: 21.05.2026)