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„Betrug an der Gemeinnützigkeit?“ – Musk will Gewinne von OpenAI und Microsoft abschöpfen

„OpenAI ist Milliarden wert“ Symbolbild Nano Banana Pro
„OpenAI ist Milliarden wert“ Symbolbild Nano Banana Pro
Nach einem ersten Erfolg vor Gericht fordert der Tech-Milliardär nun bis zu 134 Milliarden US-Dollar von OpenAI und Microsoft. Musk sieht sich durch die Abkehr vom Non-Profit-Modell betrogen und verlangt die Herausgabe der Gewinne.

Der Streit zwischen OpenAI und Elon Musk schwelt schon seit Jahren. 2015 war der Milliardär mitbegründer des KI-Entwicklers. Damals sollte das Unternehmen als Non-Profit-Organisation arbeiten, um KI zum Wohle der Menschheit zu entwickeln (Open Source, kein Gewinnstreben). Er steuerte damals ca. 38–44 Millionen Dollar bei. Spätestens 2019 verließ der Unternehmer OpenAI, als man Pläne zu einer gewinnorientierten Tochterfirma entwickelte. OpenAI ging anschließend eine Milliarden-Partnerschaft mit Microsoft ein. 

Musk fühlte sich betrogen und argumentiert: OpenAI und Sam Altman hätten ihn mit dem Versprechen einer gemeinnützigen Organisation geködert, dieses Versprechen dann aber gebrochen, um sich selbst und Microsoft zu bereichern. Er betrachtet OpenAI heute als "De-facto-Tochtergesellschaft" von Microsoft.

Seit 2024 gibt es dazu auch ein juristisches Hin und Her. Zunächst verklagte Musk OpenAI im Februar, zog die Klage dann aber schnell wieder zurück, nur um August des selben Jahres die Klage in verschärfter Form neu einzureichen. Auch danach gab es einige Termine vor Gericht. Microsoft und OpenAI beantragten die Klageabweisung. Am 7. Januar entschied die Richterin Yvonne Gonzalez Rogers, dass es "genügend Beweise" gebe, dass OpenAI-Führer falsche Versprechungen gemacht haben könnten, und ließ die Klage zu. Der Prozess vor einer Jury könnte nun bereits im April 2026 starten.

Mit der Klagezulassung musste Musk eine Notice of Remedies, also eine Zusammenstellung, was er denn genau fordert, einreichen. Er verlangt, dass OpenAI und Microsoft die Gewinne herausgeben, die sie seiner Ansicht nach nur erzielen konnten, weil sie ihn und die ursprüngliche Non-Profit-Mission betrogen haben. Somit werden zwischen 65,5 und 109,4 Milliarden Dollar von OpenAI und zusätzlich 13,3 bis 25,1 Milliarden Dollar von Microsoft gefordert. Zudem fordert Musk Geldstrafen für beide Unternehmen, die über den eigentlichen Schaden hinausgehen. In der Notice of Remedies wird zudem eine gerichtliche Verfügung genannt, mit der Musk eventuell versuchen könnte, OpenAI zu zwingen, zu seinem Open-Source-Modell zurückzukehren oder die Nutzung bestimmter Technologien durch Microsoft zu stoppen.

Musk und seine Anwälte argumentieren, dass seine frühen 38–44 Millionen Dollar Investition (plus Arbeit und Kontakte) das Fundament für OpenAIs heutigen Wert von 500 Milliarden Dollar bildeten. Da OpenAI diesen Wert nun "unrechtmäßig" als gewinnorientiertes Unternehmen nutzt, stünde ihm (bzw. der ursprünglichen Non-Profit-Idee) ein entsprechender Anteil am heutigen Firmenwert zu – ähnlich wie bei einem Investor, dessen Anteile heute das Tausendfache wert sind.

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> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2026-01 > „Betrug an der Gemeinnützigkeit?“ – Musk will Gewinne von OpenAI und Microsoft abschöpfen
Autor: Marc Herter, 18.01.2026 (Update: 26.01.2026)