Neuer Taktik-Shooter verkauft über eine Million Kopien am ersten Tag, Server stürzen ab

Wardogs ist so erfolgreich gestartet, wie es sich die meisten unabhängigen Studios nur erträumen können, und die Server waren darauf offensichtlich nicht vorbereitet. Der taktische Shooter des in Derby ansässigen Entwicklers Bulkhead hat am ersten Tag im Steam Early Access mehr als eine Million Exemplare verkauft und zugleich über 350.000 gleichzeitig aktive Spieler erreicht. Das Spiel ist am 10. September zum Preis von 40 Euro erschienen.
Der Erfolg hat sich bereits im Vorfeld abgezeichnet. Nur drei Tage nach der Enthüllung stand Wardogs auf 100.000 Steam-Wunschlisten, im Mai ist die Zahl auf 500.000 und im August dieses Jahres auf eine Million gestiegen. An der geschlossenen Beta im August haben fast 500.000 Spieler teilgenommen, während der letzte Test vor dem Release in der Spitze 245.118 gleichzeitig aktive Spieler erreicht hat. Bulkhead hat bei der Vermarktung bewusst darauf verzichtet, den Hype weiter anzufachen. Der Trailer zur Vorbestellung trug sogar den Titel "10 Gründe, das Spiel NICHT zu kaufen".
Ein Early-Access-Start mit Folgen
Gerade deshalb scheinen die hohen Verkaufszahlen das Team umso stärker überrascht zu haben. "Zum Start in den Early Access mehr als eine Million Exemplare zu verkaufen, ist völlig verrückt", erklärte Bulkhead-CEO Joe Brammer gegenüber IGN. "Wir wollten nicht, dass Menschen das Spiel allein aufgrund eines blinden Hypes kaufen. Dass sich zum Early-Access-Start mehr als eine Million Menschen entschieden haben, einzusteigen und das Spiel auszuprobieren, bedeutet uns allen sehr viel." Zugleich hat Brammer die Erwartungen gedämpft: "Es handelt sich aber weiterhin um Early Access. Wir müssen Fehler beheben, wollen vieles verbessern und haben noch sehr viel vor."
Die dringendste Baustelle waren zunächst die Server. Zeitweise waren mehr als 330.000 Spieler gleichzeitig online, deutlich mehr als während der Beta. Die Infrastruktur konnte diese Nachfrage nicht bewältigen. Lange Warteschlangen, fehlgeschlagene Verbindungen und Abbrüche mitten in laufenden Partien waren die Folge. Besonders stark hat sich das auf die Steam-Bewertungen ausgewirkt. Wardogs ist mit der Wertung "Ausgeglichen" gestartet, da nur rund 65 Prozent der Rezensionen positiv waren. Mittlerweile lautet das Urteil bei einem Anteil von 84 Prozent positiver Bewertungen "sehr positiv". Viele negative Rezensionen kritisieren nicht das Spiel selbst, sondern den fehlenden Zugang zu den Servern.
Bulkhead plant regelmäßige kleinere Inhaltsupdates, statt dauerhaft an die Spielerzahlen des Veröffentlichungstags anknüpfen zu wollen. Konsolenspieler müssen sich noch gedulden, Versionen für die PS5 und die Xbox sind für 2028 bestätigt. Zunächst konzentriert sich das Studio darauf, die Server zu stabilisieren, damit die mehr als eine Million Käufer das Spiel auch tatsächlich nutzen können.
Noch kein Support für Steam Deck und Steam Machine
Besitzer des Steam Decks und anderer Geräte mit SteamOS wie der Steam Machine gehören derzeit ebenfalls nicht zur Zielgruppe. Das Anti-Cheat-System unterstützt zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Linux-basierten Betriebssysteme, wobei sich dies künftig noch ändern könnte.
Quelle(n)
SteamDB | Steam Store | IGN | Eurogamer













