Postman: Ungefragte Plugins in Claude Code und Codex jetzt prüfen

Wer mit Postman Schnittstellen testet und daneben einen KI-Agenten zum Programmieren nutzt, sollte einen Blick in dessen Einstellungen werfen. Die Desktop-App von Postman hat sich bei einem Update selbst in Claude Code und OpenAI Codex eingetragen, ohne die Nutzer zu fragen. Öffentlich gemacht hat das ein Entwickler mit dem Namen indicava, der am 25. Oktober einen ausführlichen Bericht auf GitHub veröffentlicht hat, und nach seinen Logdateien installierte Postman 12.33.4 auf seinem Mac am 24. Oktober automatisch Plugins für beide Agenten, dazu ein eigenes Kommandozeilenprogramm.
Was Postman verändert hat
In der Konfiguration von Codex fanden sich danach ein neuer Plugin-Marktplatz von Postman, das aktivierte Postman-Plugin und eine Freigabe für ein Startskript. Postman schreibt in der eigenen Dokumentation offen, dass der Installer dieses Skript in Codex selbst freigibt. Eine solche Freigabe soll in Codex eigentlich der Nutzer erteilen. Das Skript lädt bei jedem Sitzungsstart eine Anweisung, die den Agenten bei fast jeder Aufgabe rund um Programmierschnittstellen auf die Postman-Werkzeuge verpflichtet. Dazu kam eine Verbindung zu einem MCP-Server von Postman. Sie warf mangels Anmeldung ständig Fehler. In Claude Code schaltete Postman ein eigenes Plugin in den Einstellungen frei.
Weitere Nutzer haben im selben GitHub-Thread nachgelegt. Einer beobachtete am 3. November denselben Ablauf beim Update auf Postman 12.35.1, in seinem Fall bekam auch Cursor den Startbefehl. Ein anderer fand Postman im GitHub Copilot CLI. Alle gemeldeten Fälle betreffen bisher Macs. Belege dafür, dass Postman über diesen Weg Daten abgegriffen hat, gibt es nicht. Das betont der ursprüngliche Bericht selbst, und auch The New Stack fand dafür keine Hinweise.
Postman rudert zurück
Auf der Downloadseite steht inzwischen, dass die App die Postman CLI und die Plugins mitbringt. Ein Nutzer weist darauf hin, dass dieser Satz in einer archivierten Fassung vom 26. Oktober noch fehlte. Am 5. November meldete sich ein Postman-Mitarbeiter im Thread zu Wort. Man habe Entwicklern die Einrichtung erleichtern wollen und werde die Funktion mit mehr Kontrolle neu gestalten. Bis dahin werde die Änderung zurückgenommen. Einträge, die schon auf den Rechnern liegen, verschwinden dadurch allerdings nicht von selbst.
So wirst du die Einträge los
Postman bietet im Menü Help unter Postman CLI and Plugins einen Punkt zum Deinstallieren des Agenten-Plugins. Laut einem Nutzer blieb der Eintrag im Copilot CLI danach trotzdem stehen. Wer Node.js installiert hat, kann zusätzlich den Befehl npx @postman/postman-plugin status ausführen, der laut Postman alle erkannten Agenten durchgeht und anzeigt, wo das Plugin steckt, und mit remove statt status entfernt der Installer es wieder. Ein Kontrollblick in die Dateien lohnt sich trotzdem. Sie liegen im Benutzerordner. Bei Claude Code ist das die Datei settings.json im Ordner .claude, gesucht ist der Eintrag postman@claude-plugins-official, außerdem die Liste installed_plugins.json im Unterordner plugins. In Codex steht alles in der Datei config.toml im Ordner .codex, dort fallen die Abschnitte mit postman im Namen auf. Beim Copilot CLI hilft ein Blick in den Ordner .copilot, das Kommandozeilenprogramm selbst landet unter .local/bin. Wer sich generell gegen untergeschobene Erweiterungen absichern will, findet in unserem Artikel zur manipulierten Claude-Code-Erweiterung in Cursor weitere Tipps. Wie Angreifer KI-Werkzeuge sonst als Tarnung nutzen, zeigen die gefälschten Desktop-Apps für ChatGPT und Claude.
Quelle(n)
GitHub, Postman-Issue 14370: Desktop-App installiert ungefragt Plugins für Codex und Claude Code
Postman: Downloadseite der Desktop-App mit Hinweis auf CLI und Plugins
Postman-Dokumentation: Plugin in erkannte Coding-Agenten installieren und entfernen
GitHub, Postman-Plugin: Startanweisung für Coding-Agenten
The New Stack: Postman verändert ungefragt zwei KI-Coding-Agenten
dev.ua: Postman installiert heimlich KI-Plugins in Claude Code und Codex





