Steam Machine soll preislich unter der erhöhten PS5 liegen

Kommen wir direkt zum Punkt: Nachdem die Preissteigerungen bei der PlayStation 5 (in Deutschland ab dem 2. April) angekündigt wurden — auf 649,99 Euro für die Version mit Laufwerk, 599,99 Euro für die Digital Edition und 899,99 Euro für die PlayStation 5 Pro — wird es für Valve kaum einen besseren Zeitpunkt geben, Preis und Release-Termin der Steam Machine bekanntzugeben. Das gilt vor allem dann, wenn das Gerät unter 899 oder sogar unter 649 Euro landet. Da es bereits Gerüchte gibt, wonach PlayStation wegen der Ankündigung der Steam Machine bei PC-Ports zurückrudert, und selbst ein ehemaliger Xbox-Manager meint, dass nicht Project Helix, sondern die Steam Machine mit PlayStation 5 und 6 konkurrieren werde, ist klar: Die etablierte Konsolenbranche nimmt Valve als ernsthaften Rivalen im Wohnzimmer inzwischen sehr ernst.
Warum diese für Konsolen eher untypischen Preiserhöhungen nun auch bei PlayStation angekommen sind, ist dabei kein Geheimnis. Nachdem Xbox im vergangenen Jahr für ähnliche Schritte von Fans und Kritikern scharf angegangen wurde, trifft PlayStation nun dieselbe Realität: Die anhaltende RAM-Krise hat Speicher und Arbeitsspeicher für Hersteller und Marken deutlich verteuert. Da moderne Konsolen im Grunde auf PC-Hardware basieren, schlagen diese Kostenprobleme auch hier massiv durch. Hinzu kommen die ständig wechselnden globalen Handelsbedingungen rund um Importe und Zölle. Genau diese Marktbedingungen sind auch der Grund, weshalb Valve so lange gezögert hat, einen finalen Preis oder Release-Termin nicht nur für die Steam Machine, sondern auch für das eigenständige VR-Headset Steam Frame zu nennen. Sie haben außerdem dazu geführt, dass das Steam Deck OLED nur sehr sporadisch verfügbar war und das Steam Deck LCD sogar komplett eingestellt wurde.
Aus taktischer Sicht dürfte es kaum einen günstigeren Moment geben: Dass PlayStation nun ebenfalls die Hardwarepreise anhebt, versetzt Valve in eine ideale Lage, um die Steam Machine offensiv als Konkurrenz zur PlayStation 5 zu vermarkten. Die verbaute Hardware dürfte dafür auf jeden Fall stark genug sein. Zak Killian, ein Kollege von mir bei Hot Hardware, hat eine simulierte Steam Machine zusammengestellt und in 27 Spielen benchmarked. Diese simulierte Steam Machine kostete bereits rund 600 Dollar (vor Arbeitsspeicher) und profitierte nicht einmal von möglichen Einsparungen, die Valve durch Massenfertigung oder Großeinkäufe erzielen könnte. Dazu kommt, dass Steam mit Abstand zu den profitabelsten Software-Storefronts der Welt gehört. Eine bewusst aggressive Preisstrategie mit geringerer Marge könnte für Valve deshalb sehr wirkungsvoll sein – und war im Konsolengeschäft früher schließlich alles andere als ungewöhnlich.
Realistisch betrachtet wird die Steam Machine grafisch nicht an die Spitzenleistung der PlayStation 5 Pro heranreichen, da ihre GPU deutlich schwächer ist. Für die CPU gilt das allerdings nicht. Da die PS5 Pro wie das Standardmodell weiterhin auf AMD Zen 2 beschränkt ist, dürfte die Steam Machine zumindest mit reduzierten Grafikeinstellungen höhere Bildraten erzielen können als beide PlayStation-Konsolen. Aber selbst bei vergleichbaren Settings – vor allem mit Blick auf 60 FPS – wirkt die Steam Machine dank der besseren Upscaling-Unterstützung auf dem PC durch AMD FSR und Intel XeSS schon jetzt mehr als solide als potenzieller PS5-Konkurrent. Noch besser sähe dieser Vergleich aus, falls sich die Unterstützung für AMD FSR 4 tatsächlich bewahrheiten sollte.
Der Ball liegt jetzt bei Valve. Und im Rahmen dessen, was ich als Tech-Autor mit zehn Jahren Erfahrung und lebenslanger Gaming-Leidenschaft sagen kann: Bitte nutzt diese Chance.








