Steam: Mit 1.000 „Äußerst positiven“ Bewertungen am ersten Tag startet dieses klassische Souls-like-RPG vielversprechend

Black Souls wurde am 16. August auf Steam veröffentlicht und hat innerhalb nur eines Tages bereits die Marke von 1.000 Bewertungen geknackt, mit einem Gesamtergebnis von „äußerst positiv“. Das ist keine Kleinigkeit für ein Nischen-Indie-RPG. Der plötzliche Erfolg des Games auf Steam scheint sowohl Hardcore-Fans von Souls-like-Spielen als auch Spieler anzuziehen, die nach etwas Düsterem und Experimentellerem im RPG-Bereich suchen. Für einen nicht neuen Titel ist dieses Debüt gleichermaßen überraschend und aussagekräftig dafür, wie groß das Interesse an Kult-RPGs ist, die ein breiteres Publikum erreichen.
Ursprünglich wurde Black Souls 2017 in Japan als Doujin-Spiel, das mit dem RPG Maker erstellt wurde, veröffentlicht. Im Laufe der Zeit erlangte es in der Underground-Szene Anerkennung für seine düstere Interpretation von Märchen und seine Souls-ähnliche Atmosphäre. Das Spiel wurde außerhalb seiner Nischen-Community nie breitflächig vertrieben, hingebungsvolle Fans erstellten jedoch Übersetzungen und Guides, die es online am Leben hielten.
Es wurde vom japanischen Studio Otaku Plan entwickelt und ist nun weltweit mit englischer Sprachunterstützung erhältlich. Die Handlung ist im „Verlorenen Reich“ angesiedelt, einer Welt, die unter einem mysteriösen Nebel erstickt und Menschen in Monster verwandelt. Black Souls verbindet traditionelle, rundenbasierte Kampfelemente mit einer düsteren Erzählweise.
Während der Grafikstil auf den ersten Blick wie ein klassisches JRPG wirken mag, basiert das Kampfsystem auf einem intensiven Active-Time-Battle-System. Auch die Entscheidungen der Spieler sind von Bedeutung: Es gibt mehrere Enden, verzweigte Pfade und ein Fortschrittssystem, mit dem man den Protagonisten auf verschiedene Weisen formen kann.
Insgesamt ist die Handlung sehr stark von psychologischem Horror geprägt. Themen wie Verzweiflung, Trauma und verstörte Märchen werden in die Welt eingebunden. Bitte beachte, dass das Spiel sensible Themen behandelt und ausdrückliche Warnungen enthält.
Es werden Darstellungen von sexuellem Inhalt, extremer Gewalt, Drogenmissbrauch und Selbstverletzung gezeigt. Frühere Versionen des Spiels sahen sich wegen bestimmter Story-Elemente Zensur-Kontroversen gegenüber. Damit es auf Steam zugelassen werden konnte, mussten viele der ursprünglichen Elemente vollständig entfernt werden, was einige Spieler sichtlich unglücklich macht.
Folgende Elemente wurden aus der Steam-Version entfernt:
- Verweise auf sexuelle Inhalte Charakter-Status-/Emotions-Sprites
- Der Spielercharakter ist schizophren und halluziniert Leaf's Anwesenheit in ihrer Einführungsszene
- Schild-Dialoge (mit Ausnahme des einen neben dem Haus in Bremen)
- Alle nicht essentiellen NPCs (wie die Feen des Heiligen Waldes und der Crestfallen Hero, der Schildkröten-Ritter, Topfpflanze, Gans)
- [Nicht zugänglich] Flussufer
- [Nicht zugänglich] Schmiede/Verlies
- [Nicht zugänglich] Dorothys Haus
- [Nicht zugänglich] Müllhalde
- [Nicht zugänglich] Wüste
- [Nicht zugänglich] Minen
Die ersten Rückmeldungen auf Steam sind äußerst positiv, und das nicht nur von einer Handvoll Reviews – fast tausend sind es (Stand bei der Verfassung dieses Textes). Viele Spieler lieben die Mischung aus Horror, RPG-Mechaniken und Erkundung, während andere angeben, dass es ein seltenes Beispiel für ein Game ist, das umso besser wird, je länger man es spielt. Black Souls ist außerdem ziemlich anspruchslos. Es läuft auf bescheidener Hardware, die lediglich einen 3-GHz-Prozessor und 4 GB RAM erfordert.
Black Souls ist weniger eine brandneue Veröffentlichung als vielmehr eine lang erwartete Ankunft auf einer Mainstream-Plattform. Sein sofortiger Erfolg auf Steam zeigt deutlich, wie groß die Nachfrage nach älteren Nischen-Titeln ist, die so neue Aufmerksamkeit erhalten. Dennoch erfordern seine Thematik und Stimmung viel Geduld und könnten Gelegenheitsspieler abschrecken. Es gibt jedoch viele Gamer, die experimentelle RPGs schätzen, die sich zwischen ernsthaften Themen und traditionellem Rollenspiel bewegen.
Das Spiel hat mit Black Souls II (2019) auch einen Nachfolger, der auf dem gleichen düsteren Märchen-Setting aufbaut, obwohl er noch nicht offiziell auf Steam erschienen ist. Black Souls könnte eine der denkwürdigsten Indie-Wiederveröffentlichungen des Jahres 2025 werden. Ihr könnt es hier ausprobieren – nach einem 10-prozentigen Einführungsrabatt ist es für 12,41 Euro erhältlich.















