Steigende Speicherpreise: Günstige Smartphones könnten künftig mit recyceltem RAM ausgestattet werden

Angesichts der weiter steigenden DRAM-Preise greifen Smartphone-Hersteller zunehmend auf wiederaufbereitete Speicherchips zurück, um ihre Produktionskosten unter Kontrolle zu halten. Bislang kommen solche Komponenten vor allem in Einsteiger- und Budget-Smartphones zum Einsatz. Für 2027 wird allerdings mit einer weiteren Verbreitung gerechnet.
Bei sogenanntem Reballed Memory handelt es sich im Wesentlichen um recycelten DRAM. Die Speicherchips werden aus älteren Geräten ausgebaut, aufbereitet und mit neuen Lötkugeln versehen, damit sie erneut verwendet werden können. Derzeit besteht das Angebot hauptsächlich aus LPDDR4X-Modulen mit 4 GB Kapazität, die vor allem in 4G-Smartphones im Budget-Segment zum Einsatz kommen.
Durch die Wiederverwendung ausgebauter Speicherchips können Hersteller ihre Komponentenkosten senken und ihre Geräte trotz steigender DRAM-Preise weiterhin günstig anbieten. Besonders im unteren Preissegment ist das von Bedeutung, da sich bereits geringe Preissteigerungen deutlich bemerkbar machen können. Laut dem Marktforschungsunternehmen TrendForce dürfte wiederaufbereiteter Arbeitsspeicher 2026 in etwa 3 bis 4 Prozent aller Smartphones zum Einsatz kommen. Im kommenden Jahr könnte dieser Anteil auf 7 bis 9 Prozent steigen.
TrendForce erwartet, dass sich der Preisanstieg bei DRAM im ersten Quartal 2027 weiter beschleunigen wird. Dadurch dürfte der Kostendruck auf Smartphone-Hersteller nochmals zunehmen. In der Folge könnten künftig auch Geräte aus höheren Preisklassen mit einfacheren Komponenten und wiederaufbereitetem Arbeitsspeicher ausgestattet werden. TrendForce sieht darin eine mögliche Strategie, mit der sich die Hersteller auf eine längere Phase hoher Speicherpreise einstellen könnten.
Auf den gesamten DRAM-Markt dürfte wiederaufbereiteter Arbeitsspeicher allerdings kaum Einfluss haben. Selbst wenn solche Chips künftig in deutlich mehr Smartphones eingesetzt werden, dürften sie voraussichtlich nur einen geringen Anteil am jährlichen LPDRAM-Gesamtverbrauch ausmachen.
Kurzfristig kann recycelter Arbeitsspeicher den Herstellern helfen, Kosten zu sparen und ihre Produktions- beziehungsweise Auslieferungsmengen trotz steigender Komponentenpreise aufrechtzuerhalten. Allerdings birgt die Wiederverwendung auch Risiken für Hersteller und Verbraucher. TrendForce weist darauf hin, dass die Beschaffung aufbereiteter Speicherchips komplizierter ist und ihre Qualität stärker schwanken kann. Das könnte die Zuverlässigkeit der Smartphones beeinträchtigen und ihre Lebensdauer verkürzen. Für die Hersteller drohen dadurch höhere Garantie- und Reparaturkosten sowie mögliche Imageschäden.














