Was würde mit unserem geliebten Planeten geschehen, wenn die Sonne stirbt? Astronomen haben das mögliche Schicksal der Erde aufgezeichnet, wenn ihr Stern das Ende seiner Lebensdauer erreicht – und es ist nicht gerade erfreulich. Mithilfe des W. M. Keck-Observatoriums sichteten die Wissenschaftler den weißen Zwerg LSPM J0207+3331 im Sternbild Dreieck (Triangulum). Der etwa 145 Lichtjahre von der Erde entfernte Stern enthielt den bisher klarsten chemischen Beweis für planetare Trümmerteile.
Seine wasserstoffreiche Atmosphäre enthielt 13 schwere Elemente, darunter Eisen, Nickel und Magnesium. Diese Elemente stammten nicht aus dem Stern selbst, sondern von einem Planeten, der ihn einst umkreist hatte, dann aber auseinandergerissen wurde. Es war die höchste Anzahl planetarer Elemente, die je in einem Weißen Zwerg gefunden wurde.
Die Astronomen fanden Parallelen zwischen dem zerstörten Planeten und der Erde. Tatsächlich war die untergegangene Welt eine extremere Version unseres Planeten mit einem dichten metallischen Kern und einem Gesteinsmantel. Sie schätzen, dass der Planet etwa 200 Kilometer weit war und dass 55 Prozent seiner Gesamtmasse in seinem Kern konzentriert waren, was etwa dem Doppelten des Verhältnisses der Erde entspricht. Zum Vergleich: Merkur hat eine Kernmasse von 70 Prozent.
Die Forscher schätzen, dass der Planet „relativ kürzlich” von LSPM J0207+3331 konsumiert wurde. Grund dafür ist, dass die Elemente des untergegangenen Planeten noch immer in der äußeren Schicht des Sterns vorhanden sind, statt in dessen Inneres abzusinken.
Doch wie geriet der unglückliche Planet in den toten Stern?
John Debes vom Space Telescope Science Institute vermutet, dass ein anderer Himmelskörper lange nach dem Tod des Sterns eine Instabilität im Sternsystem verursachte. Auslöser könnte ein Jupiter-großer Körper gewesen sein, der kleinere Objekte in instabile Umlaufbahnen schleuderte und sie direkt in den Weg von LSPM J0207+3331 beförderte.
Da Planeten chemische Spuren hinterlassen, ermöglicht uns die Untersuchung dieser fatalen Wechselwirkungen mit toten Sternen einen Einblick in die innere chemische Zusammensetzung von Exoplaneten. Gleichzeitig kann sie auch aufzeigen, was mit der Erde geschehen könnte, wenn die Sonne in Milliarden von Jahren stirbt.














