Uhren auf dem Mars laufen 477 Mikrosekunden schneller als auf der Erde – darum müssen künftige Missionen das berücksichtigen
Der Planet Mars. (Bildquelle: Digital Vision)
Uhren auf dem Mars laufen etwa 477 Mikrosekunden schneller als ihre Gegenstücke auf der Erde. Das klingt nach einem winzigen Unterschied, hat für zukünftige Missionspläne aber durchaus Folgen.
Der Milliardär Elon Musk hat die ambitionierte Vision, eine Kolonie auf dem Mars aufzubauen. Laut Neil Ashby und Bijunath R. Patla gehört jedoch auch der Umgang mit der Zeit zu den Herausforderungen, denen sich zukünftige Siedler stellen müssen. Die beiden Physiker haben Forschungsergebnisse veröffentlicht, die zeigen, dass irdische Uhren – sobald man sie zum Roten Planeten bringt – dort etwa 477 Mikrosekunden schneller laufen.
Warum die Uhren auf dem Mars schneller ticken
Ashby und Patla fanden heraus, dass der Zeitvorsprung auf die schwächere Schwerkraft des Mars und seine besondere Umlaufbahn zurückzuführen ist. Grundlage dafür ist die Allgemeine Relativitätstheorie, die besagt, dass Uhren in schwächeren Gravitationsfeldern schneller gehen.
Die Wissenschaftler berücksichtigen jedoch auch die Auswirkungen der elliptischen Marsbahn sowie die Gravitationskräfte anderer Himmelskörper im Sonnensystem. Zusammengenommen führen diese Faktoren dazu, dass die Zeit auf dem Mars um bis zu ±226 Mikrosekunden pro Tag schwanken kann.
Warum dieser Unterschied für Marsmissionen wichtig ist
Bei der Planung von Erkundungsprogrammen spielt Navigationsgenauigkeit eine entscheidende Rolle. Außerdem müssen Missionsingenieure Abläufe zwischen Erde und Mars exakt aufeinander abstimmen. Deshalb müssen Raumfahrtprojekte den zeitlichen Vorsprung der Mars-Uhren einkalkulieren, wenn sie ihr Timing festlegen.
Zur Veranschaulichung: 5G-Netze auf der Erde benötigen eine Genauigkeit von einem Zehntel einer Mikrosekunde. Beim Aufbau marsseitiger Infrastruktur – etwa für autonome Rover oder GPS-ähnliche Ortungsnetzwerke – müssen Planer ähnlich strenge Toleranzen einhalten. Die Studie warnt, dass das Ignorieren der Zeitdifferenz zu gravierenden Betriebsfehlern führen könnte.
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Autor des Originals:David Odejide - News Writer - 395 Artikel auf Notebookcheck veröffentlicht seit 2024
I am a writer and software developer with a background in Mechanical Engineering and a distinction MSc in Environmental Management (Energy). My career spans fullstack development (building desktop, web, and Android apps for enterprise clients), Content Strategist/Business Developer in the solar industry, and writing research-driven articles on electric vehicles, renewable energy, and consumer tech.
I previously ran WindowsFoneFans (remember when Windows phones were a thing?) as a social media hub for Windows phone enthusiasts. My work includes hundreds of video scripts on EVs and sustainability, with over 100 million views on YouTube. I also write about chipsets, mobile hardware, and emerging IT trends, drawing on years of hands-on development experience.
Whether it is decoding Snapdragon nodes or analyzing offshore wind policy, I aim to deliver content that is both technically sound and widely accessible. In my spare time, I manage one of the largest LinkedIn groups for wind energy professionals and enjoy getting lost in Scotland’s natural beauty.
Übersetzer:Marius Müller - Tech Writer - 3418 Artikel auf Notebookcheck veröffentlicht seit 2024
Als Kind der 90er war mein Gameboy mein ständiger Begleiter. Nach der Schule wurde die PlayStation angeworfen. Als ich schließlich meinen ersten PC bekam, war es vollends um mich geschehen. Meine Leidenschaft fürs Gaming ist seitdem nie wieder abgeflacht. Für Notebookcheck zu schreiben bedeutet für mich, über Themen zu berichten, die mir wirklich am Herzen liegen – neben Gaming auch gerne über E-Mobilität, Fotovoltaik oder innovative Gadgets. Wenn ich gerade nicht am Rechner sitze, schiebe ich wahrscheinlich Wasserrettungsdienst an der Ostseeküste oder versuche, den Schattenseiten meines Geek-Lebens – nämlich dem langen Sitzen – in der lokalen Schwimmhalle entgegenzuwirken.