Notebookcheck Logo

TSMC kauft Intel nicht, muss aber möglicherweise Investitionen in 2nm-Fertigung in Arizona verdoppeln

Das Logo der TSMC-Fabrik in Arizona. (Bildquelle: TSMC)
Das Logo der TSMC-Fabrik in Arizona. (Bildquelle: TSMC)
TSMC müsste seine Investitionen in den USA drastisch erhöhen, wenn das Unternehmen die drohenden hohen Zölle auf in Taiwan hergestellte Halbleiter vermeiden will, die die USA derzeit vorbereiten. Der mögliche Kauf von Intel hingegen ist Gegenstand separater Verhandlungen, an denen TSMC möglicherweise gar nicht beteiligt ist.

Nach der Ankündigung, dass die von der Trump-Regierung geplanten Zölle auf Chipimporte TSMCs 165-Milliarden-Dollar-Investition in eine 2nm/3nm-Chipfabrik in Arizona gefährden könnten, steht das Unternehmen nun möglicherweise vor einer noch deutlich größeren Verpflichtung.

Laut Trump wird TSMC nun nicht weniger als 300 Milliarden US-Dollar in den USA investieren – fast doppelt so viel wie bisher zugesagt. Dennoch wäre es nicht genug, um die gerüchteweise Übernahme von Intel zu realisieren, zu der US-Behörden TSMC angeblich drängen wollten.

Der bekannte Branchenanalyst Ming-Chi Kuo, der in Taiwan ansässig ist und unter anderem den A18-Pro-Chip im iPhone 16 Pro Max (auf Amazon inklusive MagSafe-Case für rund 1.293 Euro erhältlich) korrekt vorhergesagt hat, bestätigt, dass es tatsächlich Gespräche über eine TSMC-Übernahme von Intel gegeben habe. Die US-Regierung habe ihre Forderung jedoch nicht weiterverfolgt, nachdem sie das wahre Ausmaß der Probleme bei Intel erkannt habe.

Stattdessen scheint TSMC nun bis zu 300 Milliarden US-Dollar in seine Produktionsstätten in Arizona investieren zu müssen. Bisher hatte das Unternehmen dort Investitionen in Höhe von 165 Milliarden Dollar angekündigt. Doch selbst diese würden laut US-Finanzminister Scott Bessent nur rund 7 % des Bedarfs an modernen Chips decken, den US-Unternehmen wie Apple haben.

Diese Quote könnte deutlich steigen, sollte TSMC tatsächlich 300 Milliarden Dollar direkt in den USA investieren – als Ausweg vor dem erwarteten 20 %-Zoll auf Halbleiter aus seinen taiwanischen Fabriken, der voraussichtlich nächste Woche angekündigt wird. Hätte das Weiße Haus zusätzlich verlangt, dass TSMC auch noch Intel übernimmt, hätte der Chiphersteller insgesamt 565 Milliarden Dollar in den USA investieren müssen – ein höchst unwahrscheinliches Szenario.

Angesichts von Trumps typischem Vorgehen, so Kuo weiter, sei das wahrscheinlichste Ergebnis, dass TSMC die geforderten Investitionen und den "Tarif-Lösegeldbetrag" im Rahmen von Verhandlungen deutlich drücken kann – wobei die ursprünglich überzogene Summe nur als Ausgangspunkt diente.

Dennoch plant TSMC einen sehr großen Ausbau in Arizona. Ziel sei es, mindestens 30 % der weltweiten 2nm-Produktion aus den USA zu liefern und künftig dort auch noch fortschrittlichere Fertigungstechnologien einzusetzen. Eine Intel-Übernahme steht allerdings nicht zur Debatte – auch wenn TSMC weiterhin eine zentrale Rolle in den US-Handelsverhandlungen mit Taiwan spielt.

Quelle(n)

static version load dynamic
Loading Comments
Diesen Artikel kommentieren / Antworten
Teilen Sie diesen Artikel, um uns zu unterstützen. Jeder Link hilft!
Mail Logo
> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2025-08 > TSMC kauft Intel nicht, muss aber möglicherweise Investitionen in 2nm-Fertigung in Arizona verdoppeln
Autor: Daniel Zlatev,  6.08.2025 (Update:  6.08.2025)