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Test Huawei Band 4 Pro Fitness Tracker– Das Kleine kann viel alleine!

Fitness-Tracker mit Ambitionen. Huaweis Fitness-Watch Band 4 Pro soll nicht nur in Verbindung mit einem Smartphone gute Dienste leisten, sondern auch alleine Läufe aufzeichnen können oder die Herzfrequenz überwachen. Wie gut das klappt, schauen wir uns im Test an.
Huawei Band 4 Pro
Huawei Band 4 Pro
Prozessor
Bildschirm
0.95 Zoll 2:1, 240 x 120 Pixel 282 PPI, kapazitiver Touchscreen, AMOLED, spiegelnd: ja
Anschlüsse
Sensoren: Beschleunigung, Gyroskop, optischer Herzfrequenzsensor, Infrarot-Verschleißsensor, Docking-Port für Ladegerät
Netzwerk
Bluetooth 4.2 LE, GPS
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe (in mm): 11 x 45 x 19
Sonstiges
Ladekabel, Ladestation, 24 Monate Garantie, Lüfterlos, Wasserdicht
Gewicht
25 g, Netzteil: 15 g
Preis
79 Euro
Hinweis: Der Hersteller kann abweichende Bauteile wie Bildschirme, Laufwerke und Speicherriegel mit ähnlichen Spezifikationen unter dem gleichen Modellnamen einsetzen.

 

Vergleichsgeräte

Datum
Modell
Gewicht
Laufwerk
Groesse
Aufloesung
Preis ab
01.2020
Huawei Band 4 Pro


25 g0.95"240x120
09.2017
Huawei Band 2 Pro


21 g0.91"x
07.2016
Xiaomi Mi Band 2


18 g0.46"x
11.2019
Samsung Galaxy Watch Active2 Aluminium 40 mm
Samsung Exynos 9110

0.8 GB Hauptspeicher, 4 GB eMMC
26 g4 GB Flash1.2"360x360
11.2019
Apple Watch 5 40 mm Aluminium
Apple S5

1 GB Hauptspeicher, 32 GB SSD
30.8 g32 GB SSD1.533"394x324

Gehäuse, Ausstattung und Bedienung – Wasserdicht?

Das Huawei Band 4 Pro entspringt einer langen Tradition der Fitness-Tracker bei Huawei, das Band 2 Pro haben wir 2017 unter die Lupe genommen. Nun wollen wir natürlich sehen, was Huawei verbessert oder verändert hat.

Das Band 4 Pro wird vom Hersteller mit knapp 70 Euro veranschlagt, dafür bekommt man eingebautes GPS, sodass man auch ohne Smartphone eine Strecke nachvollziehen kann, einen Herzfrequenz-Sensor und einen Infrarot-Sensor, der die Erwärmung des Körpers während des Trainings misst und diese in die Berechnung des Kalorienverbrauchs einfließen lässt. In einigen Ländern wird das Band 4 Pro auch mit NFC angeboten, sodass man dort mit seinem Fitnesstracker und in Verbindung mit Apple Pay oder Google Pay sogar bezahlen kann. In Mitteleuropa ist diese Funktion allerdings nicht aktiviert.

Neben dem Band 4 Pro gibt es auch noch die einfacheren und günstigeren Varianten Band 4 und Band 4e. Während sich das Band 4e speziell an Basketballspieler wendet, ist das Band 4 die einfachere Variante ohne aktives GPS und ohne NFC. Außerdem gibt es einen niedriger auflösenden Bildschirm, der zudem schlechtere Blickwinkel bietet, da es sich um ein unmodernes TFT-Display handelt.

Der Bildschirm des Band 4 Pro sitzt in einer Metallumrandung, die mit grbürstetem Finish sehr nett aussieht. Diese Umrandung kann, je nach gekaufter Farbvariante, entweder schwarz oder rotgold ausfallen, die Bänder sind ebenfalls entweder Schwarz, Rot oder Pink. Der Körper des Trackers besteht aus metallischem Kunststoff, wie Huawei das Material nennt. Im Vergleich zum Band 2 Pro ist die neuste Version von Huaweis Fitness-Tracker tatsächlich etwas schwerer geworden, aber immer noch sehr angenehm zu tragen.

Die Wasserdichtigkeit des Gehäuses gibt Huawei mit 5 ATM an, das bedeutet, dass man das Fitness-Armband üblicherweise zum Händewaschen anbehalten kann. Kurioserweise empfiehlt Huawei den Fitness-Tracker auch zum Schwimmen, wobei Angaben im Internet sagen, dass ein Wasserschutz bis 5 ATM dafür üblicherweise nicht ausreicht. Da Huawei auf der Website offiziell damit wirbt und auch in der Garantie Wasserschäden nicht explizit ausgeschlossen sind, sollte der Kunde hier wohl auf der sicheren Seite sein.

Das mitgelieferte Armband besteht aus Silikonkautschuk und ist 16,5mm breit. Die Gesamtlänge der beiden Riemen ist mit etwas über 21 Zentimeter auch für muskulösere Handgelenke geeignet, zahlreiche Löcher ermöglichen die passende Längeneinstellung.

Bedient wird das Wearable über einen Touchscreen und einen abgesetzten berührungsempfindlichen Button, der einen immer wieder zurück auf den Hauptbildschirm bringt. Eine spezielle Geste hätte es vielleicht auch getan, dann hätte man noch deutlich mehr Platz für den Bildschirm gehabt, aber die Lösung funktioniert auch. Der Button ist etwas zu wenig empfindlich nach unserem Geschmack, oft muss man mehrfach darauf tippen, um tatsächlich den Main Screen zu erreichen. Der Touchscreen ist einigermaßen gut zu bedienen, auch hier haben wir aber schon exaktere Touchscreens gesehen.

Huawei Band 4 Pro
Huawei Band 4 Pro
Huawei Band 4 Pro
Huawei Band 4 Pro
Huawei Band 4 Pro

Größenvergleich

45 mm 19 mm 11 mm 25 g44 mm 19.7 mm 10.3 mm 21 g40 mm 40 mm 10.9 mm 26 g40.3 mm 15.7 mm 10.5 mm 18 g40 mm 34 mm 10.7 mm 30.8 g

Software – Umfangreiche App für Android

Huawei hat ein eigenes Betriebssystem für seine Fitnesstracker entwickelt, zur Verbindung mit einem iOS- oder Android-Smartphone verwendet man die App Huawei Health. Zumindest fragwürdig: Auf Android müssen noch die Huawei Mobile Services installiert werden, die im Hintergrund agieren und recht umfassende Rechte im System haben. Ohne sie und auch ohne eine Huawei ID kann man den Fitnesstracker nicht nutzen. Das ist ärgerlich auf Smartphones, die nicht von Huawei stammen, bei den Geräten des Herstellers sind die Services ohnehin schon vorinstalliert. Auf diese Weise funktioniert der Fitness-Tracker aber mit fast jedem Smartphone, das nicht allzu alt ist.

Über einen Watch Face Store lassen sich neue Titelbildschirme herunterladen, das passiert über das Smartphone, allerdings gibt es keine Warteschlange, sondern man muss jedes Face einzeln anklicken und dann warten, bis es installiert ist. Bei manchen Titelbildschirmen sind die Tage leider auch nur in chinesischen Schriftzeichen dargestellt.

Man kann über die App Einstellungen ändern, die gesammelten Daten abrufen und auswerten und auch eine Firmware-Aktualisierung des Band 4 Pro vornehmen.

Kommunikation und GPS – Recht exaktes GPS

Bluetooth 4.2 LE ist eine der wichtigsten Kommunikationsfunktionen für das Band 4 Pro: Darüber wird die Verbindung zum Smartphone hergestellt, andere drahtlose Schnittstellen gibt es, abgesehen von NFC in einigen Ländern, nicht. Am Anfang zickte die Verbindung zum Smartphone ab und an, nach einem ersten Neustart der App hatten wir aber keine Probleme mehr.

Wir machen einen kleinen Lauf mit dem Garmin Edge 520 und dem Huawei Band 4 Pro im Gepäck. Dabei zeigt sich das Garmin-Navi in diesem Fall überraschend unzuverlässig, während sich das Huawei Band 4 Pro deutlich eher am Streckenverlauf orientiert. Leider ist ein exakter Vergleich nicht möglich, da es in der Huawei-App keine Satellitenansicht gibt und man die Daten nicht exportieren kann, aber insgesamt wirkt der aufgezeichnete Streckenverlauf mit dem Fitness-Tracker recht ruhig und exakt.

GPS Garmin Edge 520 – Wende
GPS Garmin Edge 520 – Wende
GPS Huawei Band 4 Pro – Wende
GPS Huawei Band 4 Pro – Wende
GPS Garmin Edge 520 – Brücke
GPS Garmin Edge 520 – Brücke
GPS GHuawei Band 4 Pro – Brücke
GPS GHuawei Band 4 Pro – Brücke

Zubehör und Garantie – 24 Monate Sicherheit

Im Lieferumfang findet sich die sehr kleine Ladestation, die sich mittels der zwei magnetischen PINs an der Rückseite des Trackers mit diesem verbindet und das Laden startet. Ein eigenes Netzteil gibt es nach wie vor nicht, man kann aber jedes normale USB-Ladegerät, einen PC mit USB-Ausgang oder auch eine Powerbank nutzen, um das Wearable zu laden.

Huawei bietet 24 Monate Garantie.

Display – Nicht so hell

Mit 282 PPI ist das Band 4 Pro recht gut aufgestellt, der AMOLED-Screen bietet satte Farben. Die spiegelnde Oberfläche ist im Freien an sehr hellen Tagen ein Ärgernis, insgesamt ist der Fitness-Tracker bei direkter Sonneneinstrahlung nur schwer ablesbar, an schattigen Orten oder wenn man den Bildschirm mit der Hand abschattet, erkennt man den Bildschirminhalt deutlich leichter.

0,95 Zoll beträgt der Durchmesser des Displays, das reicht für eine einigermaßen lesbare Darstellung.

PWM-Flimmern entdecken wir bei unserem Testgerät über fast das gesamte Helligkeitsspektrum, es ist bei AMOLED-Screens üblich, um die Helligkeit zu regulieren. Da man den Fitnesstracker wohl nicht so dauerhaft betrachtet, wie sein Smartphones, sollte es hier nicht zu allzugroßen Problemen kommen, dennoch sollten empfindliche Personen sich des Flimmerns vor dem Kauf bewusst sein.

Einsatz bei Sonneneinstrahlung
Einsatz bei Sonneneinstrahlung
PWM als schwarze Balken sichtbar
PWM als schwarze Balken sichtbar

Funktionen – Band 4 Pro mit Schlafüberwachung

Für verschiedene Sportarten bietet Huawei unterschiedliche Auswertungsmodi, bei längerem Sitzen erinnert der Fitness-Tracker daran, dass man sich wieder einmal bewegen sollte und natürlich lässt sich auch der Schlaf überwachen.

Dank des 6-achsigen Bewegungssensors lassen sich nicht nur Schritte zählen, sondern beispielsweise auch Schwimm- oder Ruderbewegungen nachvollziehen. Während unseres Testzeitraums erschienen uns die ermittelten Ergebnisse recht schlüssig und realistisch.

Der optische Herzfrequenzsensor kann den Puls entweder kontinuierlich beobachten oder auch nach gelernten Mustern des Tagesablaufs, um Energie zu sparen. Auf jeden Fall kann das Gerät bei zu hohem oder zu niedrigem Puls eine Warnung ausgeben.

Die Schlafüberwachung erkennt Wachphasen und die unterschiedlichen Schlafphasen recht zuverlässig. Die Funktion gibt Tipps, wie man seinen Schlaf noch erholsamer gestalten kann. Die damit verbundene Weckfunktion ermöglicht es, sich auch schon vor dem eigentlichen Termin mit sanften Vibrationen aus das Aufwachen vorbereiten zu lassen. Das passiert allerdings nur, wenn man sich nicht gerade in einer Tiefschlafphase befindet.

Und natürlich beherrscht das Smartphone auch das Anzeigen von Nachrichten, den an das Smartphone geschickt wurden. Einen Lautsprecher oder ein Mikrofon, mit dem man Sprachnachrichten abhören oder gar telefonieren könnte, gibt es allerdings nicht.

Akkulaufzeit – Hält einen Marathon durch

Wie schon beim Band 2 Pro gibt es wieder einen 100-mAh-Akku. Huawei nennt verschiedene Szenarien für Akkulaufzeiten, beispielsweise mit deaktivierter Schlafüberwachung und kontinuierlicher Herzfrequenzmessung, wobei das Gerät dann 7 Tage durchhalten soll. Lässt man den Schlaf jede Nacht überwachen und nutzt den Fitnesstracker recht intensiv sollen immer noch 5 Tage Akkulaufzeit drin sein.

Nach unseren Praxistests erscheint uns das recht plausibel, auch die 7 Stunden Training mit GPS-Unterstützung, die der Hersteller verspricht. Je nach Umgebungstemperatur kann der Akku aber natürlich kürzer durchhalten, vor allem im Winter wird das spürbar.

Das Laden dauert circa 1:30 Stunden.

Fazit – Band 4 Pro mit viel Eigenständigkeit

Im Test: Huawei Band 4 Pro
Im Test: Huawei Band 4 Pro

Das Huawei Band 4 Pro ist ein moderner Fitness-Tracker, das für den Sportalltag insgesamt gut geeignet ist: Der recht fein aufgelöste AMOLED-Screen mit kräftigen Farben, die gute Begleit-App, das verbaute GPS, das einen unabhängiger vom Smartphone macht und die Sensoren, die die Körperfunktionen überwachen, machen das Band 4 Pro recht universell einsetzbar.

Ein paar Kleinigkeiten gibt es, die man vor dem Kauf wissen sollte: Die Huawei-App verlangt es, dass man die Huawei Mobile Services installiert, insofern man ein Smartphone eines anderen Herstellers verwendet. Der Bildschirm ist nicht sonderlich leuchtstark und muss an hellen Tagen beschattet werden, um etwas zu erkennen. Die Steuerung mit der sepraten Home-Taste könnte zudem etwas präziser sein.

Man bekommt beim Band 4 Pro aber dennoch recht viel für sein Geld und die Aufzeichnung von Schlaf, Herzfrequenz und Trainingsstrecken funktioniert zuverlässig.

Das Huawei Band 4 Pro bietet eigenes GPS und in manchen Ländern sogar NFC und setzt sich damit von günstigeren Fitness-Bändern ab.

So können wir das Fitness-Armband allen empfehlen, die etwas mehr wollen, als nur eine einfaches Zweitdisplay mit Sensoren am Handgelenk.

Preisvergleich

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Autor: Florian Schmitt, 24.01.2020 (Update: 24.01.2020)
Florian Schmitt
Florian Schmitt - Managing Editor Mobile
Als ich 12 war, kam der erste Computer ins Haus und sofort fing ich an rumzubasteln, zu zerlegen, mir neue Teile zu besorgen und auszutauschen – schließlich musste immer genug Leistung für die aktuellen Games vorhanden sein. Als ich 2009 zu Notebookcheck kam, testete ich mit Leidenschaft Gaming-Notebook, seit 2012 gilt meine Aufmerksamkeit vor allem Smartphones, Tablets und Zukunftstechnologien.