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Tiefer Krater auf Asteroid Psyche könnte Geheimnisse von Planetenkernen bergen

Tiefer Krater auf Psyche könnte die Geheimnisse von Planetenkernen bergen
ⓘ NASA via Unsplash
Künstlerische Darstellung eines Asteroiden im Kuiper-Gürtel
Der Asteroid 16 Psyche gibt der Wissenschaft weiterhin Rätsel auf. Fast 200 Jahre nach seiner Entdeckung wird noch immer intensiv erforscht, wie er entstanden ist und woraus er genau besteht.

Der Asteroid Psyche ist ein ungewöhnliches Objekt. Er befindet sich im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter, hat einen Durchmesser von etwa 225 Kilometern und besteht überwiegend aus Metall. Während die meisten Asteroiden silikat- oder kohlenstoffreich sind, besteht Psyche überwiegend aus Metall. Damit ist er der größte bekannte metallreiche Asteroid.

Wissenschaftler untersuchen derzeit die Frage, ob Psyche ein Fragment eines Planetenkerns sein könnte. Falls es sich tatsächlich um einen freigelegten Kern handelt, würde dies wertvolle Einblicke in das Innere von Planeten ermöglichen. Es gibt verschiedene Theorien über seine Entstehung:

Eine besagt, dass er einst Teil eines größeren Himmelskörpers war, dessen äußere Gesteinsschichten durch heftige Kollisionen abgetragen wurden, sodass nur der metallische Kern übrig blieb. Eine andere Hypothese vermutet, dass massive Einschläge Psyche zertrümmert und dabei Metall und Gestein wahllos miteinander vermischt haben. Einige Forscher glauben auch, dass Psyche ein nur teilweise geformter, metallreicher Planet ist.

Um diesen Asteroiden zu untersuchen, startete die NASA im Jahr 2023 die Mission „Psyche“, die den Himmelskörper voraussichtlich im Jahr 2029 erreichen wird. Die Raumsonde soll die Oberflächenzusammensetzung, das Gravitationsfeld, das Magnetfeld sowie Dichteschwankungen messen. Um die Ergebnisse vorwegzunehmen, haben Wissenschaftler ein 3D-Modell von Psyche erstellt und dieses in verschiedenen Szenarien getestet.

Dabei variierten sie die Einschlagsgeschwindigkeit und die Größe der einschlagenden Objekte. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Porosität: Ein poröser Asteroid würde die Einschlagsenergie absorbieren, wodurch tiefere Krater entstehen würden. Verschiedene Größen von Impaktoren wurden an zwei Modellen getestet: einem Modell mit einem Metallkern und einem Modell aus gemischtem Gestein und Metall. Die Simulation ergab, dass ein etwa fünf Kilometer breiter Impaktor den heute beobachteten Krater erzeugt haben könnte.

Zudem lieferte die Simulation Vorhersagen über subtile Unterschiede in der Kraterform, dem Auswurfmaterial, der Dichteverteilung und der Metallverteilung auf der Oberfläche. Wenn die Raumsonde im Jahr 2029 eintrifft, werden die Wissenschaftler die realen Beobachtungen mit den Simulationen vergleichen. Dies wird Aufschluss über die Entstehung des Inneren von Planeten und den Ablauf von Kollisionen in der Frühzeit des Sonnensystems geben.

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> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2026-03 > Tiefer Krater auf Asteroid Psyche könnte Geheimnisse von Planetenkernen bergen
Autor: Chibuike Okpara, 19.03.2026 (Update: 20.03.2026)