Satellitenstarts und verglühende Trümmer verändern Erdatmosphäre und schädigen Ozonschicht

Die Anzahl der ins All beförderten Satelliten ist in den letzten Jahren dramatisch gestiegen. Sogenannte Mega-Konstellationen – riesige Netzwerke zusammenarbeitender Satelliten – werden in den Orbit gebracht, um globales Internet, Kommunikation, Navigation und Erdbeobachtung zu gewährleisten. Jedes Jahr gibt es hunderte Raketenstarts, sodass sich mittlerweile tausende Satelliten in der Umlaufbahn befinden.
Diese sind etwa 5 bis 15 Jahre in Betrieb, bevor sie aus dem Orbit entfernt werden. Dabei werden sie zurück in die Erdatmosphäre gelenkt, wo sie sich auf tausende Grad Celsius erhitzen, verbrennen und zerfallen. Dieser Prozess wird als atmosphärischer Wiedereintritt bezeichnet. Neue Forschungsergebnisse zeigen jedoch, dass das verbrennende Material zu atmosphärischer Verschmutzung wird.
Metallpartikel und chemische Verbindungen werden in der mittleren Atmosphäre freigesetzt. Satelliten enthalten große Mengen an Aluminium, das beim Verbrennen Aluminiumoxid-Partikel bildet, welche über lange Zeiträume in der mittleren Atmosphäre schweben. Raketentriebwerke, die Kohlenwasserstoff-Treibstoffe nutzen, produzieren zudem Ruß. Auch Metalle wie Kupfer und Lithium wurden bereits nachgewiesen.
Diese freigesetzten Chemikalien können verschiedene Schichten der Erdatmosphäre beeinflussen, was zu Schäden an der Ozonschicht, einer Erwärmung der Stratosphäre und Veränderungen in der polaren Atmosphäre führen kann. Zudem besteht die Möglichkeit, dass Trümmerteile auf die Erde stürzen. Wissenschaftler haben vorgeschlagen, Materialien von ausrangierten Satelliten zu recyceln und wiederzuverwenden, anstatt sie zu verbrennen, um Verschwendung zu vermeiden.
Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) entwickelt derzeit die Mission ClearSpace-1, die Weltraumschrott einfangen und sicher entfernen soll. Die Rückgewinnung dieser Materialien hat sich zudem als wertvoll erwiesen und könnte potenziell Einnahmen generieren. Die Menschheit steht nun vor der Wahl: entweder die aktuelle Praxis fortzusetzen oder eine nachhaltige, kreislauforientierte Weltraumumgebung aufzubauen.







