ARC Raiders – bei dem es sich übrigens nicht um einen Extraction Shooter, sondern um ein Extraction Adventure handelt – wurde ursprünglich als kooperatives Erlebnis angekündigt. Seit dem Release driftet das Spiel jedoch immer stärker in Richtung PvP ab. Auf der „Surface“ begegnen Spieler einander mit wachsendem Misstrauen – mit Verrat nach kurzem Frieden oder Hinterhalten in scheinbar sicheren Zonen. Auch bewusstes „Rat“-Verhalten – also Campen und Fallenstellen – gehört inzwischen zum Alltag im Spiel. Begegnungen verlaufen zunehmend nach demselben Muster: ein kurzer Moment der Unsicherheit – und dann die schnelle Entscheidung, ob man die Waffe senkt oder abdrückt.
Auf das zunehmend schlechter werdende Klima reagierte die Community mit einem ungewöhnlichen Projekt: der Speranza Watchlist. Das ist eine Website, auf der Spieler ihren Frust über hinterhältige Mitspieler ablassen können. Es handelt sich allerdings um keine echte Meldeplattform, sondern um eine satirische Website, die das Chaos auf der Surface in ein Rollenspiel-Szenario verwandelt. Statt ernsthafte Strafen zu verteilen oder Spieler bloßzustellen, sammelt die Seite Vorfälle und verwandelt reale Frustmomente in humorvolle Geschichten.
Die Grundidee ist einfach: Wer im Spiel verraten, ausgetrickst oder hinterhältig ausgeschaltet wurde, kann die Embark-ID der verantwortlichen Person auf der Website eintragen. Dort wird der „Incident“ in einen RP-Kontext gesetzt – mit frei erfundenen Einstufungen, Kommentaren und einer ironischen Akte, die den vermeintlichen Übeltäter entweder als naiven Trottel oder als gefährlichen Antagonisten darstellt. Die Speranza Watchlist dient damit weniger als Strafe für Übeltäter, sondern vielmehr als humorvolles Ventil für verärgerte ARC Raiders-Spieler. Anzumerken ist, dass sie weder das klassische Reporting ersetzt, noch in einem Zusammenhang zu den Entwicklern von Embark Studios steht.
Quelle(n)
Bildquelle: Steam


















