Wir haben den Framework Laptop 13 Pro ausprobiert – Verbesserungen sind gewaltig

Die Botschaft von Framework Computer zu Nachhaltigkeit und dem Recht auf Reparatur ist heute wohl noch relevanter als 2021 zur Einführung des ursprünglichen Laptop-13.5-Modells. Angesichts der aktuell stark steigenden Preise wirkt die Möglichkeit, selbst das 2021er-Modell mit den neuesten CPUs von Intel oder AMD aufzurüsten, besonders attraktiv. Der vergangene Woche angekündigte Framework Laptop 13 Pro vereint scheinbar das Beste aus beiden Welten: neue Hardware-Features, die beim ursprünglichen Design des Framework Laptop 13.5 nicht möglich gewesen wären – bei gleichzeitig weitgehend erhaltener Abwärtskompatibilität bei der Mehrheit der Komponenten.
Als Framework-CEO Nirav Patel den Framework 13 Pro auf einem Presse-Event in San Francisco erstmals vorstellte, hielt sich die Begeisterung zunächst in Grenzen. „Pro“-Modelle sind in der Branche nichts Besonderes mehr. Entsprechend drängte sich schnell die Frage auf, ob Framework hier lediglich zur Konkurrenz aufschließt, statt echte Innovationen zu liefern. Beim ersten Ausprobieren wurde klar, warum ein Redesign überhaupt nötig war.
Schon beim ersten Eindruck greift der Framework 13 Pro einen der größten Kritikpunkte am ursprünglichen Framework Laptop 13.5 auf: die Stabilität des Gehäuses. Das Original punktete zwar mit hoher Modularität, wirkt im Alltag aber deutlich nachgiebiger – Oberflächen geben schneller nach und neigten eher zu Knarzgeräuschen als bei klassischen Geräten von Herstellern wie Dell, Lenovo oder HP. Der neue Rahmen aus CNC-gefrästem Aluminium wirkt deutlich massiver und gehört wohl zu den größten Stärken des Modells – neben der Unterstützung für Intels Panther Lake oder die Ryzen-AI-300-Serie.
Auch Tastatur und Clickpad wurden überarbeitet: Die Eingaben fallen nun deutlich präziser aus, während das Piezo-Clickpad mit haptischem Feedback fast schon an ein MacBook erinnert und dem Gerät insgesamt einen hochwertigeren Eindruck verleiht. Laut Nirav Patel hat man vor allem dem Clickpad besondere Aufmerksamkeit gewidmet – ein Bereich, der bei vielen anderen Herstellern oft eher stiefmütterlich behandelt wird.
Beim Display bleibt vieles beim Alten: Auflösung und Bildwiederholrate liegen weiterhin bei 2880 × 1920 Pixeln und 120 Hz. Neu hinzu kommen jedoch Touch-Unterstützung und ein besonders heller 700-Nits-Modus. Auffällig ist außerdem, dass weiterhin auf OLED verzichtet wird – vermutlich mit Blick auf die Akkulaufzeit und eine potentiell geringe Nachfrage bei der Zielgruppe.
Leistung und Akkulaufzeit haben spürbar zugelegt – vor allem dank Panther Lake und eines dichteren Akkupacks. Wie sich bereits in mehreren unserer Tests gezeigt hat, erreicht der Panther Lake X7 in anspruchsvollen Spielen ein Niveau nahe einer RTX 3050, während beim Surfen oder Streamen Laufzeiten im zweistelligen Stundenbereich möglich sind.
Am bemerkenswertesten ist jedoch die Aufrüstbarkeit: Besitzer des ursprünglichen Framework 13.5 aus dem Jahr 2021 können ihre alten Ice-Lake-Mainboards weiterhin gegen neue Varianten mit Panther Lake oder Ryzen austauschen – genau jene, die auch im Laptop 13 Pro stecken. Zwar sind nicht alle Komponenten zwischen dem 13 Pro und dem ursprünglichen 13.5 kompatibel, doch gerade die Mainboards und Erweiterungskarten lassen sich problemlos untereinander wechseln.
Ganz ohne Schwächen kommt das 13 Pro allerdings nicht aus. Vor allem Gewicht und Bauhöhe fallen im Vergleich zu anderen 13- oder 14-Zoll-Geräten mit ähnlichen Panther-Lake-Prozessoren höher aus. Das aktuelle Lenovo Yoga 7 Ultra 14 bringt beispielsweise weniger als ein Kilogramm auf die Waage – und wiegt damit fast nur halb so viel wie das neue Framework. Auch der Wechsel auf effizienteren LPCAMM-Arbeitsspeicher ist ein zweischneidiges Schwert: technisch sinnvoll, aber bei Upgrades deutlich teurer als klassischer SODIMM-RAM. Wie schon beim ursprünglichen Framework 13.5 zeigt sich damit erneut: Wer maximale Reparierbarkeit und Aufrüstbarkeit will, muss zwangsläufig ein kompakteres und schwereres System in Kauf nehmen.
Framework nimmt aktuell Vorbestellungen für das Laptop 13 Pro entgegen. Die Preise starten bei rund 1.200 US-Dollar für die Barebone-Version mit Core Ultra 5 325 und reichen bis etwa 1.600 US-Dollar oder mehr für Konfigurationen mit Core Ultra X7 358H. Schon eine Ausstattung mit 16 GB RAM schlägt mit zusätzlichen 240 US-Dollar zu Buche, während der Speicher bei etwa 115 US-Dollar für 500 GB beginnt. Die ersten Auslieferungen sollen im Juni starten. Ein ausführlicher Test dürfte entsprechend näher am Marktstart folgen.






















