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Framework-CEO warnt: Personal Computing wie man es kennt könnte durch KI-Boom sterben

Ein Promo-Bild zeigt die modularen Framework-Produkte
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Framework-CEO Nirav Patel warnt davor, dass der KI-Boom und ein "The winner takes it all"-Kampf um Chips und Speicher die Kosten für Komponenten weiter nach oben treiben und Verbraucher zu in sich geschlossenen Geräten drängen könnten, deren Nutzung nur noch über die Cloud gemietet wird. Damit könnte Personal Computing, wie man es bislang kannte.

Framework-Gründer Nirav Patel hat eine deutliche Warnung an die Tech-Branche ausgesprochen. Seiner Einschätzung nach könnte Personal Computing, so wie es den meisten bekannt und wichtig geworden ist, schon bald der Vergangenheit angehören. Er hat seine Gedanken in einem Blogeintrag auf der Website von Framework geteilt und seine Bedenken im Zuge der Ankündigung von Frameworks Next Gen Event dargelegt, das am 21. April 2026 in San Francisco stattfinden soll.

Framework hat den Trend zu reparierbaren und aufrüstbaren Laptops stark vorangetrieben, damit Nutzer die Kontrolle über ihre Geräte behalten und sie über Jahre hinweg weiterverwenden können. Dennoch sieht Patel das Gesamtbild kritisch. Trotzdem will er den durchschnittlichen PC-Käufer nicht aufgeben.

"Personal Computing könnte tot sein"

Im Framework-Blogeintrag hat Nirav Patel geschrieben: "Wir haben die vergangenen sechs Jahre bei Framework damit verbracht zu beweisen, dass sich leistungsstarke, dünne und leichte Computer bauen lassen, die länger halten und durch Reparierbarkeit, Aufrüstbarkeit und Anpassbarkeit die Rechte ihrer Besitzer respektieren."

Weiter schrieb er: "Es freut uns, dass Reparatur schnell eher zur Regel als zur Ausnahme wird, und sogar Apple, ausgerechnet Apple, das bei seinen neuesten Notebooks aufgegriffen hat."

Anschließend hat er eine nachdenklich stimmende Frage gestellt und sie selbst mit einer düsteren Antwort beantwortet. Patel schrieb: "Ich habe dieses Unternehmen gegründet, um eine kaputte Branche neu auszurichten und zu reparieren. Also, Mission erfüllt? Nicht ganz. Es gibt ein sehr reales Szenario, in dem Personal Computing, wie es bisher bekannt ist, tot ist."

"Besitze nichts und sei glücklich"

Die Frage bleibt, warum Patel so pessimistisch auf die Zukunft des Personal Computing blickt. Er macht dafür den massiven KI-Boom verantwortlich, von dem viele befürchten, dass er in naher Zukunft platzen könnte. Derzeit horten viele Tech-Konzerne und KI-Rechenzentren Arbeitsspeicher, SSDs, HDDs, Speicher jeder Art und Chips in Rekordtempo, wodurch Computing zu einem "The winner takes it all"-Rennen wird.

Die Folgen liegen auf der Hand: Die Preise für PC-Komponenten sind weit über das hinaus gestiegen, was für den durchschnittlichen PC-Enthusiasten finanziell noch erreichbar ist. Patel hat außerdem erklärt:

"Die Branche verlangt, dass niemand etwas besitzt und damit zufrieden ist. Computer sind kein Fahrrad für den Geist mehr. Sie werden immer mehr zum selbstfahrenden Auto, das direkt ans Ziel bringt."

Für eine Zukunft kämpfen, in der man Geräte besitzen kann

Patel und Framework verabschieden sich deshalb aber nicht von aufrüstbaren und reparierbaren Laptops. Stattdessen hat Patel seinen Beitrag als Manifest und Versprechen bezeichnet, den Kampf fortzusetzen, damit Menschen Geräte kaufen können, die ihnen wirklich gehören.

Zum Abschluss schrieb er: "Ganz gleich, wie unvermeidlich das Szenario klingen mag, in dem KI alles an sich zieht, solange es irgendwo auf der Welt noch einen Menschen gibt, der seine Rechenmittel selbst besitzen will, werden wir hier sein und die Hardware bauen, die das ermöglicht. Das bedeutet Computer, die sich bis in die tiefste Ebene besitzen und nach den eigenen Vorstellungen nutzen lassen."

"Ob es darum geht, das Betriebssystem frei zu wählen, die eigene Hardware zu verändern oder Daten und Rechenleistung lokal zu behalten, statt sie aus der Cloud zu mieten. Das wird nicht alles auf einmal passieren, aber wir werden immer für eine Zukunft kämpfen, in der sich alles selbst besitzen lässt und Freiheit möglich bleibt."

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> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2026-04 > Framework-CEO warnt: Personal Computing wie man es kennt könnte durch KI-Boom sterben
Autor: Rahim Amir Noorali, 11.04.2026 (Update: 11.04.2026)