„Ein Computer sollte dir gehören“: Framework-CEO kritisiert MacBook-Neo-Design

Framework-Gründer Nirav Patel hat vor Kurzem ein Teardown-Video zu Apples MacBook Neo veröffentlicht und es mit dem Framework Laptop 12 seines Unternehmens verglichen. Die deutlichen Unterschiede zwischen den beiden preisgünstigen Laptops fasst er mit einer einfachen Aussage zusammen: „Ein Computer sollte dir gehören.“
In dem YouTube-Video zerlegt Patel 33 Minuten lang das MacBook Neo und den Framework Laptop 12 und zeigt, wie die beiden budgetfreundlichen Laptops für unter 1.000 US-Dollar, die sich an Studenten und Gelegenheitsnutzer richten, zwei völlig gegensätzliche Vorstellungen davon verkörpern, was ein Laptop sein und wie lange er halten sollte.
Apples MacBook Neo hat eine UVP von 699 Euro (derzeit mit mit 4 Prozent Rabatt 673 Euro auf Amazon), gilt als Apples reparaturfreundlichster Laptop seit 14 Jahren und erhielt von iFixit eine Reparierbarkeitsbewertung von 6 von 10. Patel kaufte ein MacBook Neo in einem Apple Store, um einen Blick ins Innere zu werfen, und verglich es direkt mit Frameworks 12,2 Zoll großem Convertible-Laptop mit Touchscreen, der zum gleichen Einstiegspreis angeboten wird.
Frameworks Laptop wurde von Grund auf so konzipiert, dass er sich öffnen und aufrüsten lässt, um seine langfristige Zuverlässigkeit und Lebensdauer zu erhöhen.
Im Teardown-Video sind die Bauteile im Inneren des Framework klar gekennzeichnet, und viele Komponenten lassen sich dank einfacher POGO-Pins problemlos austauschen. Dadurch können Nutzer im Laufe der Zeit das Mainboard, den Arbeitsspeicher, den Speicher, die Kühllösung, das Display, die Tastatur und weitere Komponenten ersetzen.
Das MacBook Neo bietet dagegen einen einfachen Zugang zu Touchpad, Akku und Lautsprechern, und auch die Anschlüsse lassen sich ohne allzu großen Aufwand austauschen. Eine Ausnahme ist allerdings die Tastatur, für deren Ausbau zunächst eine Klebeschicht entfernt und anschließend 41 Phillips-Schrauben gelöst werden müssen.
Die Nachteile zeigen sich, wenn man bedenkt, dass Nutzer beim MacBook Neo im Grunde auf 8 GB RAM und einen fest vorgegebenen Speicher von entweder 256 GB oder 512 GB beschränkt sind. Arbeitsspeicher und Speicher werden beim MacBook Neo nämlich direkt auf das Mainboard gelötet.
Patel weist außerdem darauf hin, dass beim versehentlichen Bruch des Displays des MacBook Neo gleich das komplette obere Gehäuseteil ersetzt werden muss, während sich das Display bei Framework einfach herausziehen und in wenigen Minuten austauschen lässt.
Framework-CEO sagt: MacBook Neo soll Nutzer in Apples „Walled Garden“ locken
Patel spricht anschließend über das größere Bild hinter Apples Ansatz und sagt:
„Ein wichtiger Teil des MacBook Neo besteht darin, neue MacBook-Nutzer direkt von Anfang an abzuholen und sie dann in den Walled Garden zu ziehen, den Apple für sie geschaffen hat. Sobald du ein MacBook Neo besitzt, geht dir der Speicherplatz aus, es wird etwas zu langsam, du brauchst mehr Anschlüsse und bist bereits in der macOS-Welt. Vielleicht kaufst du dir dann ein MacBook Pro oder ein MacBook Air in der Preisregion von 1.000, 2.000 oder 3.000 US-Dollar.“
Danach erläutert Patel Frameworks eigenes Ziel und sagt, man stehe hier in deutlichem Kontrast, denn „Schulen brauchen Reparierbarkeit“. Er erklärt:
„Wir wollen diesen Elektroschrott vermeiden, indem wir das Produkt so gestalten, dass es sich so lange unkompliziert nutzen lässt, wie man es möchte. Und natürlich soll das kein bloßer Zwischenschritt auf dem Weg zu anderen Computern sein. Wenn du einen Framework Laptop hast, wollen wir, dass du es weiter aufrüsten kannst, damit es für dich so lange gut funktioniert, wie du es brauchst. Das ist unsere gesamte Philosophie.“









