Zu riskant: Darum macht Antrophic seine neue Cyber-KI nicht öffentlich

Anthropic hat mit Claude Mythos ein neues KI-Modell vorgestellt, das laut Angaben des Unternehmens ein Wendepunkt für die IT-Sicherheit sein soll. Das Modell soll äußerst gut darin sein, Sicherheitslücken zu finden – und genau das ist der Grund, aus dem Antrophic es noch nicht für die Öffentlichkeit freigibt. Das wäre aktuell noch zu riskant.
Anthropic gibt an, dass Mythos Zero-Day-Lücken in allen großen Betriebssystemen und Browsern gefunden habe – darunter sehr alte und schwer erkennbare Fehler. Genannt werden unter anderem eine 27 Jahre alte OpenBSD-Lücke, eine 16 Jahre alte FFmpeg-Schwachstelle und eine 17 Jahre alte FreeBSD-Lücke, die Root-Zugriff aus dem Netz ermöglicht haben soll. Die eigentliche Gefahr besteht darin, dass Mythos Sicherheitslücken nicht nur erkennen, sondern komplexe Exploits bauen können soll.
Weil über 99 Prozent der gefundenen Lücken laut Anthropic noch ungepatcht sind, will das Unternehmen Mythos noch nicht öffentlich freigeben. Würde so ein Modell unkontrolliert in die falschen Hände geraten, könnten Angreifer Schwachstellen schneller in echte Angriffe verwandeln, noch bevor Sicherheitsupdates bereitstehen. Stattdessen startet Anthropic mit Project Glasswing einen kontrollierten Einsatz für ausgewählte Partner, um kritische Software defensiv abzusichern, bevor ähnliche Fähigkeiten breiter verfügbar werden.
Auf Reddit wird bereits über Anthropics Mythos-Modell diskutiert. Viele halten die Ankündigung vor allem für starkes Marketing und zweifeln an den behaupteten Fähigkeiten. Gleichzeitig schwingt auch die Sorge mit, dass KI künftig Angreifer beim Aufspüren und Ausnutzen von Sicherheitslücken stärker unterstützen könnte.







