eGryphon auf Kickstarter: Portable eGPU mit RTX 5070 oder RTX 5060 Ti

Eine Kickstarter-Kampagne von eGryphon sorgt derzeit für Aufmerksamkeit, weil sie Desktop-Grafikleistung in einem deutlich kompakteren Format für Laptops, Mini-PCs und Handhelds verspricht. Das Projekt wird als portable eGPU vermarktet und bietet Dual-OCuLink 5.0, Thunderbolt 5, ein integriertes 400-Watt-Netzteil sowie wahlweise eine RTX 5060 Ti oder eine RTX 5070. Laut dem neuesten Backerkit-Snapshot lag die Kampagne zum Zeitpunkt der Erstellung bei 1.846.867 US-Dollar von 409 Unterstützern, ausgehend von einem ursprünglichen Finanzierungsziel von 20.000 US-Dollar. Die Finanzierungsphase läuft vom 10. März bis zum 7. April 2026.
Zwei GPU-Optionen in einem 1,86-Liter-Gehäuse
Die bei Backerkit (auf englisch) dargestellte Kampagnenübersicht nennt Konfigurationen mit Nvidia GeForce RTX 5070 und RTX 5060 Ti, ein 1,86-Liter-Gehäuse, Abwärtskompatibilität sowie eine Spitzenleistung von bis zu 988 AI-TOPS. Laut einem Bericht von FabScene verfügt die RTX-5060-Ti-Variante über 16 GB GDDR7-Speicher, während das Modell mit RTX 5070 auf 12 GB GDDR7 kommt. Demnach richtet sich die Version mit RTX 5060 Ti eher an Creator und lokale KI-Anwendungen, während die RTX 5070 stärker auf Gaming ausgelegt ist.
OCuLink ist standardmäßig an Bord, Thunderbolt 5 erfordert einen Adapter
OCuLink 5.0 ist die standardmäßige Verbindungsschnittstelle, während Thunderbolt 5 nur über einen Adapter genutzt werden kann. Dem Bericht zufolge kann das Gerät zudem bis zu vier Displays ansteuern und wird mit einem 50 Zentimeter langen OCuLink-Kabel sowie einer Transporttasche ausgeliefert. Zu den ungewöhnlicheren Designmerkmalen gehört, dass sich das Thunderbolt-5-Modul abnehmen lässt und gleichzeitig als externes SSD-Gehäuse genutzt werden kann. FabScene berichtet außerdem, dass kein separates externes Netzteil erforderlich ist, da das 400-Watt-Netzteil direkt im Gehäuse sitzt.
Frühe Unterstützer zahlen ab rund 438 US-Dollar
FabScene (auf japanisch) berichtete von Super-Early-Bird-Preisen von 3.420 Hongkong-Dollar für die Version mit RTX 5060 Ti und 3.899 Hongkong-Dollar für das Modell mit RTX 5070. Beide Varianten werden dabei mit einem Rabatt von 40 Prozent gegenüber dem angegebenen regulären Preis beworben.
Bei Zugrundelegung der an den US-Dollar gekoppelten Wechselkursbandbreite Hongkongs von 7,75 bis 7,85 Hongkong-Dollar pro US-Dollar entsprechen diese Unterstützerstufen umgerechnet rund 436 bis 441 US-Dollar für die RTX-5060-Ti-Version und etwa 497 bis 503 US-Dollar für das Modell mit RTX 5070. Im Mittel ergibt das ungefähr 438 US-Dollar (rund 380 Euro) beziehungsweise 500 US-Dollar (rund 434 Euro).
Noch keine Markteinführung: eGryphon befindet sich weiter im Crowdfunding
Als voraussichtlichen Versandtermin nennt die Kampagne derzeit Juni 2026. Dabei handelt es sich allerdings um eine Crowdfunding-Schätzung und nicht um einen garantierten regulären Veröffentlichungstermin. Es gibt immerhin einige öffentliche Hinweise darauf, dass die Hardware über reine Kampagnen-Renderbilder hinaus existiert: In zwei aktuellen YouTube-Videos ist von praktischen Tests mit Review-Mustern die Rede, wobei die jeweiligen Creator zugleich klarstellen, dass sie nicht für die Kickstarter-Kampagne selbst bürgen.
Für potenzielle Unterstützer ist jedoch ein wichtiger Hinweis angebracht: Crowdfunding-Kampagnen sind nicht mit regulären Produktstarts gleichzusetzen. Gerade bei Hardware-Projekten kann es zu Verzögerungen, technischen Änderungen oder Problemen in der Fertigung kommen – im schlimmsten Fall wird ein Produkt sogar gar nicht ausgeliefert. Manche Kampagnen stützen sich zudem stark auf polierte Renderbilder oder vertraut klingende Designversprechen, noch bevor eine breite unabhängige Bestätigung vorliegt. eGryphon sollte deshalb eher als Crowdfunding-Projekt und nicht als fertiges Serienprodukt betrachtet werden. Wer eine Unterstützung in Erwägung zieht, sollte sich die Vorgeschichte des Herstellers, vorhandene Nachweise zu Prototypen, die Produktionspläne und die Lieferbedingungen im Vorfeld genau ansehen.


