Test Dell Latitude ST-LST01 Tablet/MID

Jonas Adams, 16.02.2012

Schwacher Unternehmer. Mit dem Latitude ST bietet Dell ein 10,1-Zoll-Tablet mit Windows 7 an. Damit sollen vorrangig Firmen angesprochen werden, die ihre eingesetzten Tablets vollständig in das vorhandene IT-Netz integrieren wollen. Das Latitude ST arbeitet im Gegensatz zu den Android-Kollegen mit einem Atom-Prozessor von Intel. Ob die gebotene Leistung für Windows 7 reicht?

Tablets sind derzeit voll im Trend. Laufend wird von steigenden Absatzzahlen berichtet, und bei Endverbrauchern erfreuen sie sich bereits großer Beliebtheit. Nur Unternehmen tun sich mit der aktuellen Geräteklasse  noch schwer. Meistens werden sie mit einem für die vorhandene Struktur "exotischen" Betriebssystem  aka. Android oder iOS ausgeliefert, das sich weder in die eigene Netzwerkstruktur einbetten lässt, noch mit firmeneigener Software kompatibel ist. Dafür ist in der Regel ein Betriebssystem von Microsoft notwendig.

Dell versucht genau dieses Thema bei Unternehmen anzusprechen, indem es ein Tablet mit vollwertigem Windows 7 auf den Markt bringt. Das Latitude ST arbeitet mit einem Atom-Prozessor von Intel und ist damit theoretisch ein vollständiger Computer. Abgesehen davon muss das Tablet auch weiteren hohen Ansprüchen der Unternehmen gerecht werden. So kann das Tablet recht einfach gewartet werden, bietet eine Dockingstation und günstige Garantieverlängerungen. Hat Dell also ein optimales Produkt für die Business-Klasse geschaffen?

Gehäuse

Wie wir testen - Gehäuse

Das Latitude ST ist in dunklen Grautönen gehalten. Im ausgeschalteten Zustand ist die einzige Farbe, die man am Gehäuse finden kann, ein kleiner roter Punkt auf einem Riegel, der anzeigt, dass der Display-Inhalt sich nicht mit der Bewegung mitdreht. Die Rückseite besteht aus dunkelgrauem, mattem Kunststoff. Mittig ist in Silber das Logo von Dell eingelassen. Die Seiten sind aus dunklem Gummi, der das Tablet vor Stößen schützen soll. Die Vorderseite besteht aus besonders widerstandsfestem Gorilla Glas und soll so bei einem Fall oder Stoß eine erhöhte Bruchresistenz aufweisen.

Die Abmessungen des 10,1-Zoll-Tablets betragen 270 x 187 mm; die Stärke reicht bis zu 16 mm. Diese wird allerdings nur oben rechts bei dem Schacht für den Eingabestift erreicht. Damit ist das Latitude ST verhältnismäßig dick, ein iPad 2 beispielsweise besitzt eine Stärke von knapp 9 mm. Allerdings kann das iPad 2 auch nicht mit einer solchen Vielzahl von Anschlüssen punkten. Auch mit dem Gewicht von 810 g überragt das Latitude ST die Konkurrenz. Das ähnlich aufgebaute HP Slate 2 (ebenso Win-basierend) wiegt gut 100 g weniger und auch das iPad 2 ist mit 600 g deutlich leichter.

Als Ausgleich dazu ist die Verarbeitung allerdings sehr gut. Das Tablet knarzt zwar leise, wenn man es zu fest verbiegt, aber man findet keine ungenauen Spaltmaße oder zu labile Stellen im Gehäuse. Durch die Gummiumrandung, aber auch durch die Dicke und das Gewicht, wirkt das Latitude ST sehr robust. Das Netzteil ist erstaunlich klein und handlich und wiegt nur 150 g.

abnehmbare Rückseite
abnehmbare Rückseite

Einen Pluspunkt verdient sich das Latitude ST mit der abnehmbaren Rückseite. Diese ist zweigeteilt: zum Einsetzen der SIM-Karte (nur bei teureren Modellen) und zur Einsicht des Windows-7-Lizenzaufklebers lässt sich eine Klappe leicht mit einem Taster öffnen. Nach dem Entfernen von vier Kreuzschlitzschrauben kann man dann auch den Rest der Rückseite mit etwas Gewalt abhebeln. Nun hat man leichten Zugang zu dem austauschbaren Akku, der mSATA-SSD und den Netzwerkmodulen. Der Arbeitsspeicher lässt sich leider nicht modifizieren.

Ausstattung

Wie wir testen - Gehäuse

Bis auf den Docking-Anschluss auf der Unterseite (Querformat) befinden sich alle Anschlüsse links. Hier findet man von oben nach unten den Audio-Anschluss mit kombiniertem Kopfhörer und Mikrofon, USB 2.0, den SD-Kartenleser und HDMI. Zur Sicherheit wurde noch ein Kensington Lock verbaut. Mit diesen Anschlussmöglichkeiten sind die meisten Anwendungen abgedeckt. Wer mehr Geräte anschließen möchte, greift zur Docking-Station.

links: Kensington, HDMI, SD-Kartenleser, USB 2.0, Audio (Kombi Kopfhörer/Mikrofon)
links: Kensington, HDMI, SD-Kartenleser, USB 2.0, Audio (Kombi Kopfhörer/Mikrofon)

Kommunikation

Das Latitude ST bietet am Gerät nur Unterstützung für drahtlose Netzwerktypen. In der Standard-Version wird Bluetooth 4.0 LE (low energy) und WLAN a/b/g/n verbaut. Man könnte fast meinen, dass auch das integrierte WLAN-Modul für eine geringe Energieaufnahme konzipiert wurde, denn es zeigte im Test eine sehr geringe Reichweite. Gerade für ein portables Gerät wie ein Tablet ist dieser Umstand sehr ärgerlich.

Während ein parallel genutztes Dell Vostro V131 selbst eine Etage tiefer noch eine konstante Verbindung mit dem Internet hatte, bekamen wir mit dem Latitude ST im Test Probleme eine konstante Internetverbindung aufrecht zu halten. Den besten Empfang konnten wir beobachten, wenn das Tablet ganz gerade mit dem Dockingport nach oben gehalten wurde.
Um die Empfangsqualität anhand von Zahlen zu beurteilen, wurde das Tool inSSIDer benutzt. Dieses gibt die Empfangsstärke in Dezibel an. Je näher der Wert an der Null ist, desto besser ist der Empfang. Das Vostro V131, direkt neben dem Router platziert, erreicht eine Pegelstärke von etwa -30 dB, das Latitude dagegen misst hier in den meisten Lagen bereits nur -50 dB, mit Dockingport nach oben gerichtet -40 dB.
Gehen wir eine Etage tiefer, getrennt durch eine Decke aus Stahl-Beton, allerdings befinden wir uns direkt unter dem Router, sinkt die Empfangsqualität auf -60dB. Ebenfalls magere -60 dB erreichen wir aber auch bereits auf derselben Etage wie der Router, lediglich zwei Zimmer weiter, getrennt durch zwei Zwischenwände.

Für einen Aufpreis von satten 140 Euro kann zusätzlich ein UMTS-Modul erworben werden, mit dem man dann über das Handynetz im Internet surfen kann - einen entsprechenden Datenvertrag natürlich vorausgesetzt. Zusammen mit dem UMTS-Modul erhält man dann auch die Möglichkeit GPS-Signale zu empfangen.

Sicherheit

Das Latitude ST verfügt über ein integriertes TPM-Modul. Als Absicherung gegen Diebstahl kann der Kensington-Lock am gerät mit einem entsprechenden Schloss bestückt werden.

Docking-Station
Docking-Station

Zubehör

Dell bietet passend zum Tablet für knapp 150 Euro eine Docking-Station an, in die das Latitude ST im Querformat gestellt wird. Diese erweitert die Anzahl der USB 2.0 Anschlüsse um drei weitere, außerdem findet man noch HDMI und einen Audioport für den stationären Einsatz. Neu hinzu kommt mit der Docking-Station ein Gigabit-Lan-Anschluss.

Garantie

Die Garantie des Latitude ST beläuft sich ohne Aufpreis auf zwei Jahre Vor-Ort-Service am nächsten Arbeitstag. Relativ günstig lässt sich diese für 17 Euro auf drei Jahre erweitern. Außerdem verspricht Dell einen Service via Telefon und E-Mail rund um die Uhr und eine maximale Wartezeit bis zum telefonischen Kontakt mit einem Support-Mitarbeiter von nur zwei Minuten. 

Eingabegeräte

Wie wir testen - Eingabegeräte

Stylus im Schacht
Stylus im Schacht

Die Eingabe erfolgt beim Latitude ST wahlweise mit Stift oder mit dem Finger. Da der Touchscreen kapazitiv funktioniert, ist die Eingabe mit (normalen) Handschuhen oder anderen Stiften nicht möglich. Der Stift benötigt als Energiequelle eine etwas exotische AAAA-Batterie. Dabei lässt sich auch die Eingabe per Finger sperren, sodass unerwünschte Berührungen mit der Hand bei der Stifteingabe ignoriert werden. Rechtsklick wird durch längeres Drücken an einem Punkt erreicht. Außerdem gibt es zusätzlich für diesen Zweck am Stift eine Taste. Eine zweite Taste ist mit „Löschen“ belegt, kann aber deaktiviert werden. Mit dem Finger sind auch Multitouch-Funktionen möglich, die allerdings nur in manchen Windows-Programmen funktionieren. In Firefox lässt sich damit beispielsweise nicht skalieren, die Windows Fotoanzeige unterstützt dagegen vorwärts, zurück, skalieren und drehen.

Text kann wahlweise über eine Desktop-Tastatur oder über Handschrifterkennung eingegeben werden. Die virtuelle Tastatur lässt sich in ihrer Größe verstellen und ist daher mit dem Finger und mit dem Stift gut bedienbar. Die Handschrifterkennung liefert dagegen nur mit dem Stift brauchbare Ergebnisse. Dabei lernt das Tablet die Handschrift mit jeder Eingabe besser zu deuten und senkt damit die Fehlerquote. Mit dem Finger ist die Schrift dann doch zu hakelig und es entstehen häufig Schreibfehler.

Rund um das Tablet sind noch ein paar Sondertasten verteilt: Links oben befindet sich ein Riegel, der das Tablet einschaltet. In diesen eingelassen ist eine LED, die den Betriebszustand des Latitude ST anzeigt. Daneben findet sich eine Tastenwippe, mit der man die Lautstärke reguliert. Beim Drehen des Tablets dreht sich der Inhalt auf dem Bildschirm mit. Ein ähnlicher Riegel stoppt die Drehung des Desktops und zeigt dann den eingangs erwähnten roten Punkt. Rechts findet sich ein Knopf, der die Tastenkombination Strg+Alt+Entf emuliert.

Insgesamt ist die Bedienung von Windows 7 per Touchdisplay natürlich nur suboptimal. Der integrierte Stylus entschärft die Situation allerdings erheblich, und da sich das Tablet problemlos mit konventioneller Maus und Tastatur nutzen lässt, halten sich die Einschränkungen in Grenzen.

Display

Wie wir testen - Display

Das verbaute Display kommt von LG und nennt sich LGD0345. Es hat eine Größe von 10,1 Zoll und eine Auflösung von 1280 x 800 Pixeln. Damit platziert sich Dell im oberen Bereich: Das HP Slate 2 mit 8,9 Zoll hat nur 1024 x 600 Pixel und das iPad 2 mit 0,4 Zoll kleinerem Panel zeigt sich auch nur mit 1024 x 768 Pixel.

Die Messungen lassen ein sehr gutes Display erwarten, und auch für die Praxis eignet sich dieses in dem Tablet gut: Die Helligkeit im Durchschnitt mit 346,7 cd/m² ist für fast alle Umgebungen ausreichend. Dabei ist oben mittig mit 367 cd/m² der hellste Punkt des Displays. Nach unten und zur Seite dunkelt es dann etwas ab. Die Ausleuchtung ist aber mit 91 % ebenfalls sehr gut.

Der Schwarzwert von 0.56 cd/m² kann sich sehen lassen. Dadurch wird ein hoher Kontrast von 650:1 erreicht. Aufgrund der hohen Helligkeit und des starken Kontrasts wirken Farben auf dem Tablet lebendig und echt. Einziger Nachteil des Panels ist die spiegelnde Oberfläche.

350
cd/m²
367
cd/m²
340
cd/m²
340
cd/m²
364
cd/m²
344
cd/m²
336
cd/m²
345
cd/m²
334
cd/m²
Infos
Gossen Mavo-Monitor
Maximal: 367 cd/m²
Durchschnitt: 346.7 cd/m²
Ausleuchtung: 91 %
Helligkeit Akku: 364 cd/m²
Schwarzwert: 0.56 cd/m²
Kontrast: 650:1
Ausleuchtung des Bildschirms

Professionelle Farbräume werden von dem Latitude ST jedoch nicht erreicht. Diese sind allerdings auch nur für  Grafiker und Fotografen interessant. Außerdem ist das Tablet für Foto- und Videobearbeitung ohnehin deutlich zu langsam.

Latitude ST vs. AdobeRGB
Latitude ST vs. AdobeRGB
Latitude ST vs. sRGB
Latitude ST vs. sRGB

Im Außeneinsatz unter direkter Sonneneinstrahlung kommt jedoch auch die gute Helligkeit des Displays nicht gegen die starken Spiegelungen an. Bei geschickter Wahl der Blickwinkel ist dennoch auch draußen noch ein vertretbares Arbeiten möglich.

Das Latitude ST in der prallen Sonne...
Das Latitude ST in der prallen Sonne...
...kann leider nicht mehr alles klar darstellen.
...kann leider nicht mehr alles klar darstellen.

Die Blickwinkel sind, wie auch von Dell beworben, sehr groß. Auch bei starken Neigungen bleiben die Farben deutlich erhalten, das Panel dunkelt nur etwas ab. Für ein mobiles Gerät, das nicht immer im optimalen Blickwinkel bedient werden kann, sind gute Blickwinkel aber auch unabdingbar.

Blickwinkel Dell Latitude ST-LST01
Blickwinkel Dell Latitude ST-LST01

Über HDMI kann auch ein externer Monitor angeschlossen werden. Dabei kann das Tablet nicht nur den Bildschirm klonen oder nur den externen Monitor ansprechen, sondern auch den Desktop auf einen 1080p-Bildschirm erweitern, sodass man dann mit zwei Bildschirmen arbeitet.

Man sollte diese an sich spannende Option aber nur mit Vorbehalt genießen. Im Test an einem Full-HD Monitor wurde schon das Öffnen eines Ordners im Windows Explorer, trotz schneller SSD, zur Geduldsprobe. Zügiges Surfen im Internet war bei voller Auflösung ebenso kaum möglich. Erleichterung bringt hier das Reduzieren der Ausgabeauflösung.
Wer also das Tablet via Dockingstation an Maus, Tastatur und Bildschirm anschließen möchte, sollte einen Monitor mit geringerer Bildschirmauflösung wählen und das Display des Latitude ST deaktivieren.

Die Grundlage des Latitude ist die Oak Trail Plattform von Intel. Diese wurde für Tablets konzipiert und kommt ohne aktive Kühlung durch Lüfter aus. Zusammen auf einem Chip wurden der Atom-Prozessor Z670, die Grafiklösung Intel GMA 600 und ein Speichercontroller für DDR2-800 bis 2 GB untergebracht. Der Prozessor taktet mit 1,5 GHz, unterstützt allerdings keine 64-Bit-Betriebssysteme. Die Intel GMA 600 arbeitet mit 400 MHz und unterstützt DirectX bis zur Version 10.1.

CPUZ CPU
CPUZ CPU
CPUZ Cache
CPUZ Cache
GPUZ
GPUZ
HWiNFO
HWiNFO
Latenzen
Latenzen
Systeminformationen Dell Latitude ST-LST01

Prozessor

Der Intel Prozessor Atom Z670 liegt bei den Benchmarks ganz unten. Er wird sowohl von dem alten N450 und sogar von dem noch älteren N270 übertrumpft. Außerdem ist er deutlich unter dem AMD C-50 anzutreffen, welcher aber auch eine höhere Leistungsaufnahme hat. Im Vergleich mit anderen Intel Atom-basierenden Tablets liegt es mit 759 Punkten beim Cinebench 10 nahe beim HP Slate 2 und deutlich über dem Fujitsu Stylistic Q550.

Cinebench R10 Rendering Single 32Bit
497
Cinebench R10 Rendering Multiple CPUs 32Bit
759
Cinebench R10 Shading 32Bit
107
Cinebench R11.5 CPU Multi 64Bit
0.22 Points
Hilfe

System Performance

Im PCMark Vantage wird praxisbezogen das gesamte System beurteilt. Hier stellt sich das Latitude mit 10 % Vorsprung über die beiden Konkurrenten mit Atom Z670. Grund dafür ist die gute SSD von Samsung. Aber selbst die kann das Tablet  vergleichsweise nicht über ein Netbook mit AMD C-50 und konventionell drehender Festplatte befördern.

2
Windows 7 Leistungsindex
Prozessor
Berechnungen pro Sekunde
2
Speicher (RAM)
Speichervorgänge pro Sekunde
4.2
Grafik
Desktopleistung für Windows Aero
2.9
Grafik (Spiele)
3D-Business und Gaminggrafikleistung
3.6
Primäre Festplatte
Datentransferrate
7.3
PC Mark
PCMark Vantage1311 Punkte
PCMark 7830 Punkte
Hilfe
HDTune
HDTune

Massenspeicher

Der Massenspeicher kommt von Samsung und wird als SSD mit mSATA-Schnittstelle verbaut. Hier kann zwischen drei Größen gewählt werden. Zur Auswahl stehen 32 GB, 64 GB und 128 GB. Die SSD gehört zur Serie PM810, auch bekannt als Samsung 470. Sie ist allerdings deutlich langsamer als ihre großen Kollegen. So schafft sie laut AS SSD 85 MB/s im sequentiellen Schreiben und Lesen. Solche Transferraten haben auch aktuelle HDDs mit 5.400 U/min, die allerdings nicht annähernd so klein und stromsparend sind. Beim Kopieren einer Imagedatei beträgt die Geschwindigkeit 62 MB/s, allerdings wird dazu laut HD Tune fast 13 % der Prozessorleistung benötigt.

Samsung MCBQE32G8MPP-0VA
Minimale Transferrate: 60.6 MB/s
Maximale Transferrate: 73.4 MB/s
Durchschnittliche Transferrate: 72 MB/s
Zugriffszeit: 0.2 ms
Burst-Rate: 39.1 MB/s
CPU Benutzung: 12.8 %

Grafiklösung

Die Grafiklösung ist mit dem Prozessor auf dem Chip verbaut und braucht daher weniger Strom als eine eigenständige Lösung. Leider hält sich auch die Leistungsfähigkeit stark in Grenzen, denn für etwas anspruchsvollere Anwendungen ist die Intel GMA 600 deutlich zu schwach. Die Grafikkarte unterstützt DirectX 10.1 und beschleunigt die Wiedergabe von aktuellen Codecs wie h.264. Trotzdem können Videos aus Youtube nicht immer ruckelfrei wiedergegeben werden und an ein aktuelles Computerspiel ist sowieso nicht zu denken. Dies spiegelt sich auch in dem auffallend geringen Punktestand bei den Benchmarks wieder. Das Latitude ST erreicht bei dem veralteten 3DMark 03 gerade 249 Punkte.

3D Mark
3DMark 03249 Punkte
3DMark 06
 1280x1024
119 Punkte
Hilfe

Anwendungsleistung

Die subjektive Anwendungsleistung enttäuscht leider. Durch die SSD startet das Tablet schneller als gewöhnliche Notebooks, jedoch langsamer als die Konkurrenz auf Android-Basis. Der Atom-Prozessor ist für Surfen ohne Flash-Animationen oder Videos zwar größtenteils ausreichend, aber allen komplexeren Anforderungen ist das Latitude nicht gewachsen. So ruckelt das Tablet bereits bei der Wiedergabe von Youtube-Videos in 720p und höher. Selbst kleinere Videos können nicht immer flüssig wiedergegeben werden. Einfache Office-Anwendungen und Webbrowsing-light sind die prädestinierten Anwendungsgebiete für das Tablet.

Emissionen

Wie wir testen - Emissionen

Geräuschemissionen 

Auf Grund der geringen Leistungsaufnahme bzw Kühllast des Prozessors (TDP) von maximal 3 Watt befindet sich in dem Tablet keine aktive Kühlung. Die Wärme wird allein durch einen großflächigen Kühlkörper an die Rückseite abgegeben. Auch der Massenspeicher ist geräuschlos, da statt drehender Festplatte ein Solid State Drive gewählt wurde. Somit gibt das Latitude ST auch im Betrieb kein Geräusch von sich.

Temperatur

Das Tablet kann trotz dem schwachen Prozessor mit einer maximalen Leistungsaufnahme von 3 Watt recht warm werden. Es wurde auf den Einsatz eines Lüfters verzichtet, und die Wärme wird über Kupfer-Heatpipes an die Rückseite des Gehäuses geleitet. Dort wird es stellenweise unter Last auch über 40 °C warm. Vorne wird das Tablet zwar auch merklich warm, aber es erreicht keine unangenehmen Temperaturen.

Im normalen Betrieb bleibt das Latitude ST zwar auch nicht ganz kühl, aber es wird vorne vertretbare 35 °C und hinten maximal 36 °C warm. Die Hitzequelle sitzt klar erkennbar in der linken unteren Ecke. Dort wurde der Prozessor platziert.

Max. Last
 34.1 °C32 °C29.9 °C 
 38.7 °C35.1 °C31.4 °C 
 38.2 °C37.5 °C34.8 °C 
 
34.7 °C36.6 °C38.5 °C
35.3 °C37.3 °C40.7 °C
31.8 °C35.8 °C41 °C
Maximal: 38.7 °C
Durchschnitt: 34.6 °C
 Maximal: 41 °C
Durchschnitt: 36.9 °C
Netzteil (max.)  41 °C | Raumtemperatur 19.7 °C | Voltcraft IR-360
Latitude ST im Stresstest
Latitude ST im Stresstest

Stresstest

Beim Stresstest wird das Testgerät über eine Stunde voll ausgelastet. Hier zeigt sich, dass das Tablet konstant auf dem (niedrigen) Niveau mit 1,5 GHz taktet. Es kommt zu keiner übermäßigen Erwärmung oder Drosselung des Prozessors.

Lautsprecher

Auf der Rückseite sind drei Schlitze im Gehäuse zu finden, hinter denen sich ein Mono-Lautsprecher verbirgt. Dieser muss zwar, wie üblich, ohne Bass auskommen und klingt blechern, genügt aber völlig zum Surfen im Internet oder für ein kleines Video zwischendurch. Außerdem ist die maximale Lautstärke sehr hoch, sodass man auch in einer lauten Umgebung alles noch gut hören kann. In der Regel werden aber wohl ohnehin Kopfhörer am Tablet zum Einsatz kommen.

Akkulaufzeit

Wie wir testen - Akkulaufzeit

Energieaufnahme

Als erstes fällt auf, dass der Stromverbrauch im Standby genauso hoch ist wie im ausgeschaltetem Zustand. Daher kann man sich fragen, ob man das Tablet überhaupt herunterfahren oder einfach immer nur im Standby lassen sollte. Die restlichen Daten entsprechen den Erwartungen: Die Energieaufnahme hält sich mit 5 - 8 Watt in Grenzen. Unter Last wird diese dann nur etwas mehr und erreicht knapp die 12 Watt.
Für Windows-Geräte ist dies ein guter Wert, optimierte Android oder iOS-Tablets begnügen sich allerdings noch mit niedrigeren Verbrauchswerten - bei teils höheren Leistungsreserven. 

Stromverbrauch

Aus / Standby 0.3 / 0.3 Watt
Idle 5.6 / 7.3 / 8 Watt
Last 8.7 / 11.1 Watt
 
Legende: min: , med: , max:         Voltcraft VC 940
Classic Test
Classic Test
Aufladen
Aufladen

Akkulaufzeit

Der Akku des Tablets nimmt im Gehäuse einen großen Teil des Platzes in Anspruch. Er fasst 30 Wh und lässt sich mit etwas Aufwand sogar austauschen. Die längstmögliche Laufzeit ermitteln wir bei geringster Bildschirmhelligkeit und ausgeschaltetem WLAN. Dabei wird das Lesen eines Textdokuments simuliert. Hier erreicht das Latitude ST knapp sieben Stunden. Das ist ein akzeptabler Wert, allerdings können andere Tablets deutlich mehr. So schafft das Fujitsu Stylistic Q550 über zehn Stunden im Leerlauf.

Bei unserem WLAN-Test wird bei mittlerer Helligkeit über WLAN im Internet gesurft. Hier hält das Tablet fünfeinhalb Stunden durch. Damit bewegt sich das Tablet im Betrieb im selben Bereich wie das HP Slate 2.

Unter Last sind sämtliche Energiesparoptionen abgeschaltet, WLAN eingeschaltet und der Bildschirm auf der höchsten Helligkeitsstufe eingestellt. Hier schafft das Tablet bei durchgehender Belastung des Prozessors und Grafiklösung gut dreieinhalb Stunden.

Zum Aufladen des Akkus benötigt das Tablet im ausgeschalteten Zustand etwa vier Stunden - ein akzeptabler Wert. Katastrophal dagegen ist die Aufladezeit, wenn man das Tablet eingeschaltet lässt. Selbst im Leerlauf benötigt es dann über zwölf Stunden zum Aufladen.

Akkulaufzeit
Idle (ohne WLAN, min Helligkeit)
6h 57min
Surfen über WLAN
5h 25min
Last (volle Helligkeit)
3h 32min

Fazit

Wie wir testen - Fazit

Dell Latitude ST
Dell Latitude ST

Das Latitude ST bietet mit Windows 7 ein unternehmenstaugliches Betriebssystem auf einem Tablet. Als Grundlage dazu dient die Plattform Oak Trail von Intel mit Atom-Z670 Prozessor. Auch das Gehäuse ist an raue Bedingungen angepasst. Die Seiten sind aus Gummi und das Display verbirgt sich hinter einer besonders strapazierfähigen Scheibe. Insgesamt macht das Tablet einen robusten Eindruck und wurde gut verarbeitet. Als Konsequenz folgen aber ein recht hohes Gewicht von 800 g und eine Stärke von 16 mm.

Für ein Tablet ist das Latitude reich mit Schnittstellen versehen. Als besonderes Highlight ist der HDMI-Port zu beachten, über den man anspruchslose Präsentationen über einen Beamer zeigen kann. Als Netzwerktechnologien wird Bluetooth, WLAN a/b/g/n und in der teureren Variante auch UMTS geboten. Wer Gigabit-LAN benötigt, kauft sich die Docking-Station.

Bedienen kann man das Tablet wahlweise mit einem beiliegenden Stift oder mit dem Finger. Letztere Variante bietet sogar Multitouch. Die Eingabe ist präzise und einfach an die persönlichen Vorlieben anpassbar. Besonders gut schneidet das Display des Latitude ST ab: Es hat eine hohe Helligkeit, einen guten Kontrast und ebenfalls gute Blickwinkel. Nur spiegelt leider die Oberfläche, sodass bei direkter Sonneneinstrahlung der Inhalt schwer erkennbar ist.

Durch die ausnahmslos lautlosen Komponenten gibt das Latitude ST keinen Mucks von sich. Dafür wird es umso wärmer, denn es werden leicht Temperaturen zwischen 35 und 40 °C erreicht. Der Stromverbrauch ist, wie erwartet, sehr niedrig und bleibt meist unter 10 Watt. Zusammen mit dem 30-Wh-Akku hält das Tablet locker fünf Stunden durch. Etwas bizarr klingt allerdings der Umstand, dass das Aufladen des Akkus über zwölf Stunden dauert, wenn das Tablet eingeschaltet ist. Im ausgeschalteten Zustand braucht es dafür vier Stunden.

Die Leistung dagegen ist mehr als bescheiden. Der Atom-Prozessor von Intel ist für Geräte ohne Lüfter ausgelegt und leistet dementsprechend nur sehr wenig. Die Grafiklösung wurde mit auf demselben Chip integriert und bietet auch kaum Leistungsreserven. Das kann auch die SSD von Samsung nicht wettmachen, die durch die abnehmbare Rückseite theoretisch auch austauschbar ist.

Insgesamt kann man das Latitude ST nur Unternehmen empfehlen, die ein ein Tablet benötigen, dass mit Windows 7 arbeitet. Es bietet ein ausgewogenes Preis-Leistungs-Verhältnis und eine gute Ausstattung, allerdings ist die Anwendungsleistung auf einfachste Programme beschränkt. Consumer sollten sich daher eher nach Tablets mit anderem Betriebssystem wie zum Beispiel Android oder iOS umsehen.

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Im Test:  Dell Latitude ST-LST01

Datenblatt

Dell Latitude ST-LST01

:: Prozessor
:: Mainboard
Intel SM35
:: Speicher
2048 MB, DDR3-SDRAM (800 MHz)
:: Grafikkarte
:: Bildschirm
10.1 Zoll 16:10, 1280x800 Pixel, LG LGD0345, spiegelnd: ja
:: Festplatte
Samsung MCBQE32G8MPP-0VA, 32 GB 32 GB, mSATA
:: Soundkarte
IDT 92HD87B1/3 @ Intel SM35 PCH
:: Anschlüsse
1 USB 2.0, 1 HDMI, 1 Kensington Lock, 1 Docking Station Anschluss, Audio Anschlüsse: Kopfhörer/Mikrofon-Kombi, Card Reader: SD,
:: Netzwerkverbindungen
Dell Wireless 1535C Half MiniCard (a b g n ), 4.0 LE Bluetooth
:: Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe (in mm): 16 x 270 x 187
:: Gewicht
0.81 kg Netzteil: 0.15 kg
:: Akku
30 Wh Lithium-Ion
:: Preis
550 Euro
:: Betriebssystem
Microsoft Windows 7 Home Premium 32 Bit
:: Sonstiges
Webcam: vorne: 1,3 MP, hinten: 5 MP, 24 Monate Vor-Ort-Service Monate Garantie

 

Das Latitude ST von Dell besitzt eine umfangreiche Ausstattung:
Das Latitude ST von Dell besitzt eine umfangreiche Ausstattung:
Vorne befindet sich eine 1,3-MP-Kamera.
Vorne befindet sich eine 1,3-MP-Kamera.
Hinten ist eine 5-MP-Kamera verbaut.
Hinten ist eine 5-MP-Kamera verbaut.
Als Anschlüsse sind zu finden: Audio-Buchse, USB 2.0, ...
Als Anschlüsse sind zu finden: Audio-Buchse, USB 2.0, ...
...SD-Kartenleser, HDMI, ...
...SD-Kartenleser, HDMI, ...
...und das Kensington Lock.
...und das Kensington Lock.
Auf der spiegelnden Displayscheibe lassen sich Fingerabdrücke wunderbar erkennen.
Auf der spiegelnden Displayscheibe lassen sich Fingerabdrücke wunderbar erkennen.
Besonders trumpft das Dell Latitude ST mit den Wartungsmöglichkeiten auf:
Besonders trumpft das Dell Latitude ST mit den Wartungsmöglichkeiten auf:
Über einen Taster öffnet man...
Über einen Taster öffnet man...
...eine Klappe unter der sich...
...eine Klappe unter der sich...
...der Windows-7-Aufkleber und evtl. die SIM-Karte verbirgt.
...der Windows-7-Aufkleber und evtl. die SIM-Karte verbirgt.
Mit etwas Mühe bekommt man dann auch den Rest der Abdeckung demontiert.
Mit etwas Mühe bekommt man dann auch den Rest der Abdeckung demontiert.
Mit wenigen Schrauben ist hier der Akku gesichert.
Mit wenigen Schrauben ist hier der Akku gesichert.
Dieser hat eine Kapazität von 30 Wh und hält etwa 5 Stunden.
Dieser hat eine Kapazität von 30 Wh und hält etwa 5 Stunden.
Hier drunter ist der Atom-Prozessor Z670.
Hier drunter ist der Atom-Prozessor Z670.
Die Samsung SSD lässt sich leicht ausbauen.
Die Samsung SSD lässt sich leicht ausbauen.
Der Mono-Lautsprecher ist sehr laut.
Der Mono-Lautsprecher ist sehr laut.
Hier ist bei teureren Modellen das UMTS-Modul untergebracht.
Hier ist bei teureren Modellen das UMTS-Modul untergebracht.
Die Webcam lässt sich im Fall der Fälle leicht austauschen.
Die Webcam lässt sich im Fall der Fälle leicht austauschen.
Hier kann auch das WLAN-Modul gewartet werden.
Hier kann auch das WLAN-Modul gewartet werden.
Nur der Arbeitsspeicher ist nicht veränderbar.
Nur der Arbeitsspeicher ist nicht veränderbar.
Der Stylus wir in einem Schacht im Tablet untergebracht.
Der Stylus wir in einem Schacht im Tablet untergebracht.
Ein geschickter Mechanismus verhindert das Herausfallen des Stiftes.
Ein geschickter Mechanismus verhindert das Herausfallen des Stiftes.
Das Netzteil ist sehr handlich (im Vergleich das Netzteil eines Vostro Notebooks).
Das Netzteil ist sehr handlich (im Vergleich das Netzteil eines Vostro Notebooks).

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Preisvergleich

Pro

+robust
+gute Verarbeitung
+gutes Display
+schnelle SSD
 

Contra

-schwache Leistung

Shortcut

Was uns gefällt

Das robuste Gehäuse und das sehr gute Display

Was wir vermissen

Eine gute Anwendungsleistung unter Windows 7

Was uns verblüfft

Eine solch lange Ladezeit des Akkus von über 12 Stunden im eingeschalteten Zustand

Die Konkurrenz

Mit gleicher Atom/Windows Plattform: HP Slate 2Fujitsu Stylistic Q550

Bewertung

Dell Latitude ST-LST01
16.02.2012 v2
Jonas Adams

Gehäuse
90%
Tastatur
35%
Pointing Device
77%
Konnektivität
60%
Gewicht
96%
Akkulaufzeit
91%
Display
80%
Leistung Spiele
9%
Leistung Anwendungen
61%
Temperatur
83%
Lautstärke
100%
Auf- / Abwertung
70%
Durchschnitt
71%
82%
Tablet *
gewichteter Durchschnitt

Weitere Informationen über unsere Bewertung finden sie hier.

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Autor: Jonas Adams (Update: 11.02.2014)